Die große Facebook-Flucht

Immer mehr Menschen wenden sich vom größten sozialen Netzwerk der Welt ab und suchen im Netz nach Alternativen. In Zeiten von zunehmender Massenüberwachung und Zensur werden dezentrale Kommunikationsmittel und Informationsquellen immer wichtiger.

Nachdem Facebook durch die Beauftragung der Bertelsmann-Tochter Arvato und der Amadeu-Antonio-Stiftung erste Zensurmaßnahmen durchgesetzt hat (Info-Direkt berichtete), sehen sich immer mehr Menschen dazu genötigt sich endgültig von der Datenkrake Facebook abzuwenden. Als beliebte Alternative zu Facebook gelten dabei das russische VK-Netzwerk und das Open-Source-Projekt Diaspora.

Auch die zum Facebook-Konzern gehörende Messaging-App Whatsapp wird immer unbeliebter. In immer kürzer werdenden Zeitabständen ändert WhatsApp seine Nutzungsbedingungen und verlangt dabei jedes Mal umfangreichere Rechte und Datenzugriffe auf dem Gerät des Nutzers. Dieser Umstand veranlasst viele auch zu einem Wechsel der Messaging-App.

Als Alternativen in diesem Bereich erfreuen sich die Apps Threema und Signal besonderer Beliebtheit, da sie in puncto Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität WhatsApp ebenbürtig sind. Ein weiterer Vorteil dieser Applikationen ist die implementierte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, welche es dem Serverbetreiber unmöglich macht, Nachrichteninhalte mitzulesen. Diese Eigenschaft ist natürlich jedem Kontrollorgan ein Dorn im Auge, weshalb es bereits mehrere Versuche gab, diese und ähnliche Applikationen zu kriminalisieren. Der Thüringer Verfassungsschutzchef forderte sogar öffentlich, in solchen Programmen Hintertüren einzubauen, damit die verschlüsselte Kommunikation bei Bedarf trotzdem mitgelesen und ausgewertet werden kann.
Beitragsbild: https://www.flickr.com/photos/mikecogh/5280585822/, CC BY 2.0, Michael Coghlan