ORF beschenkt sich selbst mit Preis für Flüchtlingsdoku

By SPÖ Presse und Kommunikation (Frühjahrstagung 2016) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Am Donnerstag wurde erstmals der Franz-Grabner-Preis im Rahmen der „Diagonale“ vergeben. Der vom ORF mitgestiftete Preis ging auch gleich direkt an eine ORF-Doku.

Beim diesjährigen Filmfestival der Diagonale in Graz wurde zum ersten Mal der Franz-Grabner-Preis  für Dokumentarfilme vergeben. Die 5.000 Euro Preisgeld in der Kategorie „Bester Fernsehdokumentarfilm“ erhielt die ORF-Doku „Flucht in die Freiheit“ von Andreas Pfeifer und Andreas Novak.

ORF-Doku erhält Preis

„Flucht in die Freiheit“ ist eine Dokumentation der ORF-Reihe „Menschen & Mächte“ und berichtet über die Flüchtlingssituation anlässlich des Ungarnaufstands 1956.


Der Film führe auf drei Ebenen von der historischen Aufarbeitung der Ereignisse und Beweggründe des Aufstands über den Abbau des Eisernen Vorhangs bis zur Abschottungspolitik der Gegenwart, heißt es in einer ORF-Aussendung zur Doku.

„In einer Zeit der brutalen Abschottung, einer fragwürdigen, sogenannten ‚Grenzsicherung’ und populistischer Rhetorik ist dieser Fernsehfilm ein Statement gegen die Geschichtsvergessenheit, die sich in der aktuellen Diskussion über das Flüchtlingsthema manifestiert“,

begründete die Jury die Vergabe des Franz-Grabner-Preises an die ORF-Doku „Flucht in die Freiheit“ und bringt damit die derzeit laufende Masseneinwanderung nach Europa mit jenen Ungarn in Verbindung, die 1956 wegen des Kommunismus nach Österreich fliehen mussten.

Franz-Grabner-Preis von ORF mitgestiftet

Der neue Filmpreis wird seit heuer im Andenken an den 2015 verstorbenen ORF-Journalisten Franz Grabner verliehen. Ins Leben gerufen wurde der Franz-Grabner-Preis von der Familie Grabner, AAFP, Film Austria, der Diagonale – und vom ORF selbst.

Ziel ist es, „Filmschaffende für ihren im ethischen und moralischen Sinne verantwortungsvollen und glaubwürdigen Umgang mit dem Medium zu prämieren und diesen damit weiter zu fördern“, heißt es in der ORF-Aussendung.

„Der Franz-Grabner-Preis würdigt Dokumentarfilmschaffen
mit hellwacher Grundgesinnung und humanistischer Haltung. Eine
Auszeichnung als Plädoyer für möglichst diverse Blicke auf diese
eine, unsere Welt. Ein Preis, der zurzeit dringlicher ist als je zuvor
und dabei im besten Fall den Zeitgeist kritisch hinterfragt“,

kommentierten die Intendanten der Diagonale, Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber, den neuen Filmpreis.

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