Müller mault über die heuchlerische Kritik an Trumps‘ Truppenabzug

US Armee The U.S. Army [Public domain], via Wikimedia Commons; Donald Trump Shealah Craighead [Public domain]; Müller: Privat; Bildkomposition von Info-DIREKT

Wenn mich eine Sache wirklich aufregt, dann ist es die Tatsache, dass Handlungen mittlerweile weniger zählen als die Personen die sie setzen.

Im noch jungen Jahr 2019 könnte maUS n sich schon wieder vorzüglich über die verschiedensten Dinge aufregen. Am meisten schockiert (und ehrlicher Weise auch ein bisschen amüsiert) hat mich aber die Berichterstattung und die Reaktionen auf den angekündigten Truppenabzug der Amerikaner aus Syrien. Das will leider der Falsche…

„Orange man“ hat bisher keine schlechte Bilanz hingelegt

Ich kann es noch verstehen, dass die typischen Trumpgegner es schaffen die innenpolitischen Erfolge der Trumpregierung durch Unwissen und Selbstindoktrination in ihrer Wahrnehmung ins Gegenteil zu verkehren. Bei internationaler Politik fällt es mir bedeutend schwerer.Man kann über den „Orange man“ denken was man will. Seine bisherige Bilanz ist aber nicht so schlecht. Mit seiner Zuckerbrot und Peitschen-Politik hat er sicherlich einen guten Beitrag zu der Entspannung in Korea geleistet. Das Säbelrasseln hat Kim Jong Un anscheinend nicht unbeeindruckt gelassen. Und siehe da. Jetzt wurde der Grundstein für gemeinsame Infrastrukturprojekte gelegt. Das Verhältnis von Nord- und Südkorea ist so gut wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das Alles ist aber anscheinend ganz furchtbar. Oder wahlweise einfach nie passiert. Zumindest wenn man die Trumphasser fragt.

Jahrzehntelange wurde Amerika für seine Rolle als Weltpolizist kritisiert. Doch wenn Trump damit aufhören will, ist es plötzlich falsch

Aber nun erreicht das Paradoxe eine neue Qualität. Für mich war die Ablehnung von Kriegen (insbesondere von Kriegen mit klar wirtschaftlichen Motiven) immer ein einender Gedanke zwischen Linken und Rechten, Konservativen und Liberalen oder wie man es sonst nennen mag. Jahrzehnte lang war man sich einig, dass die USA und andere Großmächte aufhören sollten Weltpolizei zu spielen und andere Länder zu verwüsten um ihren Rüstungskomplex zufrieden zu stellen. Ob durch Filme wie „Team America – World Police“ oder Satiresendungen wie „die Anstalt“. Auch die Unterhaltungsindustrie hat sich schon lange mit dieser Wahrheit befasst, die jeder kennt. Aaaaber… Es kann nicht sein was nicht sein darf. Und deshalb wird Trump dafür kritisiert, dass er endlich tut was viele Präsidenten vor ihm schon hätten tun sollen. Sich endlich aus den Konflikten der Welt zurückzuziehen. Der „american way“ diese Konflikte zu beruhigen mündet nämlich häufig in noch schlimmeren Katastrophen wie dem Islamischen Staat. Trump sagt sogar wortwörtlich, dass es für die USA an der Zeit ist aufzuhören Weltpolizei zu spielen und erkennt damit direkt eine der Hauptforderungen der progressiven Linken an. Doch dafür wird er ausgebuht. Weil er eben nicht ihr schokobrauner Heiland ist, sondern ein alter weißer Mann.

Obama: Ein Kriegstreiber mit Stil und „Visionen“

Erinnern wir uns an Barrack Obama. Dieser Style, diese Vision, dieser Change… Mit ihm war es wieder erlaubt zu träumen. Und eins zwei drei, hatte ihm die globale Moralhüter-Kaste auch schon einen Friedensnobelpreis umgehängt, bevor sie sich im Geiste schon auf seinen starken Armen ins Schlafzimmer tragen lies. Seine Bilanz: Mehr Krieg. Mehr zivile Opfer. Mehr Einmischung in internationale Politik. Mehr Bomben. Mehr Geld. Mehr… Öl.

Hätte Obama angekündigt sich aus dem nahen Osten zurückzuziehen, die Höschen der heimischen Journallie hätten die Fußböden der Schreibstuben durchschlagen. „Oh, Barrack…“ hätten sie gehaucht bevor sie uns die neusten Botschaften ihres Heilsbringers um die Ohren gehauen hätten.

Aber Trump? Nein, da geht das nicht. Im Gegenteil. Er wird noch dafür kritisiert, dass sein Handeln angeblich so verantwortungslos sein. Er lasse die arme Syrische Bevölkerung in den klauen ihrer eigenen Regierung zurück. Na, so was aber auch.

In nur wenigen Jahren sind viele Journalisten von Kritikern der globalen Herrschsucht und Hegemonie, zum Beispiel einer Bush-Administration, zu plumpen Propagandahelfern der amerikanischen Rüstungsindustrie geworden. Da kann man wirklich nur noch staunen. Es kommt eben nicht darauf an WAS getan wird, sondern nur WER es tut.

Trumps‘ Abzug passiert nicht aus reiner Nächstenliebe, ist aber richtig

Ich behaupte übrigens nicht, dass dieser Truppenabzug aus reiner Nächstenliebe passiert. Es mag schon sein, dass hier nur Geld für die Mauer gespart wird, dass man die Truppen für den Einmarsch in das nächste Land braucht, oder, dass Syrien einfach nicht rentabel genug ist. Aber die lächerliche Reaktion auf eine grundsätzlich positive Entwicklung spottet für mich jeder Beschreibung.

Passen Sie auf Ihren Kopf auf!

Müller

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