China sagt dem Dollar den Kampf an

China hat in den letzten zwei Wochen US-Staatsanleihen in großem Stil abgestoßen. Die Regierung in Peking begründete den Schritt mit einer notwendigen Stützung des Yuan. Die Chinesen setzten die US-Behörden über den Abverkauf der Schuldscheine zwar in Kenntnis, hüllten sich jedoch über den genauen Umfang in Schweigen.

Die chinesische Zentralbank – die People’s Bank of China (PBOC) – verkaufte die Staatsanleihen sowohl direkt, als auch indirekt über Kanäle in Belgien und der Schweiz. Innerhalb der letzten zwölf Monate reduzierte die PBOC auch ihre Devisen-Bestände um 315 Milliarden Dollar. Die verbleibenden Devisen-Reserven von 3.150 Milliarden Dollar – die größten Bestände weltweit – werden bis zum Ende des Jahres voraussichtlich monatlich um bis zu 40 Milliarden Dollar fallen.

Am 11. August wertete die PBOC den Yuan überraschend ab. Seitdem verkaufte die Notenbank zunehmend US-Staatsanleihen, um die Abwertung zu unterstützen. Experten-Schätzungen gehen davon aus, dass die chinesische Zentralbank seit der Abwertung US-Staatsanleihen in Höhe von mindestens 100 Milliarden Dollar verkauft hat, um die geldpolitischen Maßnahmen zu finanzieren.

Für die USA wird Chinas Währungspolitik zunehmend zum Problem. Denn der massive Abverkauf könnte die Renditen auf US-Staatsanleihen nach oben schießen lassen, was die Geldbeschaffung für die US-Regierung enorm verteuern würde. Die jüngste finanzpolitische Maßnahme wird als klare Warnung Chinas an die Adresse der USA gewertet. Die wirtschaftlichen und politischen Spannungen zwischen den beiden Großmächten nahmen in den letzten Monaten bedrohliche Ausmaße an.

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