Steiermark-Wahl: FPÖ fehlte Rückenwind

Norbert Hofer und Mario Kunasek bei der Wahlfeier in Graz.
Grafik: wikipedia.org; Bild Norbert Hofer und Mario Kunasek: Info-DIREKT

In der Steiermark wurde gestern der neue Landtag gewählt. Dabei zeigte sich, dass die FPÖ trotz zahlreicher Anfeindungen und hausgemachter Probleme gute Wahlergebnisse erzielen kann.

Obwohl sich die (Bundes-)FPÖ derzeit in einer schweren Krise befindet, konnten die Freiheitlichen, laut vorläufigem Ergebnis, mit 17,94 Prozent Stimmenanteil ihr historisch zweitbestes Landtagswahlergebnis erzielen. Die Blauen verloren gegenüber 2015 zwar 8,82 Prozent der Wählerstimmen. Dieser extrem hohe Verlust liegt jedoch nicht nur an der FPÖ selbst, sondern auch am weit überdurchschnittlichen Wahlerfolg im Jahr 2015. Damals dominierte die „Flüchtlings“krise die mediale Berichterstattung. Daher konnte die FPÖ – ohne selbst viel dazu beitragen zu müssen –  ihr historisch bestes Ergebnis in der Steiermark erzielen.

Verlust in Zusammenhang setzen

Der hohe Stimmenverlust bei der gestrigen Landtagswahl erscheint somit dramatischer als er tatsächlich ist. Bei der steirischen Landtagswahl im Jahr 2010 erhielt die FPÖ nur 10,66 Prozent der Stimmen. Bei der Wahl 2005 verpasste sie mit 4,56 Prozent sogar den Einzug in den Landtag. Im Jahr 2000 erzielten die Freiheitlichen 12,41 Prozent. Im Jahr 1995 waren es 17,15 Prozent.

Umdenken im Umgang mit Medien

Spitzenkandidat und Landesparteiobmann Mario Kunasek analysierte bei seiner Rede bei der blauen Wahlparty in Graz, dass seiner Partei der Rückenwind für ein besseres Ergebnis gefehlt hätte. Die Partei-Funktionäre seien zwar hoch motiviert gewesen und hätten zahlreiche Hausbesuche gemacht, aber

„Wir sind mit unseren Themen nicht durchgekommen!“, so der ehemalige Verteidigungsminister Kunasek.

Den Grund für dieses „Mit-unseren-Themen-nicht-durchkommen“ sahen FPÖ-Funktionäre in persönlichen Gesprächen darin, dass die etablierten Medien den Freiheitlichen feindselig gegenüberstünden. Hier müsse man dringend neue Wege beschreiten, um zukünftig wieder selbst Themen setzen zu können und Krisen besser entgegenwirken zu können.

Niemand braucht eine „FPÖ light“

Um zukünftig erfolgreicher sein zu können, müsse man zudem auch den Irrglauben über Bord werfen, durch „weicheres“ Auftreten Sebastian Kurz Wählerstimmen abjagen zu können. Wer sich eine „FPÖ light“ wünsche, wähle momentan Sebastian Kurz. Stattdessen – so ein FPÖ-Funktionär im persönlichen Gespräch – müsse man wieder klare Positionen beziehen, eindeutige Aussagen treffen und die „Distanzeritis“ abstellen – nur so könne man die wachsende Schar der Nichtwähler (2019 über 40 Prozent) wieder von sich überzeugen.

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Abowerbung, Ausgabe 32