Müller mault über die Doppelmoral der Abtreibungsbefürworter

Die Scheinheiligkeit in der Debatte um Abtreibung

Abtreibung
Bild: By Voiceboks [CC BY-SA 3.0], from Wikimedia Commons; Logo Müller und Komposition: Info-DIREKT

Wenn Sie ein interessierter Weltbürger sind, dann haben Sie sicherlich gehört, dass die Iren jetzt endlich das fundamental wichtige Recht auf die Abtreibung ihrer Kinder haben. Good for you Ireland!

Es ist schon ein besonders makaberer Witz, dass gerade die, die sich immer für alle einsetzen, dann auch die sind, denen ungeborenes Leben komplett egal ist. Für diesen Menschenschlag gehört von medizinischer Versorgung über Fruchtbarkeitsbehandlungen für Asylsuchende bis zur Thai-Massage alles zu den allgemein gültigen Menschenrechten. Alles außer dem Recht auf Leben…

Das Recht einer Frau, ihr Leben möglichst unkompliziert zu halten, überwiegt einfach das Recht des Kindes, geboren zu werden. So ist das eben. Außer es gibt medizinische Gründe. Dann ist es natürlich verwerflich. Wenn Sie also ein Kind abtreiben wollen, das voraussichtlich die kognitiven Fähigkeiten einer Zucchini haben wird, oder allgemein verschwindend geringe Überlebenschancen hat, dann sind sie eine Mörderin, behindertenfeindlich und allgemein eine böse Nazi-Menschenhasserin. Wenn Sie es aber abtreiben, weil es Ihnen grade nicht in die Lebensplanung passt, dann ist das die heroische Entscheidung einer emanzipierten und modernen Frau. „Dein Körper gehört dir. Zeig’s ihnen Mädel!“ Das ist die absolute Scheinheiligkeit, die mich wirklich zum Kotzen bringt. Es geht hier nur darum, die egoistische Haltung durchzusetzen, dass jeder Mensch nur als Individuum existiert und keine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft oder Anderen hat.

„Mein Körper“ gehört mir! Echt?

„Mein Körper gehört mir.“ Ein starker Kandidat für den dümmsten Satz, der je in diesem Zusammenhang gesagt wurde. Ist es denn „dein“ Körper? Wird denn dein Körper mit einem Pürierstab zerkleinert und abgesaugt? Nein? Tja, dann geht es vermutlich nicht um DEINEN Körper, sondern um den des Kindes. Da könnte ich auch gleich sagen, dass ich meine Kinder bis zur Volljährigkeit umbringen kann. Ich hab sie ja gemacht.

Knapp dahinter aber nur die Nummer zwei: „Abtreibungen werden ohnehin gemacht. Die Illegalität zwingt die Frauen dazu, sich an zwielichtige und unkundige Personen zu wenden und kriminalisiert sie.“ Niemand wird zu irgendetwas gezwungen. Da könnte ich ja auch sagen: „Morde passieren ohnehin. Wenn wir sie legalisieren, werden sie wenigstens von Fachpersonal durchgeführt und die Mörder müssen keine Angst mehr haben ins Gefängnis zu gehen.“

Kinder nur Luxus und Belastung?

Die Iren haben sich von dieser Erstklässler-Logik überzeugen lassen. Kindsmord ist also völlig legal und kann zur Freude der „Frauenrecht“s-Aktivisten in zukunft unkompliziert durchgeführt werden. Das zeigt für mich auch den Zustand unserer Gesellschaft. Nicht nur, dass wir unseren Wertekompass völlig verloren haben. Vor allem die Haltung gegenüber Kindern und unserer Verantwortung für sie ist fatal. Von vielen werden Kinder nur noch als Belastung oder Luxusgut angesehen.

Es ist nunmal ein mathematischer Fakt, dass eine Gesellschaft (und ich rede hier von einer Gesellschaft die ein gesundes Maß an Zu- und Abwanderung hat) nur Bestand haben kann, wenn jede Frau im Schnitt 2,4 Kinder bekommt. Die 0,4 decken hier bereits Unfruchtbare, Homosexuelle, Kindstode und Leute die einfach keinen Partner finden ab. Von dieser Geburtenrate sind wir aber meilenweit entfernt. Und das trotz massiver Zuwanderung. Natürlich hat diese Entwicklung ihren Ursprung in der extrem familienfeindlichen Politik und im kurzfristigen egoistischen Denken in unserer Kultur. Unsere Leute sind nunmal zu dumm sich fortzuplanzen. So ähnlich wie Pandas, die deswegen (verdienter Maßen?) aussterben.

Was mich daran aber am meisten stört, ist dass diese degenerative Haltung auch bei jenen fußgefasst hat, die sich für national halten. Wenn ich höre „bekomm selbst mal zwei Kinder und dann reden wir nochmal“ oder „man kann sich soviele Kinder einfach nicht leisten“, dann kann ich nur den Kopf schütteln.

Von gesunden konservativen Menschen, die sich bewusst entschieden haben weniger als drei Kinder zu bekommen, will ich nie wieder ein Wort über Zuwanderung oder Überfremdung hören.

Noch dümmer ist es nur wenn man abtreibt. Die Entscheidung der Iren, das rechtlich möglich zu machen, ist die Zustimmung der Gesellschaft zur Tötung der eigenen Kinder.

Passen Sie auf Ihren Kopf auf!

Müller

Abowerbung, Ausgabe 32