Überwachung bundesweit koordinieren

Über 680 Gefährder: Neue BKA-Einheit soll Islamisten überwachen

Symbolbild: Überwachung /pixabay.com

Als Reaktion auf die steigende Anzahl von islamistischen Gefährdern soll eine neue Einheit im Bundeskriminalamt (BKA) die Überwachung potenzieller Terroristen bundesweit koordinieren.

Wie die deutsche „Welt“ berichtet, befinde sich diese Abteilung derzeit im Aufbau und soll gewaltbereite Islamisten systematisch erfassen und ihre Gefährlichkeit einschätzen. Da weder Polizei noch Verfassungsschutz über genügend Personal verfügen, um potentielle Terroristen dauerhaft zu überwachen, soll die neue BKA-Einheit mit einem Bewertungssystem arbeiten, um das von den Gefährdern ausgehende Sicherheitsrisiko einzuschätzen.

Bundesweites Bewertungsssystem für islamistische Gefährder

In diesem Bewertungssystem werden Gefährder anhand eines Fragebogens erfasst und in einer Risikoskala eingeordnet. Außerdem sollen die BKA-Experten anschließend Handlungsempfehlungen aussprechen und notfalls Telefonüberwachung oder Observation einleiten, heißt es im Bericht der „Welt“ weiter.

680 Gefährder in Deutschland

Laut Bericht gibt es derzeit in Deutschland mehr als 680 islamistische Gefährder, denen jederzeit ein Terroranschlag zugetraut wird. Auch der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016, Anis Amri, wurde von den Behörden als Gefährder eingestuft und beobachtet. Wenige Wochen vor dem Terroranschlag bewertete die zuständige Behörde den Tunesier allerdings nicht mehr als Sicherheitsrisiko – ein fataler Fehler, wie sich später herausstellen sollte.

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