Ungarn: Geburtenrate steigt dank familienfreundlicher Politik

Bild: lizenzfrei; Hintergrund: Nicolas Raymond via flickr;

Ganz Europa leidet unter einem Rückgang der Geburten bei autochthonen Europäern. Langfristig bedroht diese Entwicklung den Bestand unserer Völker und des sozialen Gefüges. Doch in Ungarn deutet sich eine Tendenzwende an. Die neue Familienpolitik führt zu einem Anstieg der Geburten bei verheirateten Frauen.

Von Alexander Markovics

Anstieg der Geburten bei verheirateten Frauen unter Orban

Wie eine Studie von Lyman Stone, Mitarbeiter am US-amerikanischen „Institute for Family Studies“, nachwies, ist es in Ungarn unter der Regierung Orban zu einem Anstieg der Geburten bei verheirateten Frauen gekommen. Gleichzeitig ist ein Anstieg der Heiraten in Ungarn zu verzeichnen. Wird diese Politik fortgesetzt, ist auf lange Sicht mit einem Anstieg der Geburten in Ungarn insgesamt zu rechnen.

Kombination aus finanziellen Förderungen und pro-Familienpolitik

Orbans Ungarn hat 2015 großzügige Förderungen für kinderreiche Familien eingeführt. Das Programm wird als Familien-Behausungs-Förderungsprogramm (auf ungarisch: CSOK) betitelt. Ein verheiratetes Paar mit mindestens drei Kindern erhält 50.000 bis 80.000 US-Dollar beim Kauf eines neuen Hauses, während ein Paar mit zwei Kindern zwischen 18.000 und 35.000 Dollar erhält. Angesichts eines ungarischen Durchschnittseinkommens von 11.000 bis 15.000 Dollar jährlich handelt es sich hierbei um eine beträchtliche Finanzspritze. Der wichtigste Effekt dieser Maßnahme ist die Förderung der Ehe, welche die wichtigste Basis für stabile und kinderreiche Familien darstellt.

Kultureller Wandel als Grund für ansteigende Fertilität

Wie die Studie des Instituts nahelegt, ist neben den verstärkten staatlichen Zuwendungen für Familien (welche mehr als 10% des BIP ausmachen), ein kultureller Wandel in Ungarn verantwortlich für den Geburtenanstieg. Dieser drückt sich nicht nur in einem fallenden Heiratsalter bei Frauen aus, sondern auch in der ungarischen Verfassung. In dieser werden das historische Erbe Ungarns, die Wichtigkeit der Gemeinschaft und der eigenen Werte betont. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass es die Kinder und Kindeskinder der Ungarn sind, welche die Größe des Landes ausmachen. Die Ehe als exklusive Gemeinschaft zwischen Mann und Frau wird in Ungarn durch die Verfassung geschützt, eine Homoehe wie in Österreich ist nicht möglich. Der Schutz der Familie und die Bereitschaft Kinder in die Welt zu setzen sind somit in Ungarn höchstes Staatsziel.

Orban: Liberale Demokratien haben bei Familien versagt

Ungarns Ministerpräsident stellte wiederholt fest, dass man dem Problem des Bevölkerungsrückgangs nur durch eine Stärkung der eigenen Familien abhelfen kann. Die Masseneinwanderung ist keine Lösung zur Behebung des Geburtenmangels. Denn ein Volk ohne Kinder ist letztlich ein sterbendes Volk. Es bleibt daher  zu hoffen, dass das ungarische Beispiel auch in Österreich und dem Rest Europas auf Nachahmer findet.

 

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