Russlands Erfolg in Syrien: Terroristen kapitulieren

Von Finian CUNNINGHAM *)

Russlands militärische Intervention zur Unterstützung seines arabischen Verbündeten Syrien ab Ende September war das bahnbrechende Ereignis des vergangenen Jahres. Nach drei Monaten anhaltender russischer Luftoperationen zur Unterstützung der Syrischen Arabischen Armee gegen eine Vielzahl von Söldnertruppen, die allesamt vom Ausland her unterstützt werden, kann man mit einiger Bestimmtheit davon ausgehen, dass das „Rückgrat des Terrors gebrochen wurde“, wie es der russische Präsident Wladimir Putin vor kurzem formulierte.[1]

In den vergangenen Tagen wurden in ganz Syrien mehrere lokale Waffenstillstände abgeschlossen, auf deren Basis die Söldnermilizen aus den Städten, welche bis dahin unter ihrer Gewalt gestanden waren, evakuiert wurden. Die Zivilbevölkerung in diesen Orten wurde von den Milizen als Geiseln genommen und quasi als menschliche Schutzschilde verwendet, um die syrische Armee am Vorrücken zu hindern. Westliche Medien wie die US-regierungseigene Voice of America [2] verdrehen die Realität, wenn sie behaupten, dass die Söldnermilizen von der syrischen Armee belagert worden wären, wobei sie die Tatsache einfach übergehen, dass die Söldner Zivilisten als Geiseln genommen hatten, wie dies bereits zuvor während der Belagerung von Homs der Fall gewesen war.

Seit dem Einsatz der russischen Luftstreitkräfte – über 5.000 Einsätze in drei Monaten – hat sich die Lage der Dinge dramatisch verändert. Die syrische Armee konnte im Norden Syriens entlang der türkischen Grenze die militanten Basen eliminieren und Ölschmuggel sowie Waffenversorgungswege unterbrechen. Auf diese Weise wurden die Milizen weiter ins Landesinnere zurückgedrängt und von ihren Versorgungslinien abgeschnitten. Dies zwang sie letztlich, Waffenstillstände und Evakuierungsangebote anzunehmen, welche unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen und des Roten Kreuzes abgewickelt werden.

Tausende von regierungsfeindlichen Rebellen wurden in den letzten Tagen mit Bussen von ihren Standorten rund um Damaskus evakuiert.

Ein gezielter russischer Luftangriff auf einen Vorort von Damaskus tötete Sahran Allousch, den Anführer der militanten Gruppe Dschaisch al-Islam („Armee des Islam“), zusammen mit einigen weiteren Kommandeuren – ein verheerender Schlag für die Moral der selbsternannten Gotteskrieger, die kurz darauf ihr Spiel verloren gaben.

Auch hier ist es wiederum interessant, wie die westlichen Medien berichten. Die Nachrichten über die Waffenstillstände und Evakuierungen sind so verfasst, dass der Kontext dieser Entwicklungen völlig herabgespielt wird. Typisch etwa ein Bericht der BBC mit dem Titel: „Die Evakuierung aus der syrischen Kämpfer aus Sabadani ist im Gange“.[3]

In dem Bericht der britischen staatlichen Rundfunkanstalt heißt es kryptisch, dass Hunderte von „Kämpfern“ aus der Stadt Sabadani „verlegt“ würden. Was die BBC nicht meldet, ist die Tatsache, dass die Waffenruhe durch Russlands strategische militärische Intervention in Syrien ausgelöst wurde, die den militanten Netzwerken vernichtende Niederlagen bereitet hatte. Die westlichen Medien wiederholen stattdessen Behauptungen des US-Außenministeriums, wonach die militärischen Operationen Russlands nur das „Assad-Regime“ stützen und sich angeblich gegen „moderate“ Rebellen und Zivilisten richten.

Beim Lesen solcher Halbwahrheiten in den westlichen Medien fragt man sich, wieso es eigentlich zu Waffenstillständen und Evakuierungen kam. Die positive Entwicklung der militärischen Intervention Russlands, die zu einem Ende des Konflikt geführt hat, wird von den westlichen Medien offensichtlich bewusst nicht dargestellt, da sie nicht zu ihren früheren abschätzigen Berichten über Russland und die Assad-Regierung passt.

Auch über die genaue Identität der evakuierten Milizen hüllen sich die westlichen Medien in Schweigen. Wie bereits erwähnt, derden sie verschiedentlich von den westlichen Medien als „Kämpfer“ oder „Rebellen“ bezeichnet. Besser informative regionale Nachrichtenquellen wie die libanesische Al Manar [4] sprechen hingegen ganz offen von den Brigaden des „Islamischen Staates“ und der al-Nusra Front, einer Vorhutorganisation der al-Kaida. Es handelt sich also um „Terrorgruppen“, und zwar nach der von Washington und der Europäischen Union selbst festgelegten Terminologie. Die westlichen Medien legen sich diesbezüglich offenbar selber ein Redeverbot auf bzw. zensurieren die Wahrheit.

Die Terrorgruppe Dschaisch al-Islam, deren Anführer getötet wurde, gehört ebenfalls dem Al-Kaida-Netzwerk an. Dschaisch al-Islam wird von Saudi-Arabien und Katar finanziert und bewaffnet; die Gruppe dient als Schleuse für CIA-Waffen an die namentlich bekannteren Terroristenverbände. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Voice of America [5] Sahran Allousch, den getöteten Kommandeur dieser Terrorgruppe mit dem Ausdruck „Rebellenführer“ belegte und die Hintergründe auf diese Weise schön zu reden versuchte.

Die Durchsetzung des Westteils Syriens – beginnend von Daraa im Süden, über Damaskus bis nach Aleppo und Latakia an der nördlichen Mittelmeerküste – mit Terrorbrigaden des IS und der Al-Nusra sowie ihrer zahllosen Ableger ist jedenfalls durch die von Russland erzwungenen Waffenstillstände und die Beendigung der Belagerungen klar aufgezeigt worden.

Die westlichen Medien haben Russland immer wieder beschuldigt, dass es Luftangriffe gegen „moderate“ Rebellen und nicht die IS-Milizen durchführe; letztere seien im Ostteil Syriens konzentriert, was auch durchaus richtig ist, denn die Hochburgen des IS sind die Städte Rakka und Deir Ez-Zor im Osten, von wo aus der Erdöl-Schmuggel erfolgt.

Richtig ist jedoch, dass Russland sehr wohl Luftangriffe auf die Schmuggelrouten des IS im Osten Syriens unternommen hat, und zwar mit durchschlagendem Erfolg. Ebenso erfolgreich waren die russischen Luftangriffe zur Unterbrechung der Routen für den Waffennachschub im Nordwesten, welcher es den Terroristen erst ermöglicht hatte, zu Aufständen entlang der gesamten Westflanke einschließlich der Umgebung von Damaskus aufzuwiegeln.

Die Kapitulation der diversen Söldnerbrigaden und die Durchbrechung der Belagerungen in der Umgebung von Damaskus bestätigt die Richtigkeit der russischen Militärtaktik, aber auch die russische Darstellung betreffend das Wesen des Syrien-Konflikts.

Andererseits werden die Propogandaklischees von „moderaten Rebellen“ und „Extremisten“ als Unsinn entlarvt. Das zwingt die westlichen Medien zu einer Berichterstattung über die jüngsten Ereignisse in Syrien ohne jeden sinnvollen Kontext.

Riad Haddad, Syriens Botschafter in Russland, erklärte vor einigen Tagen [6]: „Die Operationen der syrischen Armee gegen die Terroristen sind an einem entscheidenden Wendepunkt angelangt – wir sind jetzt im Angriff und nicht mehr in der Abwehr. Dies ist der effektiven Arbeit der russischen Luftwaffe in Syrien zu verdanken.“ Dieser Kommentar des Botschafters wurde in den westlichen Medien so gut wie nirgends zitiert.

Es bleibt noch die Frage zu beantworten, wohin die Überbleibsel der Terroristen mit Bussen evakuiert wurden. Verschiedenen Berichten zufolge wurde den Terroristen von der Türkei sicheres Geleit gewährt, wo sie im Reich des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan Sicherheit und Erholung vom Kampf erwartet – zweifellos mitsubventioniert von der Europäischen Union mit ihrer 3,5 Milliarden Dollar schweren Hilfe für Ankara, damit dieses sich um die „Flüchtlinge kümmere“.

Eine weiteres Indiz für die staatsterroristischen Umtriebe des NATO-Mitglieds Türkei, dem die Europäer seit geraumer Zeit in Hinblick auf seinen erhofften EU-Beitritt hofieren…

Finian-Cunningham*) Finian Cunningham (geb. 1963) schreibt laufend über internationale Angelegenheiten und hat Artikel in mehreren Sprachen veröffentlicht. Er stammt aus Belfast (Nordirland), hat ein Master-Diplom in Agrarchemie und arbeitete als wissenschaftlicher Redakteur für die Royal Society of Chemistry in Cambridge (England), bevor er sich für eine Karriere im Zeitungsjournalismus entschied. Er ist über 20 Jahren lang als Redakteur und Korrespondent für The Mirror, Irish Times und Independent tätig. Zur Zeit ist er in Ostafrika stationiert und arbeitet als freier Journalist für RT, Sputnik, Strategic Culture Foundation und Press TV.

Originalartikel: http://m.strategic-culture.org/news/2015/12/31/russia-vindicated-by-terrorist-surrenders-syria.html

[1] http://sputniknews.com/world/20151217/1031894518/russia-terrorism-war.html
[2] http://www.voanews.com/content/evacuation-plan-stalled-after-syrian-rebel-leader-killed/3120278.html
[3] http://www.bbc.com/news/world-middle-east-35188344?ocid=global_bbccom_email_28122015_top+news+stories
[4] http://www.almanar.com.lb/english/adetails.php?eid=246739&cid=23&fromval=1
[5] http://www.voanews.com/content/evacuation-plan-stalled-after-syrian-rebel-leader-killed/3120278.html
[6] http://sputniknews.com/middleeast/20151226/1032331610/syrian-army-daesh-damascus.html

Beitragsvideo: Russische Luftangriffe in den syrischen Provinzen Rakka und Aleppo; Trefferserie von Hochpräzisionsbomben des Typs KAB-500S, welche von einem Su-34-Bomber auf das Hauptquartier der Gruppierung Liwa al-Haqq abgeworfen wurden, Минобороны России (Russisches Verteidigungsministerium),
http://eng.mil.ru/en/news_page/country/more.htm?id=12060508@egNews bzw. https://www.youtube.com/watch?v=pBEkjj9PL5I (Standard YouTube License)