"Fridays for Future" verkennt die wahren Probleme

Wer Klimaschutz sagt, muss auch Überbevölkerung sagen!

Wer Klimaschutz sagt, muss auch Überbevölkerung und Masseneinwanderung sagen
Foto: cegoh von Pexels.com, Komposition: Info-DIREKT

Die Wahrnehmung des Klimawandels wandelt sich derzeit rapide. Ein Blick in die Massenmedien hierzu reicht. Unerwähnt bleibt dabei freilich, dass heimatliebende Politiker wie der deutsche Herbert Gruhl (gest. 1993) bereits in den 1970-er Jahren vor der liberalen Gesellschaftsordnung der Nachkriegszeit mit der Maxime des Konsums gewarnt haben und dabei trefflich festgestellt wurde, dass es kein unendliches Wachstum geben kann. 

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Dieser Kommentar von Christoph Hofer ist im Printmagazin Nr. 28/29 „Natur und Heimatschutz statt Klimahysterie“ erschienen, die Sie jetzt kostenlos zu jedem Abo erhalten.

Aber genau dieses unendliche Wachstumsbild wird völlig unkritisch in der aktuellen Klimadebatte übernommen. Wir müssen nur etwas weniger fliegen, weniger Fleisch essen, nicht alles in Plastik einpacken und vor allem mehr Steuern zahlen (auf CO2 oder Ökostrom oder das Fliegen oder was sonst noch so im modernen Ablasshandel erfunden wird) – und alles wird gut. Die Erde wird sich zwar weiter erwärmen, aber in einem erträglichen Maße. Die Weltbevölkerung kann ungebremst zunehmen, und eine breite Mittelschicht quer über den Globus wird zur dankenden und folgsamen Schar der Eliten aus Wirtschaft und Politik. Liebe, Frieden, Allerlei. Flower Power im 21. Jahrhundert. „Fridays for Future“ sei Dank. 

Ökobewegung wächst in den Städten

Ein Grund, warum dieses Bild weder von den Leitmedien noch von den meisten um die Zukunft der Erde besorgten Menschen hinterfragt wird, ist das Milieu, in dem sich diese Gedanken formen und zu einem globalen Aktivismus heranreifen. Paradoxer Weise ist die Ökobewegung besonders in urban geprägten Regionen stark. Man sieht es an den Wahlergebnissen der einschlägigen Parteien, aber auch an den Läden und Restaurants, dem Sortiment im Öko-Supermarkt und sogar an den Buchhandlungen, sofern es noch welche gibt.

Für den Stadtbewohner stellt sich die Frage nach Auto ja oder nein nicht. Zumindest in keiner existenziellen Form. Arbeit, Verpflegung, Freizeit und soziales Leben sind bequem mit S- oder U-Bahn zu erreichen. Die Landbevölkerung hingegen benötigt das Auto mindestens schon einmal für die Fahrt zur Arbeitsstätte. 

Auch die Frage nach dem ethisch richtigen Laden für Essen, Kleidung, den abendlichen Drink ist für den urbanen Menschen problemlos zu lösen. Ein soziales Milieu, in dem Anderssein – kritisch sein im nicht-linken Sinne – weder geschätzt noch geduldet wird. Und somit jede Form von Streitkultur und Selbstreflexion ausstirbt. Man ist ökologisch verantwortlich, weltoffen, sozial engagiert, kulturell interessiert. Jedenfalls in der eigenen Wahrnehmung. 

Kosmopolitisches Weltbild

Dieses gut inszenierte und bis ins Kleinste gepflegte Selbstbild kann aber allzu leicht ins Wanken geraten. All diese Attribute fundieren auf einem kosmopolitischen Weltbild – Marx hätte es als einen weltrevolutionären Ansatz beschrieben – und ebenso auf dem linken Leitspruch „Alles für alle und zwar umsonst“. 

Dieses Bild ist so unfassbar falsch, dass es auch für rechtskonservative Politiker und Aktivisten wichtig ist, sich hier nicht im Klein Klein von Argumenten und Einzelpositionen zu verlieren. Wer die unfassbare, von Menschenhand produzierte Naturzerstörung nicht sehen will, wer immer noch glaubt, Atomstrom sei eine „grüne“ Alternative ohne allzu große Risiken, und wer nach wie vor als Wirtschaftslobbyist auftritt statt als Umwelt- und Naturschützer, hat nicht nur die Zeichen der Zeit nicht erkannt, er hat eigentlich gar nichts erkannt. Es gibt viele Punkte, in denen man mit dem urban geprägten Weltbild übereinstimmen kann und muss. 

Tabu-Thema: Überbevölkerung

Aber es gibt auch genau diesen einen Punkt, der uns so frappierend von den aktuellen Klimaaktivisten unterscheidet, so dass jede tiefere Debatte von vornherein zum Scheitern verurteilt ist: die Überbevölkerung der Erde. 

Keiner in der öffentlichen Debatte, egal ob aus Wissenschaft, Politik, den Medien oder der „Fridays for Future“-Community, würde es auch nur wagen, dieses Thema anzusprechen. Die Eindämmung der Weltbevölkerung klingt für die meisten Menschen wie die moderne Form der Eugenik oder zumindest nach Bevormundung von Afrikanern, Lateinamerikanern und Asiaten.

Einfaches Kopfrechnen zeigt: Klimaziele unerreichbar

Wenn man die ideologischen Scheuklappen einmal von den Augen genommen hat, ist die Rechnung ganz einfach. Heute leben etwa 7,71 Milliarden Menschen auf der Erde, 2050 werden es schon an die neun Milliarden, 2100 elf Milliarden oder mehr sein. Die Pro-Kopf-CO2-Emissionen lagen 2016 in Deutschland bei 8,88 Tonnen, in Österreich bei 7,19 Tonnen, in den USA bei knapp 15 Tonnen. Sagen wir für´s einfache Kopfrechnen neun Tonnen CO2-Emissionen pro Kopf pro Jahr machen bei sieben Milliarden Menschen 63 Milliarden Tonnen CO2-Emission. Bei elf Milliarden Menschen, sprechen wir von 99 Milliarden Tonnen. Einem Plus von 57 Prozent innerhalb von etwas mehr als 80 Jahren.

Dabei völlig unberücksichtigt sind Themen wie Flächenfraß für die vielen neuen Häuser, Schulen, Krankenhäuser, Straßen sowie der Ressourcenverbrauch für das Ziel der Verringerung der Weltarmut. Zur Erinnerung: Die Vereinten Nationen haben 2015 auf ihrer Vollversammlung beschlossen, dass es von 2030 an keine extreme Armut mehr geben soll. Dabei gehört zur Mittelschicht nach gängigem Verständnis bekanntlich nur, wer mindestens ein Smart-Phone besitzt. Ebenso wenig wird die weitere Zurückdrängung der Artenvielfalt in der Pflanzen- und Tierwelt zu Gunsten des Menschen bei diesem Populationsanstieg thematisiert. 

Engagierte Klimaschützer wollen bis 2100 den CO2-Ausstoß um bis zu 80 Prozent reduzieren. Hierbei sei dahingestellt, ob man sich dem Argument anschließen möchte, dass CO2 schädlich ist für die Umwelt oder nicht. Meine Tochter in der vierten Klasse hat das einmal für uns anhand eines Beispiels nachgerechnet. Wenn 100 Menschen heute 90 Tonnen CO2 ausstoßen und im Jahr 2100 157 Menschen (Weltbevölkerung heute + 57 %) nur noch 18 Tonnen brauchen, dann fallen die Pro-Kopf-CO2-Emissionen von neun Tonnen auf gerade einmal 0,11 Tonnen. Die heranwachsende Generation hat bekanntlich Schwächen in den sog. MINT-Fächern, aber diese Rechnung dürfte selbst hier und da für Kopfschütteln sorgen. 

Mehr Menschen verbrauchen mehr Ressourcen

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Es ist absolut richtig, den Ressourcenverbrauch einzudämmen – und zwar drastisch. Es ist nötig, den Flächenfraß zu stoppen und von fossilen Energien auf erneuerbare Energien zu wechseln. Und endlich weg mit dieser Kernkraft, die das Potenzial hat, die zivilisierte Menschheit völlig auszurotten. Aber all das ist bedeutungslos, wenn nicht gleichzeitig weltweit erkannt wird, dass die Bekämpfung der Bevölkerungsexplosion das drängendste Problem ist. Hier spielt der afrikanische Kontinent für uns Europäer, aber auch global betrachtet eine herausragende Rolle. 

Sie können statt sieben Tage die Woche nur noch drei Tage Fleisch essen oder ganz auf vegane Ernährung umstellen, die Neuankömmlinge werden die Differenz verzehren. Sie können Ihr Auto statt fünf Jahre zehn Jahre fahren, die neue Mittelschicht in Afrika, Lateinamerika, Asien wird für die nötige Nachfrage in der Automobilindustrie sorgen. Sie können künftig das Doppelte für einen Flug zahlen. In anderen Teilen der Welt gibt es eine wachsende Bevölkerungsschicht, die sich erstmal Flug, Kreuzfahrt, Auto und vieles mehr leisten kann und will. 

Fridays for Future: Spielball der Eliten?

Um abschließend nochmal auf den eingangs erwähnten Herbert Gruhl zurückzukommen. Dieser hielt den ressourcenintensiven Lebensstil der Industrieländer und die „Überbevölkerung“ der Erde, die er mit Begriffen wie „Menschenflut“ beschrieb, für das dringlichste Problem der Erde. Auch im Jahr 2019 hat sich an dieser Problematik nichts geändert, und es bleibt zu befürchten, dass all der Aktivismus der jungen Generation fehlgeleitet wird auf ein Ziel, das am Ende nur wieder den altbekannten Eliten nützt und uns allen der Rettung unseres Planeten kein Stück näherbringt. 

Liebe „Fridays for Future“-Aktivisten! Wer auf die Straße geht, um die Bewältigung der Klimakrise zu fokussieren, der kann dies nicht, ohne auch ernsthaft zu fordern, die Massenmigration nach Europa zu stoppen und eine wirkende Entwicklungshilfe in den Rand- und Schwellenländern auch mit dem Thema Bevölkerungspolitik zu verbinden. Tut Ihr das nicht, bleibt Ihr, was ihr seid: ein Spielball der Macht und des Geldes in der Welt – mehr leider nicht. 

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