Nächstenliebe bezieht sich auf christliche Gemeinden, nicht auf alle Welt!

von sekfeps (Reformationskongress 2013) [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Der protestantische Theologe Ulrich Körtner räumte in der ZiB 2 mit den zentralen Fehleinschätzungen derer auf, welche die Schlepperei der NGO´s nach wie vor als „Rettung“ von „Flüchtlingen“ begreifen. Sich von Schleppern einspannen zu lassen, ist kein Gebot christlicher Nächstenliebe. 

Von Friedrich Langberg 

In etablierten Meiden umgibt sie oft die Aura moderner Heiliger. Menschen, die für das vermeintliche Recht von Migranten aus aller Welt eintreten, sich auf europäischem Festland niederzulassen. Juristische Terminologie verkommt dabei ebenso zur Nebensächlichkeit wie ihre Auffassung darüber, was ein „Flüchtling“ eigentlich ist.


In utopischem Größenwahn wurden individuelle Moralvorstellungen über die staatliche Ordnung gestellt. Zynischer Weise wurde gerade im Dienste dieser organisierten Überfremdung an das christliche Fundament Europas appelliert. Diesem Ansinnen hat Ulrich Körtner differenziert aber bestimmt widersprochen.

„Wir werden nicht allen helfen können, indem wir sie nach Europa holen“

Körtner formulierte keine ethische Geringschätzung gegenüber jenen, die nach bestem Wissen und Gewissen helfen wollen. Jedoch mahnte er ein, die offensichtlichen „Pull-Faktoren“ zu berücksichtigen. Gut handeln zu wollen ist die eine Sache, sich gezielt von Schleppern instrumentalisieren zu lassen eine andere.

Menschen aus ganz Afrika werden ermutigt, perfide Wetten auf das eigene Leben einzugehen. Wer nicht mitmacht steht auf einmal da, als wäre er einfach zu inaktiv. Als würde er seine Chance auf den Platz im Paradies nicht nützen. Notwendig ist daher eine Rückkehr zur rechtlichen Ordnung: Seenotrettung ist eine Angelegenheit der Küstenwachen.

Muss man als Christ jedem helfen, ohne die Konsequenzen zu berücksichtigen?

Moderator Tarek Leitner hakte an diesem Punkt ein und wollte wissen, ob es nicht gerade der christlichen Ethik entspreche, in jeder Situation zu helfen. Ungeachtet eventueller Folgen. Körtner entgegnet:

„Wir werden nicht allen helfen können, indem wir sie nach Europa holen. […] Und da hilft es nicht, immer auf das Gebot der Nächstenliebe zu verweisen. […] Im historischen Kontext bezieht sich das auf christliche Gemeinden und nicht auf alle Welt.“

Auch als Christ muss man politisch Denken

Abschließend verweist der Theologe darauf, dass man gerade aus dem christlichen Glauben heraus auch politisch denken muss. Durchaus stünde es Österreich nach Körtner im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft an, in akuten Notlagen – wie aktuell auf der Diciotti – lösungsorientiert zu intervenieren.

Dass die solchen Tragödien zugrunde liegende Systematik jedoch durchbrochen werden muss, scheint sich als Erkenntnis inzwischen auch in der Geistlichkeit durchzusetzen.

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