Info-DIREKT-Interview mit Sven Knoll, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit

Sven Knoll: „Wir werden weiterhin den Weg der Unabhängigkeit gehen!“

Sven Knoll, Landtagsabgeordneter der "Süd-Tiroler Freiheit"
Sven Knoll, Landtagsabgeordneter der "Süd-Tiroler Freiheit"; Bild: "Süd-Tiroler Freiheit", Bildbearbeitung: Info-DIREKT

21. Oktober fanden in Südtirol Landtagswahlen statt. Während die Südtiroler Volkspartei (SVP) und „Die Freiheitlichen“ starke Verluste verzeichnen mussten, konnte die „Süd-Tiroler Freiheit“, mit sechs Prozent Stimmenanteil, zumindest Ihre zwei Landtagsmandate halten. Info-DIREKT hat Sven Knoll (Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit) um seine Einschätzungen dazu gebeten: 

1.  Darf man Ihnen und Ihrer Partei zum Wahlergebnis gratulieren, oder sind sie enttäuscht, dass sie keinen Zuwachs verzeichnen konnten?

Wer zu Wahlen antritt, möchte auch an Stimmen und Mandaten zulegen, insofern hätten wir uns natürlich einen Zuwachs gewünscht. Die Süd-Tiroler Freiheit konnte sich im Vergleich zu anderen Parteien aber relativ stabil halten. In Süd-Tirol hängt die Mandatsverteilung auch vom Wahlverhalten der Italiener ab. 2013 sind wesentlich weniger Italiener zur Wahl gegangen als 2018, sodass diesmal drei Landtagsmandate mehr an italienische Parteien vergeben wurden, die somit den deutschsprachigen Parteien fehlen. Die Süd-Tiroler Freiheit wird sich aber auch weiterhin mit vollem Einsatz für ihre Ziele einsetzen.

2. Die SVP hat nun die dritte Wahl in Folge verloren. Mit wem wird Landeshauptmann Kompatscher, nach ihrer Einschätzung, eine Regierungskoaltion bilden?

Die Koalitionsverhandlungen haben noch nicht begonnen und werden sich schwierig gestalten, da sowohl eine Koalition mit der Lega als auch mit den Grünen (wo es dann einen dritten Partner bräuchte) problematisch ist. Laut Autonomiestatut braucht es eine Vertretung der Italiener in der Landesregierung. Am wahrscheinlichsten erscheint derzeit daher eine Koalition mit der Lega.

Info-DIREKT-Printmagazin, Ausgabe 22
Info-DIREKT-Printmagazin, Ausgabe 22

3. Die Partei des italienischen Innenminsiter Matteo Salvini wurde in Südtirol nun zur zweitstärksten Kraft. In welchen Bereichen können Sie sich eine Zusammenarbeit mit dieser italienischen, patriotischen Partei und der zweiten deutschen patriotischen Partei, „Die Freiheitlichen“, vorstellen?

Die Süd-Tiroler Freiheit hat auch bisher schon mit anderen Parteien zusammengearbeitet, wenn es um die Vertretung gemeinsamer Interessen ging. Die Lega in Süd-Tirol vertritt bisher leider sehr nationalistische Positionen und hat sich beispielsweise strikt gegen die Wiedererlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft für die Süd-Tiroler ausgesprochen. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Politik der Lega in Süd-Tirol entwickelt.

4. Was bedeutet dieses Wahlergebnis für die Zukunft Südtirols?

Das Wahlergebnis hat zwar nicht den erhofften Aufschwung der patriotischen Kräfte in Süd-Tirol gebracht, ist aber dennoch ein klarer Wahlauftrag. Die Süd-Tiroler Freiheit ist ihren politischen Überzeugungen stets treu geblieben und wird auch weiterhin den Weg der Unabhängigkeit gehen. Die Geschichte zeigt, dass es immer wieder Zeitfenster gibt, in denen sich neue Möglichkeiten eröffnen. Darauf muss man aber vorbereitet sein.

Hier ein Kommentar von Martin Pfeiffer zum Wahlergebnis in Südtirol. Wenn Sie sich für „Südtirol“ interessieren, sollten Sie unbedingt das aktuelle Magazin Info-DIREKT mit dem Schwerpunkt „Herzenssache Südtirol – Heimatliebe endet nicht am Brenner“ lesen.

Info-DIREKT: Herzenssache Südtirol