Verschwörung oder Theorie?

Ein Kommentar von Lukas Biesterfeld

Alternative Medien sehen sich immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, irgendwelchen obskuren „Verschwörungstheorien“ anzuhängen. Die Strategie dahinter ist ebenso einfach, wie durchschaubar: Ähnlich wie bei der Behauptung „irgendwie rechts“ zu sein, entledigt man sich mit dem Vorwurf der „Verschwörungstheorie“ bequem der Notwendigkeit auf den Inhalt einzugehen oder sich mit der Information auseinanderzusetzen. Es handelt sich also oftmals um eine regelrechte Diskussions- oder Nachdenkverweigerungsstrategie.
Vor allem etablierte Medien benutzen diese Mechanismen sehr gern, wenn sie mit Berichten oder Informationen von alternativen Medien konfrontiert werden – auch Info-DIREKT macht da keine Ausnahme. Die Zusammenhänge können noch so gut recherchiert sein – der Geruch einer „Verschwörungstheorie“ hängt immer in der Luft. Grund genug, sich mit dem Phänomen dieser Theorien auseinanderzusetzen.

Misstrauen ist immer angebracht!

Prinzipiell geht es immer darum, hinter die Kulissen, die etablierte Medien und Politiker aufbauen, zu blicken. Dabei ist der Grat zwischen Paranoia und tatsächlichen Verschwörungen oftmals sehr schmal. So gehen gewisse Menschen davon aus, dass die Politiker durch außerirdische Körperfresser gesteuert werden, andere Menschen wiederum sehen die Ereignisse rund um den 11. September 2001 sehr kritisch und hinterfragen die offizielle Version der US-Regierung. Zwischen diesen beiden „Verschwörungstheorien“ liegen aber Welten. Doch auch beim 11. September 2001 ist sehr viel Fingerspitzengefühl angebracht: Bei den technischen Details der Einstürze der Türme des World Trade Centers sind sich mittlerweile eine wachsende Anzahl an Bauingenieuren und anderen Spezialisten einig, dass die offizielle Version der US-Regierung rein physikalisch nicht stimmen kann ( zum Beispiel die aus über 2.000 Architekten und Ingenieuren bestehende Vereinigung „Architects & Engineers for 9/11 Truth“, Info-DIREKT berichtete: http://www.info-direkt.eu/911-der-sprengmeister-legt-nach/). Man sollte aber abseits der Sachbeweise vorsichtig mit einer politischen Beurteilung sein, denn hier wird die Beweislage wiederum sehr dünn. Es gilt also bei der Beurteilung von Informationen grundsätzlich immer mit Hausverstand nachzudenken, und Medieninformationen konsequent zu hinterfragen. Besonders dann, wenn alle Mainstream-Medien im Chor singen, ist immer Misstrauen angebracht!

Glauben Sie an Verschwörungstheorien?

Die Möglichkeit einer Verschwörung sollte bei politischen Ereignissen ein wesentliches Element jeder seriösen Berichterstattung sein. Schließlich könnten vermeintlich „bewiesene“ Behauptungen auch auf Interessen bestimmter Lobbyisten beruhen, die damit neue Märkte entwickeln wollen – wie etwa im Bereich des Komplexes „menschengemachter Klimawandel“. Zudem unterliegt unsere Wirtschaftsordnung einem Wachstumszwang, den wir immer wieder kommunizieren.
In unserem Informationszeitalter fällt es den Menschen immer schwerer, Wahres von Falschem zu trennen, oder Informationen überhaupt sinnvoll zu filtern. Gleichzeitig war es noch nie so einfach, an bestimmte Informationen zu gelangen. Wenn zum Beispiel kurz vor Feiertagen oder Ferien die Tankstellen flächendeckend ihre Preise erhöhen, unterstellt man den Ölkonzernen eine geheime Preisabsprache mit illegalem Zweck – also eine Verschwörung. Diese allein auf Indizien und Annahmen basierende Vermutung ist ohne Beweise natürlich reine Theorie. Wir haben es also auch hier wieder mit einer „Verschwörungstheorie“ zu tun, und die lässt sich schnell erkennen, wenn man die Frage: „Cui Bono?“ (Wem nützt es?) stellt. Wenn man also jede sogenannte „Verschwörungstheorie“ ablehnt, dann müsste man auch glauben, dass die Preiserhöhung an den Tankstellen zur Urlaubszeit reiner Zufall wäre. Oder glauben Sie etwa doch an Verschwörungstheorien?

Man kann den Spieß auch umdrehen

Der Begriff der „Verschwörungstheorie“ ist mithin sehr leicht als reiner Kampfbegriff entlarvt, Stichwort: 9/11. Der Abschlussbericht der US-Administration zu den Terroranschlägen ist eine Sammlung von Indizien und Teilbeweisen, die eine Verschwörung eines Herrn Osama bin Laden und diverser Mitwirkender einer Organisation namens Al-Kaida belegen sollen. Angesichts der unklaren Beweislage muss man diesen Bericht selbstverständlich als Theorie betrachten. Insgesamt handelt es sich also um eine von Nachrichtenagenturen und Regierungen verbreitete Verschwörungstheorie. Demgegenüber gibt es natürlich auch andere sachverständige Personen (die bereits erwähnten Architekten und Ingenieure), die bei der Auswertung der Indizien und Teilbeweise zu ganz anderen Verschwörungstheorien gelangen.
Wichtig ist dabei nur, zu erkennen, dass meist mehrere verschiedene Theorien der Verschwörung konkurrieren. Ein bitterer Beigeschmack tritt nur dann auf, wenn eine der Parteien den Anspruch darauf erhebt, andere mit dem Begriff „Verschwörungstheoretiker“ diffamieren zu dürfen. An dieser Stelle spätestens muss ich die Seriosität der offiziellen Organe hinterfragen, die ihre eigenen Verschwörungstheorien nicht als solche bezeichnen wollen. Die Reaktionen dieser Machtelite verstärken wieder einmal den Verdacht, dass man weniger an einer Aufklärung der Sachverhalte interessiert ist, als vielmehr an der Installation bestimmter Dogmen – aber das ist ja schon wieder eine Verschwörungstheorie…
Was bleibt mir als Zusammenfassung zu sagen? Als Mediennutzer darf ich den mir vorgesetzten „Informationsbrei“ nie unkritisch essen, sondern sollte auf die Inhaltsangabe schauen!

Beitragsbild: Wikimedia Commons; CC BY 2.0