Journalist des Jahres: Hat sich Armin Wolf diese Auszeichnung verdient?

Armin Wolf europäischer Journalist des Jahres 2019.
Armin Wolf (mitte) bei der Grimme-Preis-Verleihung 2018 mit Ernst Dieter Rossmann und Annegret Kramp-Karrenbauer. Bild: 9EkieraM1 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

ORF-Nachrichtensprecher Armin Wolf wurde diese Woche (11.10.2019) im Rahmen des „Prix Europa Awards“ als „Europäischer Journalist des Jahres“ ausgezeichnet. Aufgrund dieser Preisverleihung stellen wir einen Kommentar von Michael Scharfmüller online, der bereits 2017 im Printmagazin Info-DIREKT (Ausgabe 15) erschienen ist:

Armin Wolf hat es geschafft. Seit 2002 moderiert er die „ZIB2“, eine spätabendliche Nachrichtensendung des durch Zwangsgebühren finanzierten Österreichischen Rundfunks. Durch hart geführte Interviews und launische Kommentare ist es ihm gelungen zum „spirituellen Oberhaupt der Wiener Twitteria“ aufzusteigen.

Seine Bekanntheit verdankt Wolf dem ORF. Sie hat dazu geführt, dass er auf Facebook über 290.000 Fans hat. Auf Twitter folgen ihm 364.000 Personen.

Wolf erklärt Gutmenschen die Welt

Armin Wolf ist Vorbild für viele junge Journalisten. Er gibt dem rot-grünen Fußvolk vor, wie man welche Ereignisse und Personen einzuschätzen hat. Als die „Flüchtlingskrise“ im August 2015 ihren medialen Höhepunkt erlebte und sich wohl auch Teile der Wiener Schickeria fragten, wie es jetzt weiter gehen soll, verkündete Wolf auf seiner Facebook-Seite:

„Über Jahrhunderte hinweg sind Menschen in Massen gewandert, um neue Länder zu erobern […]. Heute will kein fremdes Heer mehr das ‚Abendland‘ erobern. Aber für Millionen, die nicht sehr weit von uns entfernt in Kriegsgebieten [Anm.: Aleppo liegt 2.767 km von Wien entfernt] und großer Not leben, ist Europa ein ungeheuer attraktives Ziel. Wir werden sie schlicht nicht daran hindern können, zu kommen oder es zumindest zu versuchen.“

Danach erinnert Wolf an das Jahr 1938 und die Gefahr, dass gewisse Parteien auch heute wieder an die Macht kommen könnten.

„Ordnung“ für Wolf nur ein kindlicher Wunsch

Die Zeit zwischen 1960 und den frühen 1990er Jahren waren für Wolf „nicht mehr als ein einmaliges historisches Zeitfenster von wenigen Jahrzehnten“. Und weiter:

„Die Sehnsucht danach, dass es so ordentlich, gemütlich und friedlich wird wie damals, als Mama und Papa sich um die Probleme kümmerten und einen vor der bösen Welt beschützten, ist verständlich – aber eben kindlich.“

Die beunruhigten Gutmenschen hatten auf eine solche Einschätzung gewartet! Menschen, die überlegen, ob die Schließung der Grenzen und ein Migrationsstopp nicht das Gebot der Stunde sei, seien demnach unreif und müssten deshalb von den „Erwachsenen“ bevormundet werden. Kein Wunder, dass sich die Schickeria bei solchen Worten in ihrer moralischen Erhabenheit bestätigt fühlte und Wolfs Text innerhalb weniger Stunden 50.000-mal mit „Gefällt mir“ markiert wurde.

Objektiv geht anders

Trotzdem wäre der 50-jährige ein guter Journalist, wenn es ihm gelänge zumindest im öffentlich-rechtlichen Rundfunk seine private Meinung hinten anzustellen. Er hat zahlreiche gute Interviews geführt. Das viel diskutierte Interview mit Erwin Pröll war völlig in Ordnung und auch der „Django-Scherz“ (dafür hat er sich entschuldigt) war halb so schlimm (siehe Video am Ende des Beitrags).

Was hingegen nicht geht, ist Wolfs Einseitigkeit, die immer wieder offen zu Tage tritt. Susanne Winter (freie Abgeordnete) fragte er in einem Interview beispielsweise gleich mehrmals, was eine Person wie sie im Parlament verloren habe (dafür hat er sich ausdrücklich nicht entschuldigt).

Handzahmer Wolf

Ganz anders verhält sich Wolf, wenn es um Themen geht, die ihm mutmaßlich am Herzen liegen. Ein Beispiel dazu: Caritas und das Rote Kreuz präsentierten im Februar eine von ihnen beauftrage Studie, Grundaussage der Studie: Flüchtlinge zahlen mehr in die Sozialtöpfe ein als sie uns kosten.

Was macht der Journalist des Jahres 2004? Er erwähnte mit keinem Wort, wer die Studie in Auftrag gegeben hat. Kritische Fragen zum Studienersteller, einem privaten Institut, dem die Gemeinnützigkeit aberkannt wurde und für das das Land Steiermark Haftungen in Höhe von 5,6 Millionen Euro übernommen hat, kamen in der Sendung auch nicht vor. Auf einen Fakten-Check wartete man zudem vergebens.

Stattdessen lud sich Wolf den Rot-Kreuz-Präsidenten Gerald Schöpf in die Sendung ein. Ausgerechnet diesen fragte er, wie glaubwürdig diese Studie sei. Was glauben Sie, was jemand über die von ihm selbst in Auftrag gegebene Studie sagte?

Kein Einzelfall

Armin Wolf ist kein Einzelfall. Er steht stellvertretend für den ganzen ORF und eine einseitig aufgestellte Medienlandschaft in der Kritik. Wir brauchen dringend junge Journalisten, die nicht Armin Wolf zum Vorbild haben, sondern Alternativen zu den etablierten Medien aufbauen und so für mehr Vielfalt in der Medienlandschaft sorgen. Wenn Sie auch der Meinung sind, können Sie Info-DIREKT mit einem Abo unterstützen!

Video zum Hintergrund des Django-Scherz:

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