Acker-Ausverkauf auch in den USA

„Schöne“ globalisierte Welt: Saudische Agrar-Multis kauften offenbar in den letzten Monaten massenhaft Agrarflächen in den USA. Wegen extremen Wassermangels hat Saudi-Arabien die heimische Landwirtschaft stark eingeschränkt. Der Anbau von Futterpflanzen und Weizen wird in Saudi-Arabien innerhalb der nächsten drei Jahre komplett verboten, weil das Land Trinkwasser sparen muss.

Der größte saudische Milchproduzent ist der Multikonzern „Almari“ der mitten in der Wüste die größte Kuhfarm der Welt betreibt – mit einem enormen Aufwand unter anderem an Trinkwasser. Um die Versorgung der rund 50.000 Tiere zu sichern, kauft der Konzern nun massiv Agrarflächen im Ausland auf, vornehmlich in Afrika und den USA. Die saudische Regierung unterstützt den Konzern dabei: Im vergangenen Jahr hat die Politik finanzielle Förderung für alle Investoren angekündigt, die Ackerland in Übersee kaufen. In Afrika und vornehmlich im Sudan haben saudische Investoren bereits mehr als eine Million Hektar Land gekauft und sich dort bereits massive Kritik wegen „Landgrabbings“ eingehandelt.

Das Phänomen des „Landgrabbings“ als Gewinnstrategie des globalen Monopolkapitalismus und seiner Multikonzerne ist nicht neu: Äthiopien hat bis Ende 2009 bereits 600.000 Hektar Land an ausländische Investoren verkauft. In Madagaskar sollen die Verhandlungen mit der „Daewoo Logistics Corporation“ über den Kauf von 1,3 Millionen Hektar Land für den Anbau von Mais und Ölpalmplantagen bei den politischen Konflikten eine Rolle gespielt haben, die 2009 zum Sturz der Regierung führten. Ein (angefochtenes) Gerichtsurteil erging 2013 in Uganda gegen die Kaffee-Plantage „Kaweri“, die im Besitz der Hamburger „Neumann Kaffee Gruppe“ steht. Vom Land der etwa 2.500 ha großen Plantage waren Kleinbauern teilweise gewaltsam und ohne ausreichende Entschädigung vertrieben worden.

Die internationale Entwicklungsorganisation Oxfam schätzt, dass in Entwicklungsländern seit 2001 über 220 Millionen Hektar Land von ausländischen Investoren aufgekauft wurde oder gepachtet wird, um es gewinnbringend agrarisch auszubeuten.

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