Die Praxis, Politiker als "Experten für eh alles" einzusetzen könnte sich bald rächen

Coronavirus: Kann uns Ex-Volksschullehrer Anschober vor Krise schützen?

Rudi Anschober, Minister für eh alles
Bild: Rudi Anschober (mitte) von Bernhard Holub, CC BY-SA 4.0, Link, Wissenschaftler: Pixabay; Komposition: Info-DIREKT

In Zeiten von Dekadenz treten selten die fähigsten Köpfe in der vordersten Reihe in Erscheinung . Spitzenpositionen werden mit Berufspolitikern ohne wesentliche Lebenserfahrung besetzt, die im Jahresrhythmus ihre Fachgbebiete wechseln. Wer diesen Fachkompetenz zutraut, ist im besten Fall naiv. Doch was, wenn die schöne Zeit eines solchen Politikers durch eine reale, tödliche Gefahr gestört wird? Gesundheitsminister Anschober mag vieles sein, aber er ist weder Mediziner noch besonders resistent gegen Stress…

Ein Kommentar von Michael Mayrhofer

Bitte verstehen Sie mich richtig. Ich möchte niemanden verhöhen, der einmal ein Burnout hatte. Viel Stress und negative Erfahrungen im Leben können dazu führen. Betroffene brauchen in diesem Fall viel Ruhe und Hilfe. In seiner Zeit als Landesrat in Oberösterreich nahm Anschober diese im Jahr 2012 in Anspruch. Ich möchte lediglich die Frage stellen, ob man es sich als Nation leisten kann, wichtige Positionen angesichts einer drohenden Krise nicht mit den fähigsten Köpfen zu besetzen. Ich frage, ob die Bevölkerung Österreichs nicht verdient hat, von erfahrenen Krisenmanagern mit grundsoliden Kenntnissen des Gesundheitswesens geführt zu werden, wenn es ernst wird. Die Krise steht aktuell vor unseren Toren. In Italien wurden dutzende Menschen mit der tödlichen Infektionskrankheit SARS-CoV-2 infiziert, es sind bereits Tote zu beklagen.

Bei ernsten Problemen geht man zum Fachmann

Wenn keine besondere Gefahr droht, kann man sich eine gewissen Wohlstandsverwahrlosung leisten. Bleiben wir bei Beispielen aus dem Gesundheitsbereich. Man hat ein kleines Wehwechen, nichts Ernstes, aber lästig. Der Hausarzt schickt einen weg, ins Krankenhaus will man nicht. Aber die Tante kennt da einen Geistheiler und der Schwager hat etwas von  Kügelchen und Tropfen erzählt, die ganz bestimmt wirken. Hilft’s nix, so schadet’s nix. Ganz anders sieht es aber aus, wenn beim offenen Bruch der Knochen aus dem Bein ragt. Dann freut man sich sehr darüber, in die Klinik verlegt zu werden, welche die besten Fachärzte beschäftigt. Handauflegen und Wundertropfen sind auf einmal nicht mehr wichtig.

30 Jahre Berufspolitiker ohne medizinische Fachkenntnisse

Wenn sie im Leben persönlich ein ernstes Problem haben, gehen sie in der Regel zu einem ausgebildeten Fachmann, der in seinem Gebiet einen guten Ruf hat. Was treibt also eine Gesellschaft dazu, eine Position wie die des Gesundheitsministers mit einem ehemaligen Volksschullehrer zu besetzen, der die meiste Zeit seines Lebens als Berufspolitiker einer Linksaußen-Partei verbracht hat? Während er als Lehrer mit Sicherheit noch Verantwortung tragen musste, konnte er in den letzten 30 Jahren seines Wirkens, wie alle Politiker, ohne Konsequenzen agieren. Seine wichtigste Errungenschaft war, dass illegale, im Einzelfall auch kriminelle Asylwerber nicht mehr abgeschoben werden dürfen, wenn sie sich vorgeblich in einer Lehre befinden.

Mit Corona könnte bald Feuer am Dach sein …

So ein buntes, abgehobenes Treiben ist so lange lustig, wie keine Menschenleben in Gefahr sind. Spitzfindigkeiten hinsichtlich der Masseneinwanderung und ihrer Protagonisten ersparen wir uns an dieser Stelle. Aber leider besteht die große Sorge, dass aufgrund der Corona-Seuche bald wirklich Feuer am Dach ist. Ist Anschober mit seinem Werdegang ohne jegliche medizinische Ausbildung und angesichts seiner persönlichen Krankengeschichte tatsächlich ein Mensch, dem man zutrauen kann, eine solche Krise zu lösen? Was denken Sie? Sagen Sie uns auf Facebook und Twitter Ihre Meinung!

Abowerbung, Ausgabe 32