Aristokratie – Eine Streitschrift

Wolfgang Bendel: Aristokratie - Eine Streitschrift
Bild Buch "Aristokratie": Jung Europa Verlag; Bildaufbau: Info-DIREKT

Eine Buchempfehlung von Ulrich Püschel

Die neueste Veröffentlichung des Jungeuropa Verlags aus Dresden setzt sich inhaltlich mit der Suche nach der „Elite des Charakters“ – einer neuen Aristokratie – auseinander. In der vorliegenden Streitschrift kritisiert der Autor Wolfgang Bendel die liberale Demokratie westlicher Prägung und erörtert, warum er davon ausgeht, dass diese Herrschaftsform nicht alternativlos sei. Die etwas unter 100 Seiten sind angenehm und schnell zu lesen, bieten dabei aber einiges zum Nachdenken. Gerade überzeugten Demokraten ist das Buch wärmstens zum Zweck der kritischen Überprüfung ihrer Ansichten zu empfehlen.

Beispiele aus der Praxis

Bendel erleichtert seinen Lesern den Einstieg in die politische Theorie mit zwei Praxisbeispielen aus seiner Wahlheimat Brasilien und seinem Herkunftsland Deutschland. Die Kleptokratie und Korruption in Lateinamerika sowie die Gleichschaltung und Gedankenkontrolle in Mitteleuropa zählen seiner Meinung nach zu den Verfallserscheinungen demokratischer Gesellschaften. Eine besonders kritikwürdige Rolle nehmen in diesem Zusammenhang die Medien ein. „Täuschung, Fälschung und Simulation treten als Hauptcharakteristika demokratischer Herrschaftsausübung hervor, weniger die brutale Gewalt“, so Bendel.

Die Gleichschaltung und Gedankenkontrolle in der Bundesrepublik Deutschland betreffend den Umgang mit politischen Gegnern lasse sich auf folgenden Dreisatz reduzieren:

1. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.

2. Wir, der politisch-juristisch-mediale
Komplex, bestimmen, welche Meinung faschistisch ist und welche nicht. Daraus folgt:

3. Jeder, der eine andere Meinung äußert als eine uns genehme, ist notwendigerweise ein Verbrecher und wird als solcher behandelt. Für Verbrecher wiederum sind das Strafgesetzbuch und der Justizvollzugsapparat zuständig.

„Um sich zu verteidigen, bedient sich der demokratische Staat präzise und bewusst der Methoden, die er in anderen Weltgegenden anprangert und an alten Zeiten verdammenswert findet“, so Bendel in diesem Zusammenhang.

Scheitelpunkt der Demokratie

Der Autor analysiert weiter, dass die Demokratie ihren Scheitelpunkt bereits in den Achtziger- und Neunzigerjahren des vorigen Jahrhunderts überschritten habe. Da der Mensch „Werkzeuge“ aber nicht aufgebe, bevor sich diese als endgültig unbrauchbar erwiesen haben, befänden wir uns derzeit in der Phase des Verfalls. Ein Herrschaftswechsel komme erst dann in Frage, wenn Zustände eintreten, die für eine hinreichend große Zahl an Menschen unerträglich seien. Die Migrations-, Finanz- und EU-Krise haben das Potential, diese Zustände herbeizuführen.

Was kommt nach der Demokratie?

Mehr zum Buch von Wolfgang Bendel und inwiefern die Aristokratie – aus seiner Sicht – eine Alternative zur parlamentarischen Demokratie sein kann, erfahren Sie im aktuellen Info-DIREKT-Printmagazin.

Über den Buchautor:

Wolfgang Bendel,

der Autor des vorliegenden Buches, stammt ursprünglich aus dem oberbayrischen Traunstein und hat Pharmazie studiert. Seine zwei großen Interessensgebiete sind Lateinamerika und Politik. Er hat in diesem Zusammenhang bereits im „Regin-Verlag“ veröffentlicht. Bendel lebt und arbeitet gemeinsam mit seiner Frau überwiegend in Brasilien.