Interview mit Mutbürger Alexander Schiebel

„Wunder von Mals“-Regisseur will sich den Mund nicht verbieten lassen

Alexander Schiebel, Regisseur des Films "Das Wunder von Mals
Bild Alexander Schiebel, Regisseur des Films "Das Wunder von Mals": Info-DIREKT; Bildkomposition: Info-DIREKT

Info-DIREKT im Gespräch mit dem Regisseur Alexander Schiebel, der trotz massiver Widerstände den Mut hatte, einen Dokumentarfilm über die Obstbaulobby in Südtirol ins Kino zu bringen. (Einen Trailer zum Kinofilm „Das Wunder von Mals“ finden Sie am Ende des Beitrages. Ebenso finden Sie am Ende des Beitrages eine Landkarte auf der zu sehen ist, wo Mals liegt)

Info-DIREKT: Haben Sie, als Sie mit den Dreharbeiten zum Kinofilm „Das Wunder von Mals“ begonnen haben, bereits geahnt, welche persönlichen Konsequenzen das für Sie haben wird?

Alexander Schiebel: Nein, mir war nicht klar, dass ich damit an einem Tabu rüttle, das die Südtiroler Zivilgesellschaft am liebsten nicht ansprechen möchte, damit der Frieden im Land gewahrt bleibt.

Info-DIREKT: Wann wurde Ihnen das klar?

Schiebel:  Relativ schnell, als wir vorab Filmmaterial veröffentlicht haben. Die Reaktionen darauf waren wild und wütend. Von der „Südtiroler Marketing Gesellschaft“ wurde mir angedroht, dass ich nie wieder Aufträge erhalten werde und dass alle offenen Aufträge sofort storniert werden, wenn ich meine Arbeiten nicht einstelle. Das haben sie dann auch getan. Ich mag mir aber nicht so gern den Mund verbieten lassen.

Info-DIREKT: Dabei war die in der Dokumentation geäußerte Kritik ja gar nicht negativ gemeint, oder?

Schiebel: Ich wollte die Malser, in ihrem Versuch, eine neue Landwirtschaft auf ihrem Gemeindegebiet zu gestalten, unterstützen. An den Rest von Südtirol habe ich wenig gedacht. Die reine Tatsache, dass die Malser einen anderen Weg einschlagen wollten, den sie für positiver halten, wurde in Südtirol als Kritik wahrgenommen. Wir haben ja zunächst niemanden kritisiert — wir wollten es nur anders machen. Die Unfähigkeit, das eigene Treiben auch kritisch zu sehen, ist sicher ein großes Hindernis, wenn man etwas konstruktiv weiterentwickeln will. Wenn Sie an Ihre eigene Arbeit denken, ist es ja das Beste, was einem passieren kann, wenn Sie jemand auf Schwachstellen aufmerksam macht.

Wer auf diese Schwachstellen nicht aufmerksam gemacht werden wollte und deshalb Alexander Schiebel das Leben schwer machte, lesen Sie im aktuellen Info-DIREKT-Printmagazin. Im darin vollständig abgedruckten Interview erzählt Schiebel auch, wie er es trotz aller Widrigkeiten geschafft hat, beruflich weiterhin erfolgreich zu bleiben.

Über Alexander Schiebel:

Alexander Schiebel, geb. 1966, ist Buchautor und Dokumentarfilmer. Der Familienvater lebte einige Jahre in Scomüdtirol und betreibt nun in Leipzig eine Kampagnen-Agentur mit dem Namen „Wunderwerkstatt“.

Der Film „Das Wunder von Mals“:

Der crowdfunding-finanzierte Kinofilm dokumentiert, wie sich die kleine Südtiroler Gemeinde Mals gegen die Vergiftung ihrer Heimat mit Pestiziden wehrt. Ihre Gegner in diesem Kampf: Apfelbauern, Bauernbund, Landesregierung und Pharmaindustrie. Der kreative, entschlossene und friedliche Widerstand der Dorfbewohner ist vorbildhaft. Nicht umsonst wird das kleine Mals seit Veröffentlichung des Filmes anerkennend das „gallische Dorf“ genannt. Mehr dazu auf: wundervonmals.com

 

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Hier liegt die kleine Südtiroler Gemeinde Mals:

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