Schlagabtausch

Karl Baron (FPÖ): „Heimische Wirte sollen selbst entscheiden können“

Symbolbild (pixabay/ CC0)

In den letzten Wochen wurde das Rauchverbot in Österreichs Gastronomie heiß diskutiert. Aus diesem Grund lassen wir Befürworter und Kritiker des allgemeinen Rauchverbots zu Wort kommen. Im folgenden Interview erklärt uns LAbg. Karl Baron (FPÖ), Wiener Präsident der Freiheitlichen Wirtschaft, warum er gegen ein allgemeines Rauchverbot ist und stattdessen für die Wahlfreiheit der Wirte eintritt.

Info-DIREKT: Laut Medienberichten soll es statt des allgemeinen Rauchverbots in Zukunft das „Berliner Modell“ geben. Das heißt: Weiter getrennte Räume für Raucher und Nichtraucher, dafür verstärkter Jugendschutz in den Lokalen. Außerdem soll das Rauchen erst ab 18 Jahren erlaubt werden. Wie stehen Sie zu den Plänen aus den Koalitionsverhandlungen?

LAbg. Baron:  Wir können diese Forderung unterstützen. Wichtig ist für uns als Freiheitliche Wirtschaft Wien, dass die heimischen Wirte selbst entscheiden können, genauso wie die Gäste entscheiden können sollen, ob sie in ein Raucher- oder Nichtraucherlokal gehen möchten. Mit dieser Regelung ist die Wahlfreiheit gegeben.

Info-DIREKT: Steht die Wahlfreiheit der Gastronomen über gesundheitspolitischen Erwägungen?

LAbg. Baron:  Wir denken, dass es eine Mischung braucht. Wenn die Räume gut getrennt sind, was sie ja auch sein müssen, dann kann man die Wahlfreiheit und die Gesundheitspolitik in Einklang bringen.

Info-DIREKT: Wäre das Kippen des allgemeinen Rauchverbots nicht ein gesundheitspolitischer Rückschritt? Was ist zum Beispiel mit Kellnern, die den ganzen Tag dem Rauch ausgesetzt sind?

LAbg. Baron:  Genau das ist die Wahlfreiheit. Auch das Personal weiß bei einer Bewerbung ja, auf was es sich einlässt. Genauso wie jemand bei einer körperlich harten Arbeit immer weiß, dass es seinem Körper auch schaden kann.

Info-DIREKT: Befürchten Sie wirtschaftliche Verluste für die Gastronomie bei einem allgemeinen Rauchverbot? In einer Presseaussendung sprechen Sie sogar vom „Aussterben der Wirthaus- und Kaffeehauskultur“.

LAbg. Baron:  Wir haben erlebt, dass viele Wirte ihre Existenz riskiert oder sogar verloren haben, als die damalige Regierung die Umbaumaßnahmen vorschrieb. Jetzt plötzlich wollte man, dass diese Umbauten unnötig sein sollen und das Rauchen komplett verboten wird. Dadurch ging das Vertrauen in die Politik verloren, die Menschen müssen sich wieder darauf verlassen können, wenn die Regierung etwas beschließt.

Info-DIREKT: Wiens Stadträtin Ulli Sima überlegt sogar eine Klage, sollte die neue Regierung das absolute Rauchverbot aufheben. Was sagen Sie zu dieser Ankündigung?

LAbg. Baron:  Die SPÖ hat aktuell einen Beißreflex gegen alles, was von FPÖ und ÖVP kommt, die Oppositionsrolle steigt der SPÖ wohl jetzt schon zu Kopfe.

Info-DIREKT: Vielen Dank für das Interview.


Dieser Beitrag ist Teil eines Schlagabtauschs über das allgemeine Rauchverbot. Die Gegenposition von Robert Rockenbauer finden Sie >> hier <<. Karl Baron ist Abgeordneter zum Wiener Landtag und Präsident der FPÖ-Vorfeldorganisation „Freiheitliche Wirtschaft – FPÖ Pro Mittelstand„.