Desinformation: Angriff ist die beste Verteidigung

„Im Krieg stirbt als erstes die Wahrheit“, sagt ein altes Sprichwort. Und tatsächlich: Die ersten russischen Bomber in Syrien waren noch nicht einmal gestartet, da kursierten im Internet und bei westlichen Mainstream-Medien bereits Bilder von angeblich von russischen Bomben getroffenen Zivilisten. Doch der russische Präsident Putin ging sofort massiv gegen Falschinformationen vor und erklärte mit ungewohnter Offenheit, dass man im Kreml mit einer solchen Strategie der westlichen Medien und der US-Politik gerechnet habe.
Der Kreml-Chef forderte daher die Medien und ausländische Diplomaten dazu auf, Informationen zunächst zu verifizieren, statt diese ungeprüft zu verbreiten. Dazu wolle man einen Mechanismus zum Teilen von Geheimdienstinformationen über die Militäraktionen in Syrien zwischen den USA und Russland einführen. Dieser würde falschen Berichten präventiv entgegenwirken, wie Putin anlässlich einer Pressekonferenz bekanntgab: „Das ist auch der Grund, weshalb wir eine Verbindung zwischen unseren Geheimdiensten und denen der USA eingeführt haben. Ich hoffe, dass die Entwicklung in eine Art permanenten Mechanismus mündet.“
Das russische Staatsoberhaupt kommentierte die angeblichen Angriffe auf zivile Ziele durch russische Kampfflugzeuge wie folgt: „Während Medien behaupten, dass die zivile Bevölkerung leidet, sind wir auf solche Informations-Attacken vorbereitet. Die ersten Berichte erschienen, bevor unsere Flugzeuge in den Himmel abhoben.“
Die russische Luftwaffe habe unterdessen die bisher gesetzten Operationsziele erfüllt und setzt die Angriffe gegen vermutete IS-Einrichtungen weiter fort. (L. B.)

Beitragsbild: Jürg Vollmer, www.flickr.com/photos/maiakinfo/3910005682, CC BY-SA 2.0