Fleischhacker sieht Vorteile für alternative Medien

NZZ-Analyse: Globalisten gegen Nationalisten

Bannon Protests
By Kenneth Lu from San Francisco, CA [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Es tobt ein Krieg um die Deutungshoheit in den USA und in Europa. Dabei geht es um eine grundsätzliche Richtungsentscheidung. Der österreichische Journalist Michael Fleischhacker analysiert in einem aktuellen Kommentar in der NZZ (Neuen Zürcher Zeitung) die Fronten in dieser Auseinandersetzung.

Fake News, Hasspostings, Populismus. Dass es ausgerechnet jetzt zu einem Kampf um die Deutungshoheit komme, sei kein Zufall. In einem Kommentar in der NZZ analysiert Michael Fleischhacker die Lage erfrischend klar. Fleischhacker ist ehemaliger Chefredakteur der Zeitung „Die Presse“ und der „NZZ“ Österreich, jetzt ist er Moderator der Diskussionssendung „Talk im Hangar-7“ bei ServusTV und Autor bei der NZZ.

Aufschwung für „alternative Medien“ nicht überraschend

Für Fleischhacker sei es nicht verwunderlich, dass das Vertrauen in etablierte Politik und Medien sinken würde. Bei allen Problemen, beispielsweise in der EU, würde das Establishment keine sinnvollen Lösungen anbieten können. Politik und Medien würden seit zwanzig Jahren erklären, „dass die einzig angemessene Reaktion auf das Versagen der europäischen Institutionen – vom Jugoslawien-Krieg bis zur Flüchtlingskrise – die Stärkung dieser Institutionen ist.“

„Bewusste Unterdrückung“ von Ausländer-Verbrechen im Mainstream

Fleischhacker gibt den Mainstream-Medien zumindest Mitschuld an der aktuellen Entwicklung: „Wer sich darüber wundert und empört, wie schnell sich unbestätigte Falschmeldungen über Verbrechen, die angeblich von Asylwerbern begangen wurden, im Netz als Tatsachen verbreiten, sollte wissen, dass es das Phänomen ohne die langjährige bewusste Unterdrückung solcher Nachrichten (mag sein, aus respektablen Motiven) und die von Politik und Medien unisono vertretene Position, dass es ein Problem mit Zuwanderern nur in der Phantasie von für populistische Parolen anfälligen Abgehängten gibt, nicht gäbe.“

Frohe Botschaft: Globalisten dürften unterliegen

Im Gegensatz zu vielen journalistischen Kommentatoren verliert sich Michael Fleischhacker nicht in kleinliche Details und versucht den großen Konflikt in der westlichen Welt zu erkennen. In diesem Zusammenhang spricht er von einem globalen Kampf: „Was wir erleben, ist ein zugespitzter, doppelter Kampf um die Deutungshoheit: der zwischen den etablierten professionellen Medien und den Selfmade-Medien von Politikern und Aktivisten. Und der zwischen Globalisten und Nationalisten. Die Globalisten setzen tendenziell auf die etablierten Medien, die Nationalisten auf die Selfmade-Medien.“

Die Prognose zum Abschluss ist für die alternativen Medien vielversprechend: „Derzeit sieht es nach leichten Vorteilen für die Allianz aus Nationalisten und Selfmade-Medien aus. Man erkennt das daran, dass die in der schlechteren Position befindlichen Gegner bereitwillig die Pose des Opfers einnehmen.“ Tatsächlich aktiviert das System derzeit alle erdenklich möglichen Abwehrmechanismen, erfindet neue Gesetze, installiert neue Staatsanwälte gegen „Hasskriminalität“ und lässt Google Medien zensieren.

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