„Historischer Tag“ in Niederösterreich

Mikl-Leitner folgt Pröll als Landeshauptmann

By Österreichische Außenministerium [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Johanna Mikl-Leitner wird voraussichtlich als erste Frau Landeshauptmann von Niederösterreich werden. Der ÖVP-Landesvorstand hat die ehemalige Innenministerin zur Nachfolgerin von Erwin Pröll nominiert. Dieser wiederum sprach bei der Pressekonferenz von einem „zweifelsohne historischen Tag“.

Die Überraschung war groß, als LH Erwin Pröll am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz seinen Rücktritt erklärte. Beim Landesparteitag im März werde er als Landeshauptmann abtreten, gab der einflussreiche ÖVP-Politiker bekannt. Nur einen Tag später präsentierte die Landespartei  auch schon die Nachfolgerin: Johanna Mikl-Leitner wird den schwarzen Landesfürsten beerben.

Pröll: „Historischer Tag

Bei der Pressekonferenz nach der Vorstandssitzung sprach Pröll von einem „zweifelsohne historischem Tag“. Er sei  „sehr froh“ über den einstimmigen Beschluss des Vorstands. Zudem sei er „überzeugt davon“, dass  „mit dieser Persönlichkeit“ nicht nur die Landes-ÖVP, sondern auch Niederösterreich  „gut fahren“ werde, betonte der scheidende Landeshauptmann. Außerdem lobte er Mikl-Leitners Arbeit als Innenministerin während der Asylkrise. Sie habe in der Flüchtlingskrise „enorme Führungsqualitäten“ bewiesen, so die Einschätzung Prölls.

Erste Frau an der Spitze Niederösterreichs

Die Wahl des Landesparteivorstandes kam wenig überraschend. Erst vor einem Jahr hatte Pröll seine politische Ziehtochter zurück nach Niederösterreich geholt und zu seiner Stellvertreterin gemacht. Nach dem Abgang Prölls wird Mikl-Leitner damit zur ersten Frau an der Spitze des Landes. Die Wahl zur Parteichefin findet am 25. März beim Landesparteitag statt. Einen Monat später wird Mikl-Leitner im Landtag schließlich zum Landeshauptmann gewählt.

Kann Mikl-Leitner die Absolute verteidigen?

Ob sie in die Fußstapfen ihres Vorgängers treten kann, wird sich spätestens bei den Landtagswahlen 2018 zeigen. Die Messlatte liegt immerhin bei 50,8 Prozent, die die ÖVP unter Pröll bei den letzten Wahlen in Niederösterreich holen konnte. Es war zugleich auch das mit Abstand beste Ergebnis der ÖVP bei Landtagswahlen. Da die Regierungsparteien bundesweit stetig Wählerstimmen verlieren, wäre das Verteidigen der absoluten Mehrheit somit ein außergewöhnlicher Erfolg. Immerhin ist die ÖVP in allen Bundesländern bis auf Kärnten und Niederösterreich auf ihr historisch schlechtestes Ergebnis eingebrochen.

Abowerbung, Ausgabe 32