FPÖ-Wahlwerbung auf Türkisch: Stadtpartei-Chef Reindl uneinsichtig

Andreas Reindl (FPÖ Stadtpartei Salzburg) Wahlwerbung auf Türkisch
Bild Andreas Reindl: Bildschirmfoto eines Videos von facebook.com/atreindl; Bildkomposition: Info-DIREKT

Nach einem kleinen Skandal rund um eine in türkischer Sprache verfassten Wahlwerbung einer FPÖ-Gemeinderatskandidatin, zeigt sich FPÖ-Stadtparteichef Andreas Reindl in Salzburg uneinsichtig (Video am Ende des Beitrages). Die Bedenken vieler Patrioten, dass das nicht zu einer patriotischen Partei passe, teilt er offenbar nicht. Stattdessen holt er zum Gegenschlag aus und bezeichnet die Aufregung rund um diese Aktion als „verlogene Diskussion“.

Von Alexander Markovics

Fehlende Einsicht

Die von vielen Patrioten geforderte klare Absage an solche Methoden blieb von der Parteispitze bisher aus. Auch FPÖ-Salzburg-Chefin Marlene Svazek lies eine klare Position dazu vermissen. Stattdessen reden alle über „Integration“. Ob jemand der sich gegenüber seiner türkischen Community als „Schwester“ bezeichnet als wirklich gut integriert gelten kann, kann man wohl diskutieren. Ob die Adressaten der WhatsApp-Nachricht, die scheinbar in türkischer Sprache angesprochen werden müssen, um die Botschaft zu verstehen, gut integriert sein können, darf bezweifelt werden.

Interessant ist hier auch ein altes Video der freiheitlichen Kandidatin aus dem Jahr 2016, indem Canan Brenner (damals noch unter ihrem Mädchennamen Gürel) meinte, dass Integration von beiden Seiten kommen müsse. Solche Töne kennt man eigentlich nicht von der FPÖ, sondern nur von SPÖ und Grünen.

Wer gewählt werden will, muss freundlich sein

Eines ist hingegen sicher: Es ist nicht schlau die Empörung seiner eigenen Wähler als „verlogene Diskussion“ zu bezeichnen und sie für beendet zu erklären, bevor sie wirklich begonnen hat. Damit leert man nur weiter Öl ins Feuer.

Mit diesem Vorwurf konfrontiert, entgegnete Reindl, dass er damit die Berichterstattung der Medien über Canan Brenner meinte.

Andreas Reindl kann nur froh sein, dass viele in der FPÖ eine gute und nachhaltige Arbeit leisten und auch er in Salzburg von diesem meist recht geradlinigen Weg seiner Parteikollegen profitiert.

Schade ist nur, dass Andreas Reindl mit dieser Aktion die Freiheitliche Partei als Ganzes unglaubwürdig macht und die Parteispitze bisher versäumt hat, eindeutig dazu Stellung zu beziehen.

Auch FPÖ-Abspalter tritt zur Wahl an

Zudem sollte Reindl nicht vergessen, dass mit der „FPS – Liste Dr. Karl Schnell“ eine zweite Partei zu den Gemeinderatswahlen am 10. März antritt, die sich selbst auch als „heimatverbunden“ bezeichnet.

Hier das Video von Andreas Reindl (FPÖ-Stadtpartei-Chef in Salzburg):