Feministin: Vergewaltigungsopfer sind „Erlebende“

Symbolbild (pixabay.com)

Die Autorin, Kulturwissenschaftlerin und Feministin Mithu Sanyal will einen Begriff mit „höchstmöglicher Wertungsfreiheit“: Aus Vergewaltigungsopfern sollen „Erlebende“ werden.

Die bekannte Autorin Mithu Sanyal spricht im Beitrag für die deutsche TAZ von einem „Opferdiskurs“ und stellt in Frage, dass die überwiegende Mehrzahl von Vergewaltigungsopfern Frauen sind. In Deutschland ist die Statistik jedoch eindeutig: Es gab im Jahr 2015 7.095 angezeigte Vergewaltigungen, davon waren 6.732 weibliche Opfer.

Aus Opfern sollen „Erlebende“ werden

Im Beitrag schreibt sie: „Opfer ist keineswegs ein wertfreier Begriff, sondern bringt eine ganze Busladung von Vorstellungen mit. Wie die, dass Opfer wehrlos, passiv und ausgeliefert sind – und zwar komplett.“ Ganz praktisch nebenbei: wo keine Opfer, gibt es auch keine Täter.


Ihre Lösung: Vergewaltigungsopfer sollen sich nicht länger Opfer nennen, sondern „Erlebende“. Denn „das Wort Erlebende trifft noch keine Aussagen über Motivation und Rollenverteilungen. Klassische Binaritäten wie aktiv/passiv werden aufgebrochen.“

Bei diversen Gruppen für Vergewaltigungsopfer sorgt der Beitrag für Kopfschütteln und Empörung. Sie haben einen offenen Brief geschrieben. Tenor: „Von Erlebenden zu sprechen, bedeutet, die Tat selbst euphemistisch zum Erlebnis umzudeuten, ähnlich einem Konzertbesuch oder einem Urlaub.“

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