Lifeline: Selbst der Vatikan erklärt sich bei Flüchtlingsschiff für unzuständig

Bild: Papst: Casa Rosada (Argentina Presidency of the Nation) [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons; Hintergrund: By Diliff [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], from Wikimedia Commons;

Die Flüchtlings-NGO dachte, es sei ein besonders kluger Schachzug, ihr seit mehreren Wochen von Malta beschlagnahmtes und flaggenloses Schiff, die Lifeline, im Vatikan registrieren zu lassen. Damit lag sie weit daneben.

von Alexander Schleyer

Tatsächlich verfügt das päpstliche Land über ein Schiffsregister. Am 15. September 1951 erließ die Päpstliche Kommission für den Staat der Vatikanstadt ein „Dekret über die Seeschifffahrt unter der Flagge des Vatikanstaats“. Es legt fest, dass das kleine Land des Papstes ein eigenes Schiffsregister führt, um ungehindert über die Weltmeere kreuzen zu können. Eingerichtet wurde es zu humanitären Zwecken. Genutzt wurde es nie.


Eigener Kaplan müsste mitfahren

Als Besonderheit muss ein Schiffskaplan an Bord sein, der dem Rang nach direkt hinter dem Kapitän steht. So ein Schiff gilt rechtlich als Territorium des Vatikanstaats.

Vatikan ist für „Lifeline“ nicht zuständig

Der Geschäftsträger der päpstlichen Nuntiatur in Deutschland, Prälat Dr. Mitja Leskovar, antwortete an die Organisation in einem vorliegenden Schreiben. Der Bitte um Registrierung kann nicht nachgekommen werden, da das „Schiff keine tatsächliche Beziehung zum Vatikanstaat hat und dieser die eigene Zuständigkeit über das Schiff nicht ausüben kann; der Vatikanstaat kann zudem nicht die Immunität von Besatzung und Passagieren gewährleisten.“

Schlecht gelaufen, für die Lifeline.

Über den Autor:

Alexander Schleyer, geboren in Bonn, diente zunächst als Marinesoldat und fuhr im Anschluss auf Handelsschiffen zur See. Studium der Germanistik und Geographie in Bonn und Wien, lebt als Autor und Flaneur meist in Wien. In seinem Buch „Defend Europe. Eine Aktion An Der Grenze“ erzählt Schleyer über seine Erlebnisse mit der Identitären Bewegung im Mittelmeer, an der er als 1. Offizier teilnahm.

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