Furchtbarer Verdacht:

V-Mann soll Amri zu Terroranschlag angestiftet haben

Bild: flickr; Andreas Trojak - Terroranschlag-Berlin-Breitscheidplatz-2016 (7) (CC BY 2.0)

Die Berliner Morgenpost und der RBB verdächtigen einen V-Mann des Landeskriminalamtes, Amis Amri zum Anschlag am Berliner Breitscheidplatz angestiftet zu haben. Ein ähnlicher Fall sorgt derzeit in Frankreich für Wirbel.

Konkret geht um einen V-Mann, der vom Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen unter dem Namen „Vertrauensperson 01“ geführt wird. Diese versorgte die Behörden nicht nur mit Informationen über Islamisten, sondern soll auch zu Terroranschlägen angestachelt haben.

Aussage belastet V-Mann

Die belastenden Aussagen stammen von mehreren Strafverteidigern sowie einem früheren Anhänger der Islamistengruppe um den irakischen Prediger „Abu Walaa“. Auch ein interner Behördenbericht soll den Verdacht erhärten, dass die „Vertrauensperson 01“ auch Anis Amri, den Terroristen vom Berliner Breitscheidplatz, bestärkt haben könnte. Zwischen den Beiden soll ein intensiver Kontakt bestanden haben.

Ein Aktenvermerk im Bericht bezeugt, dass der V-Mann „nach einem zuverlässigen Mann für einen Anschlag mit einem Lkw“ gesucht habe. Dies könnte bedeuten, dass der V-Mann den Terroristen Amri in seinem grauenvollen Plan bestärkte. „Es stellt sich also die Frage, ob VP-01 auf Anis Amri eingewirkt hat, und er erst dadurch zu dem Entschluss gekommen sein könnte, einen Anschlag zu begehen“, zitiert die Berliner Morgenpost den Rechtsanwalt Aydin.

Französischer V-Mann besorgte Waffen

Ein ähnlicher Fall sorgt derzeit in Frankreich für Wirbel. Der V-Mann Claude Hermant wurde zu sieben Jahren Haft und 30.000 Euro Bußgeld verurteilt. Er betrieb einen illegalen Waffenhandel und verkaufte mehr als 500 Waffen. Sechs davon verkaufte er 2015 dem Islamisten Amedy Coulibaly, der später einen Terroranschlag in Paris ausführte. Dabei starben eine Polizisten und vier Supermarktbesucher. Die Polizei bestätigte, dass Hermant für sie als Spitzen tätig war, beteuerte allerdings, dass der illegale Verkauft von Schusswaffen kein Teil der Zusammenarbeit war.

Abowerbung, Ausgabe 32