Klare Ansagen bei Aschermittwoch-Treffen von AfD und FPÖ

Aschermittwoch der FPÖ in Ried mit Norbert Hofer und Aschermittwoch der AfD in Osterhofen mit Corinna Miazga und Gottfried Curio:
Bilder vom Aschermittwoch der FPÖ in Ried mit Norbert Hofer und Aschermittwoch der AfD in Osterhofen mit Corinna Miazga und Gottfried Curio: Info-DIREKT

Gestern fanden in Oberösterreich und in Bayern die Aschermittwoch-Veranstaltungen der FPÖ und der AfD statt. Hier ein paar persönliche Eindrücke von Michael Scharfmüller aus Ried und Osterhofen. (Ein Video vom DAÖ-Aschermittwoch mit HC Strache in Wien finden Sie am Ende des Beitrags.)

So muss Aschermittwoch: Die AfD in Osterhofen

Interessant, wie unterschiedlich Menschen ein und dieselbe Veranstaltung erleben. Als ich der Donau entlang von Linz Richtung Bayern fuhr, regnete es in Oberösterreich. Über Bayern brach hingegen immer wieder die Sonne durch. Anders sah das der „Standard“-Schreiber Markus R.. Aus seiner Sicht hingen hingegen die Wolken über Osterhofen tief.

Auch von den strengen Taschenkontrollen, von denen Markus R. schreibt, habe ich nichts gespürt. Der Kollege vom „Standard“ dürfte generell eine andere Wahrnehmung als ich haben. Bereits vor zwei Jahren schrieb er über den Aschermittwoch in Osterhofen von einem massiven Polizeiaufgebot, welches für mich nicht erkennbar war.

„Brandheiß“ auf der Bühne

Die Stimmung in der Festhalle war von Beginn an ausgezeichnet. Im bayrischen Dialekt führte Hausherr und Bundestagsabgeordneter Stephan Protschka die etwa 800 bis 900 Teilnehmer humorvoll durch den Vormittag. Seine Kollegen aus dem Bundestag, Corinna Miazga und Stephan Brandner führten auf der Bühne eine Folge Ihres YouTube-Formats „Brandheiß“ auf. In gewohnt unterhaltsamer Weise zeigten die beiden Fehlentwicklungen in Deutschland auf. Als sie sich dann auch noch zahlreiche Politiker der Altparteien rhetorisch vorknöpften, wurde die Doppelconférence etwas langatmig. Hier ein Video dazu:

Hauptredner Gottfried Curio

Für frischen Wind sorgte dann AfD-Bundestagsabgeordneter Gottfried Curio. Der mit scharfem Geist und klarer Sprache aufzeigte in welche gefährliche Richtung sich Deutschland derzeit entwickle. So sagte er zum Beispiel:

„Nach Hanau fand ein Amoklauf der Lüge statt!“

Curios Rede war so wie eine Aschermittwoch-Rede sein muss, polternd und trotz der schwierigen Lage mit zahlreichen Pointen gewürzt. Von „Opferrolle“, wie Markus R. im „Standard“ schreibt, also keine Spur.

Hier ein Video-Ausschnitt davon:

FPÖ-Aschermittwoch: VIP-Bereich endlich aufgelöst

Am Weg zurück nach Österreich begann es wieder zu regnen, teilweise sogar zu schneien. In Ried im Innkreis angekommen, war der Aschermittwoch der FPÖ bereits voll im Gange. Die Jahnturnhalle war gut besucht, wenngleich der Besucherandrang geringer war als in den letzten Jahren. Ein Umstand, der auf die Stimmung in der Partei rückschließen lässt. Die verhaltene Nachfrage an Karten dürfte die Veranstalter dazu veranlasst haben, den VIP-Bereich, der in den letzten Jahren immer auf der Bühne war, aufzulösen. Dieses Mal saßen die blauen Polit-Promis wieder eben zur Erde, so wie all ihre anderen Parteikameraden auch.

Wunschgast: Herbert Kickl

In den letzten Jahrzehnten sorgten am „Rieder Aschermittwoch“ hochkarätige Redner wie Jörg Haider und HC Strache für Volksfeststimmung. Deshalb hätten sich viele FPÖler gewünscht, dass dieses Jahr Herbert Kickl ins Innviertel kommt. Herbert Kickl kam jedoch nicht, da am Aschermittwoch traditionell der Parteiobmann am Wort ist und der heißt eben: Norbert Hofer.

Hofer kritisierte ÖVP

Norbert Hofer hielt, so wie man es von ihm gewohnt ist, eine sehr persönliche Rede. So wie bereits in die letzten Wochen gab er sich auch dieses Mal wieder etwas kämpferischer als die Monate zuvor. In seiner Rede kritisierte er sogar die ÖVP. So sagte er beispielsweise:

„Die ÖVP wählen, heißt, dass das Bauernsterben weitergeht!“

Klare Ansage von Haimbuchner

Vor Hofer sprach FPÖ-Oberösterreich-Chef Manfred Haimbuchner, der sich auf der Bühne dazu bekannte, die Meinungsfreiheit und das Abendland zu verteidigen. Der oft als zu liberal kritisierte Haimbuchner machte dabei ganz klare Ansagen. Beispielsweise diese:

„Ich bin ein überzeugter Rechter, weil ich anerkenne, dass die Menschen nicht gleich sind!“  

Keine typischen Aschermittwoch-Reden

Freilich waren weder die Rede von Hofer noch die Rede von Haimbuchner typische Aschermittwoch-Reden, die den Saal zum Kochen bringen und für Motivation unter den Parteimitgliedern sorgen.

Neuer FPÖ-Generalsekretär hoch motiviert

Nicht motivieren musste man den ebenfalls anwesenden, neuen FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz, der bis nach Mitternacht in zahlreichen persönlichen Gesprächen seinen Parteikameraden Zuversicht gab.

Hier eine vollständige Aufzeichnung des politischen Aschermittwochs der FPÖ in Ried:

Video vom Aschermittwoch des DAÖ mit HC Strache:

Abowerbung, Ausgabe 32