Bisherige Regierungen glichen wegfallende Umsätze durch Inserate aus

Endlich: Deutlich weniger Geld für Selbstdarstellung in Mainstream-Medien

bildungskrise bei journalisten
Bild: Info-DIREKT

Es ist eine unangenehme Wahrheit, die von Mainstream-Medien oft verschwiegen wird: Die Auflagenzahlen gehen drastisch zurück, damit auch die Einnahmen. Presseförderung und vor allem Regierungsinserate werden zur Haupteinnahmequelle vieler Mainstream-Blätter. Nun kürzt die ÖVP/FPÖ-Regierung die Inserate um fast die Hälfte. Panik bricht aus bei der Inseratenpresse…

Von Jan Ackermeier 

Der klassische Zeitungsmarkt in Österreich befindet sich seit Jahren in der Krise. Sinkende Auflagenzahlen setzen Printmedien unter Druck. Das liegt nicht nur am geänderten Konsumverhalten der Leser durch das Internet. Auch der Vertrauensverlust wegen parteiischer Berichterstattung ist ein Problem. Jüngstes Beispiel: Der Morawa Pressevertrieb, der den Einzelhandel mit Zeitungen und Magazinen beliefert, wird mit Jahresende 2018 eingestellt.

Begründet wurde das in einer Aussendung mit „stark rückläufigen Verkäufen von Zeitungen und Zeitschriften im Einzelhandel“. Morawa dazu:

„Vor allem bei den Tageszeitungen ist der Rückgang besonders bemerkenswert. Gleichzeitig verursachen aber die Tageszeitungen den höchsten logistischen Aufwand bei der Verteilung an die Presseeinzelhändler“.

Das bisherige Gegenrezept: Regierungsgeld!

Die richtige Reaktion wäre eine qualitative Verbesserung der Berichterstattung gewesen, etwa durch mehr Objektivität. Dies war für die etablierten „Qualitätsprintmedien“ offensichtlich keine Option. Sie verließen sich auf die Presseförderung und die Einnahmen aus Regierungsinseraten. Im Wahljahr 2017 gab die SPÖ-geführte Regierung noch 22,6 Millionen Euro für Eigenwerbung aus. 19,4 Millionen Euro davon flossen an Printmedien. Das ist der höchste Wert seit der Einführung des Medientransparenzgesetzes 2012.

Von diesem Geld erhielt allein der „Standard“ im Jahr 2017 5,5 Millionen Euro. Die Verlagsgruppe „NEWS“, zu der auch das linkslastige Nachrichtenmagazin „Profil“ gehört, erhielt satte 6,4 Millionen Euro. Die gleichen Zeitungen echauffieren sich dann, wenn patriotische Medien wie „Info-Direkt“ Inseratenaufträge über wenige Tausend Euro lukrieren.

Aber die Realität spielt in den Köpfen vieler Mainstream-Journalisten schon lange keine Rolle mehr. Sie konzentrieren sich auf die Hetze und das Skandalisieren von Personen oder der Parteien, die dezidiert nicht „links“ sind. Dass sie damit weiter der Glaubwürdigkeit von „Qualitätsmedien“ schaden, nahmen sie bislang in Kauf. Denn: Das Geld floss ja sowieso.

Bundesregierung legt den Sumpf trocken

Der Lernprozess setzt also bei vielen Mainstream-Journalisten durch die dramatischen wirtschaftlichen Zahlen nicht ein. Ganz im Gegenteil. Täglich demonstrieren sie, dass sie sich nicht allen Leserinnen und Lesern, sondern bloß ihrer Meinungsblase verbunden fühlen. Darum schreitet die Bundesregierung nun ein. Wie aktuelle Zahlen der Komm Austria für das erste Quartal 2018 zeigen, halbierten sich die Ausgaben für Regierungsinserate nahezu. Während im ersten Quartal 2017 insgesamt 4,7 Millionen Euro an Werbung geschaltet wurden, waren es heuer nur noch 2,7 Millionen.

Man kann nur hoffen, dass die Ausgaben für Inserate noch weiter gekürzt werden. Damit arrogante, abgehobene und sich moralisch besonders überlegen fühlende „Qualitätsjournalisten“ durch die harte, marktwirtschaftliche Realität auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Damit sie sich wie jeder andere am freien Markt behaupten müssen. Es wäre ein Gewinn für die österreichische Medienlandschaft, für den Leser und die Medienkonsumenten!