Die Lobby liefert nur Scheinargumente

Bargeld – Abschaffung nützt Banken, ist Kriminellen egal und schadet dem Bürger

By Bin im Garten [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons

Bargeld ist geprägte Freiheit. „Bargeld lacht“, wie der Volksmund weiß. Wer etwas für „bare Münze“ nimmt, zeichnet sich dadurch aus, dass er etwas Unrichtiges, Erfundenes arglos für wahr hält. Das trifft wohl auch auf so manchen Zeitgenossen zu, der die Behauptungen vieler Regierungen in der Europäischen Union über das angeblich „alternativlose“ Schwinden der Freiheit für eben „bare Münze“ nimmt. Zum Schwinden der Freiheit gehört auch das scheibchenweise Einschränken es Bargeldes. Sei es durch Restriktionen oder durch Anreizsetzung.

Ein Gastbeitrag von Lars Patrick Berg

Schon Al-Qaida zahlte nicht bar, sondern (auch) über deutsche Konten

Angstmache vor einem Fehlen der Sicherheit ist immer beliebtes Mittel von Regierungen, um Freiheits- und Bürgerrechte gravierend einzuschränken. Ganz nach dem Grundsatz, die Regierung lässt Terroristen und Extremisten wie den Leibwächter Osama Bin Ladens ins Land und deshalb müssten nun unbescholtene Bürger streng überwacht werden, werden Bürgerrechte abgebaut. Angeblich seien die Einschränkungen für das Bargeld also deshalb notwendig, um Mafia, Extremisten und Terroristen zu bekämpfen. Dabei sind diese schon längst, anders als viele Regierungspolitiker, im 21. Jahrhundert angekommen. Bezahlung läuft auch für die Mafia heutzutage bequem über PayPal und andere Dienste. Online lässt sich im sogenannten „Darknet“, dem illegalen Teil des Internets, ohnehin viel rascher und effektiver Geldwäsche betreiben.

Terrorgruppen setzen schon längst auf Konten und tätigen wie der IS Zahlungen auch bequem online. Al-Qaida hatte, wie schon 2009 bekannt wurde, nicht nur ein Strohmann-Konto bei einer deutschen Sparkasse, es gibt genug Staaten und Banken, die bei einer Kontoeröffnung nicht so genau hinsehen. Extremisten, Terroristen und Mafiosos kann die Abschaffung des Bargeldes ebenso egal sein, wie den Betreibern von illegalen Glückspielseiten und den im Darknet höchst aktiven Pädophilenringen. Virtuell in der Anonymität sind die Gewinnmargen ohnehin viel höher.

Eine bargeldlose Welt dient nur den Banken, sonst niemandem

„Bargeld verschwindet – Deutsche-Bank-Manager Gibbons über den Vormarsch des digitalen Bezahlens“. So übertitelte das Handelsblatt am 15. Juli 2018 ein Interview mit John Gibbons von der Deutschen Bank. Laut Gibbons verschwindet das Bargeld weltweit. So plane Indien bargeldlos zu werden. Elektronische Zahlung sei laut Gibbons ein „heiliger Gral“. Aus seiner Sicht als Banker mag das sogar zutreffen.

Kredit- und Geldkarten haben eine große und finanzstarke Lobby, die sich aus Banken, Teilen der Wirtschaft und dem Staat zusammensetzt. Am Plastikgeld gibt es viel zu verdienen, sehr viel. Das Bargeld kann sich dagegen keiner organisierten Lobby erfreuen. Doch die ärgsten Feinde der geprägten Freiheit sind Staat und Banken. Die Banken, weil Ihnen durch das Bargeld Negativzinsen und viele Gebühren entgehen. Solange das Bargeld unter der Matratze als Alternative zum Konto ohne Guthabenzinsen existiert, müssen Banken wenigstens ansatzweise kundenfreundlich sein.

Gibt es nur noch das virtuelle Geld, so kann auch nichts mehr abgehoben werden. Wenn alle zwangsweise ihre Geschäfte über ein Konto abwickeln müssen,  gibt es kein Entrinnen mehr vor den Kosten, die die Banken dann nach und nach erheben können. Zinsen gibt es dann hauptsächlich für die Bank.

Als gläserner Bürger im Überwachungsstaat

Der Staat hingegen möchte den gläsernen Bürger. Bankgeheimnis und viele andere Rechte wurden in den letzten Jahren abgeschafft oder stark beschnitten. Der Überwachungsstaat, der alles über seine Bürger weiß, der weiß, welche Medikamente jemand kauft oder welches Buch und welche Zeitung jemand liest, welchen Kinofilm jemand sieht, welches Restaurant gerne aufgesucht wird und auch was im Supermarkt in den Einkaufswagen kommt, hebt so zum K.O.-Schlag gegen die Freiheit an. Der Staat selbst bleibt dabei undurchsichtig, kann aber so Bürger kontrollieren, steuern, manipulieren und abkassieren. Gläsernheit gilt aus Sicht der Regierung nur für den Bürger!

Über den Autor:

Lars Patrick Berg (AFD)Lars Patrick Berg (geb. 1966) war 2013 Gründungsmitglied des Landesverbandes der Alternative für Deutschland (AfD) in Baden-Württemberg und wurde im März 2016 als Abgeordneter in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt. Studium der osteuropäischen und mittelalterlichen Geschichte in Tübingen, Heidelberg und München. Aufbaustudiengang an der Universität Leipzig und der Partneruniversität in Moskau. Er ist Reserveoffizier der Bundeswehr, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg und stellvertretender Vorsitzender der Desiderius-Erasmus-Stiftung der AfD. Berg war unter anderem als wissenschaftlicher Berater und Pressesprecher beruflich tätig. Schwerpunktthemen seiner parlamentarischen Arbeit sind internationale Außen- und Europapolitik sowie Innere Sicherheit, Polizei, Terrorismusbekämpfung und die Bundeswehr.