Ziel: Arbeitszeitflexiblisierung

KTM: Großindustrieller „spendet“ für Sebastian Kurz

By GuentherZ (Own work) [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Sebastian Kurz darf sich über einen ersten Großspender freuen: KTM-Chef Stefan Pierer hat der ÖVP nämlich 436.563 Euro gespendet. Er ist Vizepräsident der oberösterreichischen Industriellenvereinigung und soll ein Vermögen von 860 Millionen Euro besitzen.

Die KTM AG ist seit 2012 der größte Motorradhersteller Europas und gilt als Weltmarktführer im Bereich Geländesport-Motorräder. Stefan Pierer ist Vorstandsvorsitzender und ist wahrscheinlich nur der erste Großindustrielle, der für die ÖVP spenden wird. Er tritt unter anderem für eine „Arbeitszeit-Flexiblisierung“ ein.

2009: ÖVP-Landesregierung übernimmt Millionenhaftung

„Die Spendenbegeisterung zeigt mir, dass die neue Art der Politik, für die Sebastian Kurz steht, große Unterstützung findet“, sagte ÖVP-Generalsekretärin Elisabeth Köstinger zur Spende. Doch ein Ereignis aus dem Jahr 2009 wirft einen riesigen Schatten auf die Zahlung.

2009 verloren die Banken nämlich das Vertrauen in KTM und verlangten nach einer zusätzlichen Sicherheit. Und die damalige ÖVP-Landesregierung stellte die notwendige Ausfallshaftung und stellten 33,6 Millionen Euro Steuergeld zur Verfügung.

KTM mit ÖVP verwoben

Doch Pierer ist gut mit der ÖVP vernetzt: Wie Profil berichtet, übernahmen Anfang der neunziger Jahre Pierer und Knünz den heruntergewirtschafteten Motorradbauer KTM von einer Gruppe um den Industriellen und Ex-ÖVP-Parteiobmann Josef Taus. Er war außerdem Mitglied des so genannten Management-Clubs, der den ÖVP-Vizekanzler Josef Pröll als engster Beraterkreis in Wirtschaftsfragen diente.

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