Bei Rettung im Mittelmeer:

Deutsche NGO versuchte Küstenwache bei Rückführung zu behindern

Symbolbild: By Irish Defence Forces [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Bei der Rettung von 350 Migranten im Mittelmeer sind die libysche Küstenwache und die deutsche NGO Sea Watch auf hoher See aneinandergeraten.

Ein Sprecher der libyschen Küstenwache warf der NGO Sea Watch vor, mit ihrem Schiff vorsätzlich einen „Einsatz der Küstenwache gestört zu haben“, heißt es in einem Bericht von „n-tv“.

Sea Watch wollte Migranten selbst aufnehmen

Nach Angaben eines Sprechers habe die Küstenwache in libyschen Hoheitsgewässern 350 Migranten von einem Holzboot retten und zurück nach Libyen bringen wollen. Sea Watch hätte versucht, dies zu verhindern:

„Sie wollten die Flüchtlingen selbst aufnehmen, mit der Begründung, dass Libyen nicht sicher sei“, berichtete der Sprecher Ajub Kassem.

NGO wirft Küstenwache „riskantes Manöver“ vor

Sea Watch warf Libyens Küstenwache im Gegenzug ein riskantes Manöver vor, bei dem es fast zu einem Zusammenprall der beiden Boote kam. Auf Twitter veröffentlichte die NGO ein Video, auf dem zu sehen ist, wie ein Militärschiff ein ziviles Schiff beinahe rammt. „Dieses EU-finanzierte Patrouillenboot der libyschen Marine hat fast unser ziviles Rettungsschiff gerammt“, heißt es in der Bildunterschrift dazu.

Küstenwache unter Beschuss geraten

Laut Angaben des libyschen Sprechers Kassem sei die Küstenwache während des Rettungseinsatzes sogar unter Beschuss von Schleppern geraten. Verletzt wurde allerdings niemand. Die 350 Migranten wurden schließlich zu einem Marinestützpunkt in der libyschen Hauptstadt Tripolis gebracht, heißt es im Bericht von „n-tv“. Viele von ihnen kamen laut Medienangaben aus Marokko und Bangladesch.

NGOs in der Kritik

Derzeit befinden sich insgesamt weit über zehn verschiedene NGOs am Mittelmeer im Einsatz. Mehreren davon wirft die italienische Staatsanwaltschaft vor, mit Schleppern zusammenzuarbeiten und von ihnen finanziert zu werden. Größere Organisationen wie „Ärzte ohne Grenzen“ und „Save the Children“ seien davon nicht betroffen. Dennoch betreiben auch diese NGOs unter dem Deckmantel der „Rettung“ faktische Schlepperei, da sie die in Seenot geratenen Migranten nicht an die meist nahe gelegene libysche Küste, sondern meilenweit auf das europäische Festland nach Italien bringen.