Kampf um Afrika: China investiert 60 Milliarden Euro, Westen alarmiert

Xi Jinping: By Beto Barata/PR [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons; Afrika von Lokal_Profil (Based on BlankMap-World6.svg by Canuckguy et al.) [Public domain], via Wikimedia Commons; Vorhang: Pixabay; Bildkomposition: Info-DIREKT

Lange Zeit galt Afrika nur als Region, in der Krieg und Hunger herrschen. Doch spätestens seit Theres Mays Besuch Ende August, garniert mit Tanzeinlagen und Investitionen in der Höhe von 4 Milliarden Pfund, gerät der Kontinent wieder in den Fokus. Doch China will nun 60 Milliarden Dollar investieren. Hat der Westen den Kampf verloren?

Von Alexander Markovics

Afrika als Teil von Chinas „Neuer Seidenstraße“

Vergangenen Dienstag hielten die Führer Afrikas den Atem an. Chinas Präsident Xi Jinping präsentierte das bis dahin größte Investitionsprojekt Chinas für Afrika. Mit dem Geld soll nicht nur die Infrastruktur Afrikas erneuert und ausgebaut werden, um Afrika in die ganz Eurasien umfassende „Neue Seidenstraße“ einzufügen. Es sollen auch Industrie, Landwirtschaft, Handel und Kultur gefördert werden. Ebenso sind eine gemeinsame Sicherheitspolitik und Maßnahmen gegen den Klimawandel Teil des Paketes. Von den 60 Milliarden sind 15 Schenkungen Chinas, bei dem Rest der Summe handelt es sich um zinsfreie Kredite und solche mit Vorzugsbedingungen.

Die Vereinigung der afrikanischen und chinesischen Zivilisation – gegen die amerikanische Hegemonie

Dabei verfolgt die Volksrepublik eine große Vision. China will die Zivilisationen der Welt durch die neue Seidenstraße in Frieden miteinander vereinen. Xi beschwor dabei den Traum, sowohl die chinesische als auch die afrikanische Zivilisation wiederauferstehen zu lassen. Eine Herkulesaufgabe, bei welcher die Afrikaner den Chinesen vertrauen. Der Westen gibt sich alarmiert und spricht von der „chinesischen Kreditfalle“, doch hat keine Alternativprojekte für den krisengeschüttelten Kontinent.

China – ein Partner auf Augenhöhe

Dabei teilt China mit Afrika nicht nur die Erfahrung als ehemalige Kolonie des Westens, sondern behandelt die Afrikaner als Partner auf Augenhöhe. Im Gegensatz zu Europa und den USA schreibt das Reich der Mitte Afrika keine Menschenrechte und politischen Reformen vor. Der Erfolg gibt China recht. Mit einem Handelsvolumen von zuletzt 146 Milliarden Euro ist es damit noch vor den USA und Frankreich der größte Handelspartner des Kontinents. Bereits neun Jahre lang in Folge dominiert China den Handel in Afrika. Der Westen so scheint es, hat den Kampf um die Gunst Afrikas verloren.

Historische Wurzeln im 14 Jahrhundert, gemeinsame Politik in der Zukunft

Dies führt dazu, dass immer mehr afrikanische Staaten Chinas Außenpolitik unterstützten, so etwa bei Ansprüchen im südchinesischen Meer. Aber auch militärisch wird die Zusammenarbeit immer enger. 2017 wurde die erste chinesische Militärbasis im Ausland in Dschibuti eröffnet. Für Afrika bedeutet dieses Projekt Frieden und Stabilität. Nachdem es Europa bisher an einer Vision für eine eigene Politik mangelt, sollte es sich hier einbringen, um in dieser Region nicht alleine dazustehen.

 

 

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