Hofer und Kickl sollten sich für Jenewein entscheiden!

Hofer und Kickl sollten sich für Jenewein entscheiden!
Bild Hans-Jörg Jenewein (FPÖ): Info-DIREKT

Dass die Anbiederung an die ÖVP bei der Nationalratswahl zur katastrophalen Wahlschlappe der FPÖ beigetragen hat, steht fest. Die Anbiederung an die ÖVP bringt jedoch einen weiteren Nachteil mit sich, der die FPÖ bei der Arbeit im Parlament zusätzlich schwächen könnte.

Ein Kommentar von Michael Scharfmüller

Bei der Erstellung der Bundeswahlliste wurde nämlich der politische Quereinsteiger Norbert van Handel vor Hans-Jörg Jenewein auf die Bundeswahlliste gesetzt, was nun zur Folge haben könnte, dass Jenewein nicht mehr in den Nationalrat einziehen kann.

Handel ist, so wie Norbert Hofer, Mitglied im „St. Georgs-Orden“. Vermutlich wurde der Oberösterreicher auf Hofers Wunsch auf einen aussichtsreichen Listenplatz gesetzt, um die FPÖ für ÖVP-Wähler attraktiver zu machen.

Jenewein für Fortsetzung des BVT-Untersuchungsausschusses wichtig

Im Gegensatz zu van Handel engagiert sich Jenewein seit Jahrzehnten in der FPÖ. Als einer von wenigen blauen Politikern hat er verstanden, dass sich die FPÖ ein politisches Umfeld schaffen muss, das sich auch aus patriotischer Zivilgesellschaft und Medien zusammensetzt. Im BVT-Untersuchungsausschuss hat er als Fraktionsführer seiner Partei hervorragende Arbeit geleistet. Ein Umstand, der sogar von politischen Gegnern und etablierten Journalisten anerkannt wird. Der BVT-U-Ausschuss soll in der neuen Legislaturperiode übrigens weitergeführt werden …

Entscheidung liegt bei Hofer und Kickl

Dass die FPÖ aufgrund des schlechten Wahlergebnisses nicht nur finanziell, sondern auch personell geschwächt in die nächste Legislaturperiode geht, kann man jetzt nicht mehr ändern. Dass die Freiheitlichen mit Jenewein jedoch auch noch ihren Sicherheitssprecher und bestens eingearbeiteten Fraktionsführer im BVT-U-Ausschuss verliert, könnte noch verhindert werden.

Dazu müssten sowohl Herbert Kickl als auch Norbert Hofer ihr Landeslistenmandat zum Einzug in den Nationalrat nutzen und auf ihr Bundeslistenmandat verzichten. Nur so würde für Hans-Jörg Jenewein der Weg ins Parlament wieder frei sein.

Meinungsverschiedenheit mit Norbert Hofer

Ob Norbert Hofer wirklich Interesse daran hat, dass Jenewein wieder in den Nationalrat einzieht, ist ungewiss. Gerüchten zufolge ist Hofer auf Jenewein nicht gut sprechen, da dieser vor wenigen Wochen nicht dazu bereit war sich von der „Identitären Bewegung“ zu distanzieren – obwohl Hofer dies mit Nachdruck von ihm verlangt haben soll.

Bleibt zu hoffen, dass Hofer über seinen Schatten springt und auch Herbert Kickl Hans-Jörg Jenewein einen Einzug in den Nationalrat ermöglicht!

Jenewein: „Die ganzen Distanzierungen sind mir zuwider!“

Kurz vor der Nationalratswahl war Hans-Jörg Jenewein zu einer Diskussion auf Krone-TV (siehe Video unten) eingeladen. Dabei hat er gezeigt, dass man nicht über jedes Stöckchen hüpfen muss, das einem der politische Gegner vor die Beine hält. Prädikat: nachahmenswert!

Nachtrag, vom 11.10.2019, 11:58 Uhr: Laut neusten Informationen schafft es auch Norbert van Handel nicht in den Nationalrat, wenn Hofer und Kickl ihr Bundeslistenmandat annehmen.