Die Welt ertrinkt in Chemikalien

Die Belastung des Menschen durch den Ausstoß von Chemikalien nimmt weltweit stark zu.

Die Internationale Föderation für Gynäkologie und Geburtshilfe (FIGO) warnte anlässlich ihres 21. Weltkongresses vor einem „dramatischen Anstieg an Exposition gegenüber toxischen Chemikalien“. Da diese Schadstoffe die Gesundheit und speziell die Fortpflanzungsfähigkeit der Menschen bereits vom kindlichen Alter an gefährden.

„In den Vereinigten Staaten werden bereits jetzt jährlich mehr als 15 Tonnen Chemikalien pro Person produziert oder importiert“, heißt es weiter von FIGO. Und die überwiegende Mehrheit dieser Chemikalien wurde bisher noch nicht einmal getestet. Zudem würden Freihandelsabkommen wie TTIP diese Entwicklung noch weiter beschleunigen. „Chemikalien reisen durch die Welt über internationale Handelsabkommen.“

„Wir ertränken unsere Welt in ungetesteten und unsicheren Chemikalien und der Preis, den wir in Bezug auf unsere reproduktive Gesundheit zahlen, ist Anlass zu ernster Sorge“, sagt Gian Carlo Di Renzo von FIGO. Fehlgeburten und Totgeburten, fötale Wachstumsverzögerungen, angeborene Fehlbildungen, Beeinträchtigung der Entwicklung des Nervensystems und der kognitiven Funktion sowie die Zunahme an Krebserkrankungen, Aufmerksamkeitsstörungen wie ADHS und Hyperaktivität seien auf der Liste der Gesundheitsstörungen, „die mit der Exposition gegenüber Chemikalien wie Pestizide, Luftschadstoffe, Kunststoffe, Lösungsmittel und mehr in Verbindung gebracht werden“.

Beitragsbild: Hey Paul / Wikimedia Commons, CC BY 2.0