Wenn mich eine Sache wirklich aufregt, dann sind es moralische Erpressungsversuche.

Müller mault über die moralische Erpressung durch Hungerstreik

Bild: von Gaetano56 [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], vom Wikimedia Commons; von English: Ministry of the InteriorItaliano: Ministero dell'interno [CC BY 3.0 it (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/it/deed.en)], via Wikimedia Commons

Seit einigen Tagen waren wir Zeugen eines skurrilen Spektakels. Es herrschte allgemeine Empörung darüber, dass eine Gruppe Migranten im Hungerstreik auf einem Schlepperboot festsaß, die Italien nicht an Land ließ. Der Lichtblick in diesem Trauerspiel ist immer noch Matteo Salvini, der italienische Innenminister. Er versucht wieder einen Rechtsstaat aus seinem Land zu machen und Europas Grenzen zu schützen. Erwartungsgemäß schmeckt das der tobenden Journaille nicht besonders.

Der Kampf gegen illegale Einreise ist keine Freiheitsberaubung

Immer öfter glaube ich beim Lesen von Artikeln und Meldungen, mich in einer „Trueman-Show“-artigen Komödie zu befinden. Etwa wenn ich lese, dass gegen Salvini wegen Freiheitsberaubung ermittelt wird. Leider ist das kein Scherz, sondern die Realität.

Man muss sich das auf der Zuge zergehen lassen: Ein Innenminister, der von privaten Vereinen herbei chauffierte Illegale am Einwandern ins Sozialsystem seines Landes hindert, soll wegen Freiheitsberaubung belangt werden. Wenn dieselben Gestalten ihm in zwei Wochen seinen Fernseher klauen wollen und er sie nicht in die Wohnung lässt, ist das dann auch Freiheitsberaubung? Ja, sind denn alle wahnsinnig geworden?

Moralische Erpressung erzeugt keine Zuständigkeit

Das Schlimmste aber sind für mich die moralischen Erpressungsversuche. Zum Beispiel der Hungerstreik dieser Glücksritter. Gerade die Taktik des Hungerstreiks ist mir hier besonders suspekt. Man kann das schon machen, wenn man Missstände bekämpfen will, für die jemand anderes verantwortlich ist. Nur: Italien ist hier weder verantwortlich noch zuständig.

Die „Hilfs“-Organisationen könnten sich gerne empören, wenn sie ihre aufgesammelten Fahrgäste zum nächsten Hafen gebracht hätten. Ließe man sie dort nicht an Land, wäre das in der Tat kriminell. Wenn sie sie jedoch hunderte Kilometer weit zu ihrem Wunschziel befördern, um sich dann darüber zu beklagen, dass auch Italien sich nicht alles gefallen lässt, steht ihnen wahrlich kein Recht auf Beschwerde zu.

Man sollte ihr Boot der Küstenwache schenken

Und wenn sie dann glauben, in erpresserischer Manier hungern zu müssen, lässt mich das kalt. Vielmehr würde ich die „Hilfsorganisation“ mitsamt ihren Passagieren aus europäischen Hoheitsgewässern eskortieren. Und sollten sie glauben, noch einmal mit ihren „Flüchtlingen“ ankommen zu müssen, würde ich das Boot der Küstenwache schenken. Damit unsere Seegrenze noch besser vor solchen Aktionen geschützt wird.

Der moralische Größenwahn von gutmütigen Deppen

Es ist schlichtweg widerlich, wie sich dieses Konglomerat aus Kirche, Medien und gutmütigen Deppen zur moralischen Instanz aufzuschwingen versucht. Im arroganten Glauben, sie würden alle Probleme erkennen und lösen können, setzen sie sich über alle gewachsenen Strukturen der Staaten und Nationen hinweg, die dieser Welt ihre Ordnung geben. Sie glauben, wenn sie sich selbst in eine Notlage bringen, können sie jedem eine Zuständigkeit aufzwingen, von dem sie etwas wollen. Irgendjemand muss ja für sie verantwortlich sein – außer natürlich sie selbst.

Es gibt kein Menschenrecht auf illegale Einwanderung

Eine Autorin der Süddeutschen Zeitung sticht besonders heraus und titelt: „Salvini schert sich nicht um Menschenrechte“. Eine Frechheit. Was genau hat die Sache hier mit Menschenrechten zu tun? Wenn sich jemand bewusst in Gefahr bringt, mit der vorsätzlichen Absicht, illegal einzuwandern? Weiters schreibt die Dame:

„Italiens Innenminister nimmt Bootsflüchtlinge als Geiseln und beschädigt die eigene Küstenwache, um Europas Solidarität zu erzwingen. So aber funktioniert Flüchtlingspolitik nicht.“

Nein! So kann wirklich keine Flüchtlingspolitik funktionieren! Man stelle sich nur vor, das Staatsoberhaupt eines anderen Landes würde im Alleingang Entscheidungen in der „Flüchtlings“-Politik treffen und dann auf die Solidarität der restlichen EU-Staaten bestehen. Was wäre dann wohl los?

Passen Sie auf Ihren Kopf auf!

Müller

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