Militär: Schwarze und Rote teilten sich den Kuchen!

Bild: Mario Kunasek: © Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS; Hintergrund: By Mick7402 [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons; Bildkomposition: Info-DIREKT;

Josef Paul Puntigam, Brigadier i. R., über das Geschrei um die Parteizugehörigkeit hoher und höchster Bundesheerangehöriger.

Unter der Schlagzeile „Blauhelme“ regte sich die Wiener Wochenzeitung „Falter“ Anfang August über die mutmaßliche Parteizugehörigkeit von Offizieren und Beamten im Verteidigungsministerium auf. Dabei dürfte die „Falter“-Redaktion etwas verschlafen oder schlecht recherchiert haben.

Alles wurde nach „Parteifreundlichkeit“ besetzt

Als ich 1965 zum Bundesheer einrückte, war in Kasernen parteipolitische Betätigung strengstens untersagt. Wir Rekruten wussten nicht, wer von unseren Vorgesetzten zu welcher Partei gehören könnte. Natürlich erfuhren wir, dass mit der Aufstellung der B-Gendarmerie und weiter des Bundesheeres ein Proporzsystem schlagend geworden war, nach dem für jeden Schwarzen auch ein Roter zu folgen hatte.

1967 führte ÖVP-Verteidigungsminister Georg Prader die „Personalvertretung“ im Bundesheer ein. Schwarze und Rote teilten sich den Kuchen. Nun wurde es ungemütlich, da junge Unteroffiziere gedrängt wurden, dieser oder jener Partei beizutreten. Schön langsam umgaben sich alle Minister — egal welchem Couleurs — mit ihren Parteifreunden in Uniform. Bis hinunter auf die Kompanieebene wurde alles nach „Parteifreundlichkeit“ besetzt!

Dank an die SPÖ

Als General Entacher 2007 mit der Führung der Landstreitkräfte betraut wurde, bedankte er sich in aller Öffentlichkeit für die Unterstützung zweier hochrangiger SPÖ-Politiker. Und als der derzeitige Kommandant der Landstreitkräfte, General Reiszner, inthronisiert wurde, hatte er Barbara Prammer und Heinisch-Hosek (beide SPÖ) als Ehrengäste im Schlepptau. Es gäbe noch einige Dutzend solcher Beispiele

Politische Sippenhaftung

Die FPÖ-nahen Offiziere und Unteroffiziere hatten die berühmten „sieben mageren Jahre“. Sie wurden selbst bei bester Qualifikation immer wieder hinten eingereiht. Umgekehrt denke ich an die Bestellung diverser Militärkommandanten — denen als Anstellungserfordernis ihre Parteizugehörigkeit zur SPÖ kein wirkliches Hindernis war. Weder unter Minister Darabos noch unter Minister Klug (beide SPÖ). Warum darf das für das Kabinett Kunasek (FPÖ) nicht gelten? Warum schrie der „Falter“ nicht schon früher auf! Warum erst jetzt? Vielleicht, weil es jetzt FPÖ- nahe Militärpersonen sind? Das grenzt an politische Sippenhaftung.

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Als Insider kann ich die Parteizugehörigkeit aller ranghohen Militärpersonen mit höchster Treffsicherheit aufzählen. Ich muss nur wissen, welcher Partei der Minister zugehörte – dann weiß ich auch, welcher Partei die Nachgeordneten zuzurechnen sind. Warum soll gerade jetzt eine Parteinähe oder Parteimitgliedschaft ein Nachteil sein — war es ja in den letzten 53 Jahren auch nicht!

Den ganzen Gastbeitrag von Josef Paul Puntigam und wie er über die neue Bundesheerführung und die vom „Falter“ genannten Personen denkt, lesen Sie im aktuellen Info-DIREKT-PrintmagazinSie können es österreichweit überall erwerben, wo es Zeitschriften gibt – oder für 33€ im Jahr hier abonnieren