Wirbel wegen Böschs konstruktiver Vorschläge zur Asylpolitik

© Parlamentsdirektion / Thomas Jantzen; Bildkomposition: Info-DIREKT

Kurz nach dem sog. Antikriegstag, dem 1. September, herrschte in Österreichs etablierten Medien sowie den dazugehörigen Foren helle Aufregung wegen eines Interviews des freiheitlichen Wehrsprechers im Nationalrat, Reinhard Eugen Bösch. Dieser hatte nämlich seine Ideen zur Lösung des sogenannten Flüchtlingsproblems in einem Interview zum Besten gegeben und dabei die militärische Komponente ins Spiel gebracht.

Von Martin Pfeiffer 

Für Gutmenschen aller Schattierungen ist der Einsatz der Armee gegen unbotmäßige Boots-„Flüchtlinge“ natürlich ein Sakrileg. Doch mit gutem Zureden kommt man bei diesen Leuten nicht ans Ziel, zumal hier hohe Geldbeträge im Spiel sind. Bei der anzustrebenden Festung Europa müssen Räume geschaffen werden, welche die ungebetenen Gäste aufnehmen, und zwar in Afrika, von wo sie gestartet sind.


Geschmacklose und irrationale Reaktionen

Für den Vorschlag, in Nordafrika „könnte mit militärischen Mitteln ein Raum in Besitz genommen werden“, wurden Bösch sogar Angriffskriegsgelüste unterstellt. Die sattsam bekannten Gutmenschen pudelten sich sofort auf. Etwa der Politpensionist Harry Walser, der pflichtschuldig bellte:

„Ein neuer Rommel ist das allerletzte, was wir brauchen und haben wollen.“

Mit betroffenen Ländern arbeiten, nicht gegen sie

Doch Bösch geht es ja gar nicht um eine militärische EU-Legion, die afrikanische Staaten unterwirft. Im Gegenteil! Er betonte vielmehr, dass „Anlandeplattformen für Asylwerber in Nordafrika auch mit Hilfe von europäischen Sicherheitskräften geschützt und abgesichert werden“ sollten, und zwar nicht „gegen ein anderes Land gegen seinen Willen“ und auch nicht gegen dessen Bevölkerung und Regierung.

Angriffskriege führen andere europäische Staaten

Er fokussierte sich dabei vor allem auf Libyen, das nach der gewaltsamen Intervention europäischer Mächte mit dem Ziel, den Machthaber Muammar al Gaddafi auszuschalten, ins Chaos stürzte und seitdem als Gesamtstaat handlungsunfähig ist. Was liegt da näher, als in Einklang mit den jeweiligen Machthabern an der Cyrenaika in der Frage der illegalen Migration für Ordnung zu sorgen und jene dabei finanziell zu unterstützen?

Über den Autor

Martin Pfeiffer ist promovierter Jurist und Publizist. Nach redaktioneller Tätigkeit bei der Wiener Wochenzeitung „Zur Zeit“ (1999–2003) wechselte er in die Schriftleitung des Grazer Monatsmagazins „Die Aula“, das er bis zur Einstellung im Juni 2018 gestaltete, und wurde 2004 auch Geschäftsführer des Aula-Verlages. Er ist Obmann des „Kulturwerks Österreich“ und tritt als Redner im gesamten deutschsprachigen Raum sowie als Buchautor auf. Martin Pfeiffers „Querschläger“-Kolumne wird nun wöchentlich bei Info-DIREKT erscheinen.

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