Nur durch Glück aufgeflogen

Muslima täuschte „rassistischen Angriff“ vor

Kopftuch
Bildquelle: flickr; Metropolica.com - Kopftuch Muslima - CC BY-SA 2.0

Aufregung im Netz um einen vermeintlichen rassistischen Angriff auf eine Muslima. Sie behauptete, eine Frau hätte sie als „Terroristin“ beschimpft und anschließend auf die Gleise gestoßen. Eine Videoaufzeichnung entlarvt das Mädchen nun als Lügnerin.

Die 14-jährige Muslima selbst gab bei der Polizei an, in der S-Bahn-Station Krottenbachstraße in Wien-Döbling von einer unbekannten Frau unter anderem als „Terroristin“ beschimpft und anschließend auch körperlich attackiert worden zu sein. Im Zuge dieser Attacke sei sie auf den Gleisen gelandet und von einem Zeugen in letzter Sekunde gerettet worden, bevor der nächste Zug einfuhr. Laut einem Polizeisprecher sei das Mädchen im Spital gewesen und ihre Eltern hätten Anzeige wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung erstattet.

Empörung im Netz: Kopftuch-Debatte schuld?

Im Netz sorgte der Fall augenblicklich für Empörung. Auf Facebook postete eine Seite, die „Rassistische Übergriffe und Diskriminierung in Österreich“ dokumentieren will, den Vorfall und behauptete prompt: „Wer als Integrationsminister das Kopftuch als ein Öffentliches Problem darstellt, darf sich über die zunehmenden Gewalttaten nicht wundern!“.

Videoaufzeichnung: Alles nur erfunden

Allerdings lässt eine Videoaufzeichnung nun Zweifel an der Geschichte des Mädchens aufkommen. Laut Polizei sieht man auf den ausgewerteten Videoaufnahmen lediglich die Beschuldigte und das vermeintliche Opfer, wie sie ohne jegliche Vorfälle in den Zug einstiegen. Nun wird ermittelt, aus welchem Motiv das Mädchen gehandelt hat. Eine Klage wegen Verleumdung ist nicht auszuschließen.

Rechtsextreme Straftat

In der Statistik dürfte der Fall trotzdem als „rechtsextreme Straftat“ aufscheinen. Im Zuge des Wahlkampfes 2016 wurde bekannt, welchen Effekt solche Anzeigen auf die Kriminalstatistik haben. Denn etwa aufgesprühte Hakenkreuze auf Wahlplakaten zählen für die Statistik als „rechtsextrem motivierte Delikte“, wie die Polizei gegenüber der Kleinen Zeitung bestätigte: „Es wird nach dem Verbotsgesetz vorgegangen“ – und zwar auch dann, wenn anzunehmen ist, dass eher linke Kreise am Werk waren.

Wie hoch der Anteil von erfundenen Taten in der Statistik ist, lässt sich leider nicht herausfinden. Die statistische Zunahme „rechtsextremer Delikte“ ist jedenfalls mit Vorsicht zu genießen – was echte Delikte dieser Art freilich nicht besser macht.

Abowerbung, Ausgabe 32