Stellt die „Krone“ HC Strache als Ratte dar? Wo bleibt der Aufschrei?

Stellte diese Kronekarikatur HC Strache und Johann Gudenus als Ratten dar?
Bild von Krone-Karikatur: Fotografie der Krone-Bunt vom 26. Mai. Bild HC Strache und Bildkomposition: Info-DIREKT. Soll diese Ratten-Karikatur HC Strache und Johann Gudenus auf Ibiza darstellen, beurteilen Sie selbst!

Als der FPÖ-Vizebürgermeister von Braunau ein harmloses Gedicht veröffentlichte, in dem er aus Sicht einer Ratte das Geschehen in seiner Stadt beschrieb, war der Aufschrei groß. Dieses Mal wird er wohl ausbleiben.

Ein Kommentar von Thomas Steinreuter

Nach Bekanntwerden des Ratten-Gedichtes vor wenigen Wochen war der Wirbel in Österreich groß. Die etablierten Medien schäumten. Politiker zeigten sich tief betroffen. Die Opposition forderte Rücktritte. Die FPÖ distanzierte sich vom Autor des Gedichtes. Und der Autor selbst legte sein Amt und seine Parteimitgliedschaft zurück. Um ein Haar wäre schon damals fast die Regierung geplatzt. Kurz gesagt: Damals sprachen alle von einer roten Linie, die überschritten worden sei. Seither könnte man also davon ausgehen, dass es in Österreich tabu sei Menschen weiterhin als Ratten darzustellen.

Ratten-Karikatur kein Einzelfall

Was in Österreich gesagt werden darf und was nicht, hängt aber nicht nur vom Inhalt des Gesagten ab, sondern hauptsächlich davon, wer es gesagt hat. So ist es nicht verwunderlich, dass die „Kronen Zeitung“ ausgerechnet am Tag der EU-Wahl mutmaßlich HC Strache und Johann Gudenus in einer Karikatur als hässliche Ratten darstellt (siehe Beitragsbild).

Die Krone-Karikatur ist höchstwahrscheinlich eine Anspielung auf das bereits erwähnte Ratten-Gedicht und das Strache-Video. Obwohl sich die Krone noch vor wenigen Wochen seitenweise über das Ratten-Gedicht eines FPÖ-Kommunalpolitikers aufregte und davon fantasierte, dass die FPÖ damit endgültig bewiesen hätte, dass sie nicht regierungsfähig sei, hat sie selbst scheinbar keine Probleme damit Menschen in bösartiger Weise als Ratten darzustellen. Erinnert sei hier auch an die widerliche Karikatur in der Burschenschafter als saufende Ratten dargestellt wurden, die von der Krone nach dem „Liederbuch-Skandal“ veröffentlicht wurde und .

Geheuchelte Doppelmoral

Menschen als Tiere darzustellen oder damit zu vergleichen, ist übrigens nichts Ungewöhnliches und vermutlich so alt wie die Menschheit. Teilweise sind diese Darstellungen und Vergleiche ungustiös, ein anderes Mal sind sie harmlos oder sogar liebenswürdig. Darüber kann und soll sich jeder selbst sein Urteil bilden. Was aber abzulehnen ist, ist die Doppelmoral mit der hier von höchsten Stellen agiert wird!

Ein Schuss ins Knie?

Fraglich bleibt hingegen, ob die Medien der FPÖ wirklich schaden, wenn sie nur diese eine Partei derart schlecht und geschmacklos darstellen. Ich vermute, dass viele Menschen, den Medien zum Trotz, dann „jetzt erst recht“ das Kreuzerl bei der FPÖ machen. Das Ergebnis der EU-Wahl wird zeigen, ob die Medien mit ihrer einseitigen Berichterstattung der FPÖ oder doch sich selbst ins Knie geschossen haben.

Wer auch der Meinung ist, dass wir dringend Alternativen zu den etablierten Medien brauchen, sollte Info-DIREKT noch heute mit einem Abo unterstützen! Info-DIREKT jetzt ab nur 33,- Euro im Jahr abonnieren!

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