Patrioten zeigen Intoleranz bei Gay-Pride auf

Bildcollage: Info-DIREKT; Hauptbild: patrioten-in-bewegung.info

Am Samstag deklarierten einige Patrioten während der laufenden „Vienna Pride“-Veranstaltung am Rathausplatz, dass sie eine andere Meinung als der Mainstream vertreten, was beispielsweise Homosexualität und „Buntheit“ betrifft. Die Stadtregierung bewies im Anschluss, dass Vielfalt, Offenheit, Solidarität nur für sie selbst gilt – Andersdenkende sind nicht erwünscht, da endet die Toleranz dann rasch. 

Von Michael Mayrhofer

Patriotische Aktivisten haben die riesige Videowall erklettert und von oben ein Plakat mit der Aufschrift „#NO_PRIDEMONTH“ entrollt. Außerdem warfen sie Flugblätter in die Menge. Auf der Homepage „Patrioten in Bewegung“ wird die Aktion erklärt – außerdem gibt es dort ein Video davon zu sehen. Die Aktivisten schreiben:


„Die Stadt Wien verschwendet jährlich Millionen an Steuergeld, um sich als „Regenbogenhauptstadt“ zu inszenieren. Es gibt kein Entkommen vor ihrer Propaganda. Sie richtet sich gegen die geschlechtliche Identität und die kleinste Zelle der Nation: die Familie. Die Agenda beginnt mit „Prideparaden“ und endet mit„Transkindern“. Die „Cancel-Culture“, die auch Marko Arnautovic am eigenen Leib erfahren musste, macht aus dem „Pridemonth“ eine totalitäre Zivilreligion.

So spektakulär die Aktion auch war – im Nachhinein zeigte sich, dass es um der Toleranz der Toleranten nicht so gut bestellt ist. Andere Meinungen sind nämlich nur dann erwünscht, wenn sie die eigene Meinung unterstützen. So reagierte die Rot-Rosa Stadtpolitik in einer Aussendung mit „Fassungslosigkeit“. Es ist wohl auch bezeichnend, wenn einen das Recht auf freie Meinungsäußerung in einer Demokratie „fassungslos“ macht. Und natürlich droht man mit maximaler Staatsgewalt – während man beispielsweise die Extremisten von Extincion Rebellion seit Monaten ohne wesentliche Sanktionen immer wieder gewähren lässt:

Man werde mit Vehemenz gegen jene Personen, die hinter der Aktion stehen, vorgehen: „Wir prüfen rechtliche Schritte gegen die Urheber dieser absolut unpassenden Aktion.

Ein kleiner Erfolg ist in der Wortwahl der Presseaussendung zu sehen, die ausnahmsweise nicht von Terroristen, Rechtsextremisten oder Neonazis spricht sondern korrekte Begriffe wie „Aktionismus“ und „Aktivisten“ benutzt.

Das Flugblatt der Aktivisten beinhaltete eine Reihe knallharter Ansagen, an die man in Zeiten der „Cancel-Culture“ und Political Correctness nicht mehr gewohnt ist.

Entlarvend ist auch, welche Müllberge die Feiernden wieder einmal hinterlassen haben, wie Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp auf seiner Homepage aufzeigt. Das zeigt auch ganz deutlich, mit welcher Geisteshaltung man es bei den vermeintlich „Guten“, „Toleranten“ und „Bunten“ zu tun hat.

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