Wenn mich eine Sache wirklich aufregt...

Müller mault über sinnlose Demonstrationen

Hintergrund Antifa-Demo: By Florian Bausch („Rote Flora“ - schwarzer Block) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons /Bildkomposition: Info-DIREKT

Wenn mich eine Sache wirklich aufregt… dann sind das Demonstranten.

Ich weiß, es ist schon etwas abgedroschen. Aber man kann es gar nicht oft genug sagen.
Die Zeiten, in denen Demonstrationen einen Sinn gemacht haben, sind lange vorbei. Es geht um absolut nichts mehr. Man demonstriert ja auch nicht gegen große Ungerechtigkeiten oder „Monarchen“, die ohne Legitimation am Volk vorbei regieren. Ansonsten würden ja jeden Tag 50 Millionen Menschen den deutschen Bundestag belagern. Nein. Es geht ausschließlich um Befindlichkeiten. Man demonstriert gegen Vorgänge, die man blöd oder gemein findet. Zum Beispiel, dass demokratisch gewählte Parteien, die man nicht super findet, die Regierung stellen.

Natürlich hat jeder das Recht zu demonstrieren. Das unterstütze ich und spreche es auch keinem ab. Es stellt sich allerdings die Frage, ob das in der jetzigen Form überhaupt noch etwas bringt.
Ich bin der Meinung, dass Demonstrationen gerade deshalb nichts mehr bewirken, weil sie zu inflationär gebraucht werden. Eine große protestierende Menge wird schlicht nicht mehr wahrgenommen, weil man es gewohnt ist, dass jede Woche irgendwelche ungewaschenen Deppen den Verkehr behindern, weil ihre Lieblings-Eissorte aus dem Sortiment genommen wurde oder weil sie beim FIFA-Spielen verloren haben.

Natürlich kann man schwer beurteilen, welcher Grund eine Demo rechtfertigt. Das sollten sich die Initiatoren aus genannten Gründen überlegen. Denn man hat ja nicht nur Probleme mit der Wahrnehmung, sondern auch mit der Mobilisierung. Muss man doch jede Woche auf eine furchtbar wichtige Kundgebung, ohne die  morgen die Welt untergeht.
In meiner Heimatstadt Linz muss das Bündnis „Linz gegen Rechts“ schon seine Demo gegen die schwarz-blaue Regierung mit dem Protest gegen den örtlichen Burschenschafter-Ball zusammenlegen. Man kann ja schließlich nicht erwarten, dass sich ganz furchtbar überzeugte Gegner der Rechten zweimal im Monat Zeit nehmen müssen, um gegen die unmittelbar bevorstehende Apokalypse zu demonstrieren. Schon gar nicht im Winter. Noch dazu am Wochenende.

Alle Bemühungen sind vergebens. Ob man nun Schüler mit Schulfrei für Demobesuche anlockt oder den linken Bodensatz der Unis mit Bussen (durch Zwangsbeiträge der Studierenden finanziert) gratis herankarrt. Die Teilnehmerzahlen sinken und sinken. Die linken Weltverbesserer können, so scheint es, ihre eigene Klientel nicht mehr genügend mobilisieren, um das Unheil abzuwenden. Möglicherweise gibt es auch immer mehr Anhänger, die doch zu Sinnen kommen.
Jedenfalls macht der heroische Kampf gegen die Mächte des Bösen viel mehr Spaß, wenn man in zwanzigfacher Überzahl ist.
Obwohl sie sich zwischen lächerlich und belustigend bewegen, sind mir Demonstranten einfach lästig.
Ob sie wohl wissen, dass sie durch Polizeieinsätze für Demos gegen Sozialkürzungen genau das Geld verschwenden, das man dafür brauchen könnte? Wir werden es nie erfahren.

Passen Sie auf Ihren Kopf auf!
Müller

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