Das hätte sich der ORF nie getraut: Ein Identitärer bei ServusTV

Ein grüner Ex-Bundesrat, ein Identitärer und ein mutiger Moderator. Natürlich keine Belangsendung des ORF. (Screenshot: servustv.com)

Gastkommentar von Stefan Magnet

Mit dieser Sendung reißt der private Fernsehsender ServusTV ein Loch in den „Cordon sanitaire“ der Mainstream-Medien. Vom Establishment als „Rechtsextreme“ diffamierte Personen dürfen zur besten Sendezeit im Hauptabendprogramm diskutieren und ihre Standpunkte artikulieren. Die Angst-Hysteriker des Systems befürchten völlig richtig: Wenn einmal die systematische Ausgrenzung durchbrochen ist, brechen die Dämme.

Soll man mit Oppositionellen, Andersdenken, Querdenkern überhaupt sprechen dürfen? Sollen solche Leute, gemeinhin vom Mainstream oft als „Rechtsextreme“ gebrandmarkte Personen, sich überhaupt versammeln dürfen, ihr Recht auf Meinungsfreiheit in Anspruch nehmen dürfen? Diese Fragen sind aktueller denn je. Egal ob es um Protest- und Aktionsformen der Identitären geht, wo Aktionismus nur der politisch Linken zugestanden wird – wenn es nach dem Establishment geht, welches diese Leute füttert und schützt. Ob es um Versammlungsfreiheit geht, wenn sich ein Kongress namens „Verteidiger Europas“ in Linz versammeln möchte und selbsternannte Moralapostel dagegen Sturm laufen und irrste Hassphantasien verbreiten. Oder ob es darum geht, ob man einen Bundespräsidentschaftskandidaten „wählen darf“, der von der bösen und verteufelten FPÖ gestellt wird.

ServusTV traut sich

Der von RedBull-Gründer Dietrich Mateschitz betriebene Privat TV-Sender ServusTV traut sich als erstes Medium europaweit einen sogenannten „Identitären“ ins Hauptabendprogramm einzuladen. Martin Sellner, führender Kopf der deutschsprachigen Identitären, sollte mit Experten zum Thema „radikale Muslime“ diskutierten dürfen – doch die Mit-Diskutanten sprangen ab und scheuten die Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Kenan Dogan Güngör, der Verfasser einer aktuelle Islam-Studie in Wien, begründete seine Absage mit den üblichen Phrasen. Auf Facebook schreibt er wehleidig: „Eine vernünftige, kontroverse Diskussion die wir unbedingt brauchen, sieht anders aus. Von daher werde
ich auf meine Teilnahme heute verzichten.“ Es werden Wetten angenommen: Eine Bühne für seine „kontroverse Diskussion“ wird er demnächst bekommen, und zwar im ORF, wo er dann mit handverlesenen „Experten“ von Rot und Grün im Hamsterrad diskutieren darf, ohne die brennende Gefahr, dass sich falsche Fragen und Denkansätze in die Runde der Auserwählten einschleichen.

ServusTV, mit seinem mutigen Moderator Michael Fleischhacker, lässt sich vom Shitstorm der Medienkollegen aber nicht einschüchtern. In einer Stellungnahme, warum ServusTV auch „Rechtsextreme“ einlädt, kontert Fleischhacker dem gleichgeschalteten Mainstream: „Soll man Menschen mit extremen Standpunkten diskursiv erst dann begegnen, wenn sie ins Proporzmuster des öffentlich-rechtlichen Rundfunks passen?“

Presseförderung stoppen?

Der Aufschrei der Medien-Schickeria war absehbar, und die Marketing-Profis von ServusTV haben dies auch ganz klug miteinkalkuliert. Allein, dass sie es dann tatsächlich bis zum Sendestart durchgestanden haben, verdient absoluten Respekt! Und wird ihnen weitere Zuseher bringen. Das hätte sich nämlich der politisch verbandelte, zur Objektivität verpflichtete ORF nie getraut.

Jene, die „den Rechten keine Bühne“ geben wollen, haben sich am gestrigen Tag wieder einmal demaskiert und man sollte sich das gut merken – wenn diese Herrschaften wieder von Toleranz schwafeln …

Eine Janine Wulz, grüne Studentenpolitikern in Wien, die selbst gern mit dem gewaltbereiten schwarzen Block der Antifa mitmarschiert und sozusagen eine grüne „Fördergelder-Expertin“ ist, fragt sich auf Twitter, ob ServusTV öffentliche Fördergelder erhält. Wenn diese Frage von einer grünen Politikerin kommt, könnte das natürlich für den gelernten Polit-Beobachter wie eine gefährliche Drohung klingen, kann schließlich in einem System gleichgeschalteter Massenmedien nicht sein, dass ein vom Establishment gefördertes Medium auch einmal eine kontroverse Diskussion zulässt. Bei einer Zensur von ServusTV soll es laut Karin Stanger von der ÖH-Wien nicht bleiben. Es wäre, twittert sie, eine Frechheit, dass ServusTV einen „Neo-Nazi einladen“ würde – so etwas dürfe es nie wieder geben: „Die österreichischen Medien sollten sich generell mal Gedanken machen, wie man mit Rechtsextremen medial umgeht!“

Auch von Salzburger Journalisten-Kollegen gibt es moralische Schelte. Karin Portenkirchner von den „Salzburger Nachrichten“ ätzt etwa stilsicher: „Wo sind die eigentlich an´grennt bei ServusTV???? #wtf“ (Erklärung für Nicht-Intellektuelle und Nicht-Journalisten: wtf steht für „What the fuck“)

portenkirch

Wo die an´grennt sind? Na an der Realität, Frau Redakteurin! Denn in der Realität lassen sich die Stimmen von Millionen nicht mehr einfach ignorieren, nur weil in den abgehobenen Schreibstuben der Mainstream-Medien so getan wird, als würde man sie nicht hören.

Was jetzt passieren wird

ServusTV wird von der Medien-Schickeria weiter ausgegrenzt werden, was aber mittelfristig für den Sender eine große Chance ist, denn den Mainstream-Medien laufen die Leser davon, weil sie an Glaubwürdigkeit einbüßen. Und das tagtäglich. Hunderttausende Leser orientieren sich um und suchen neue Informationsmöglichkeiten, vor allem im Internet. Bieten sich bei Zeitungen oder Fernsehkanälen neue Möglichkeiten, wo das Vertrauen der Nutzer wiedergewonnen werden kann, könnte es sogar sein, dass die sogenannten „alten“ Medien wieder gekauft, gelesen und gesehen werden.

Die genannte Diskussion auf ServusTV können Sie hier ansehen: http://www.servustv.com/at/Medien/Talk-im-Hangar-7147
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Stefan Magnet ist Werbeunternehmer und freier Journalist.
stefan.magnet@medienlogistik.at