Interview mit einer Fachschullehrerin

Sind Lehrer Rassisten?

Sind Lehrer Rassisten?
Foto: Pexels.com, Grafik: Pixabay.com, Komposition: Info-DIREKT

Die EU unterstellt im Entschließungsantrag zur Bevorzugung von Afrikanern in Europa indirekt, dass Lehrer Rassisten seien. Info-DIREKT hat eine ehemalige Lehrerin mit den Vorwürfen konfrontiert.

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In der Lehrerschaft herrscht ein strenges Regiment. Wir haben mehrere aktive Lehrer kontaktiert, um eine Stellungnahme zu den Unterstellungen der EU zu erhalten. Vier davon haben uns, aus Angst vor Repressionen, abgesagt. Eine meinte, sie könne zu diesem Thema nichts sagen, da in ihrer Schule der Ausländeranteil bereits über 90 Prozent liege. Schließlich ist es uns gelungen eine ehemalige Lehrerin zu befragen, die an einer Fachschule in Niederösterreich tätig war. Ihrem Wunsch, ihren Namen nicht zu nennen, leisten wir selbstverständlich Folge. 

Schlechtere Noten wegen Diskriminierung?

Info-DIREKT: Die EU vermutet, dass Kinder afrikanischer Abstammung durch unser Schulsystem diskriminiert werden und deshalb schlechtere Noten schreiben und häufiger die Schule abbrechen. Was sagen Sie als ehemalige Lehrerin dazu?

Kinder afrikanischer bzw. ganz allgemein ausländischer Abstammung haben zumeist ein Problem mit der deutschen Sprache, weil sie in den seltensten Fällen zu Hause Deutsch sprechen, oft sehr schlecht im Lesen und Schreiben sind und daher schriftliche Aufgaben auch oft nicht ausreichend verstehen um die fachlichen Aufgaben zu lösen. Meine Schüler waren Jugendliche, das Ziel in einer Fachschule oder auch in einer Berufsschule ist die Vermittlung von Fachwissen. Das Grundgerüst auf das aufgebaut werden soll, muss bereits stehen. Man kann nicht von den Fachlehrern verlangen auch noch Deutsch zu lehren, dazu fehlt einfach die Zeit. Ich würde es eher als ungerecht und diskriminierend gegenüber Fach- und Berufsschülern empfinden, wenn man ihnen fachliches Wissen vorenthält, um anderen Schülern die Unterrichtssprache beizubringen.

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Rassistisches Lehrpersonal?

Info-DIREKT: Haben Sie das Gefühl, dass das Lehrpersonal rassistisch ist?

Ganz im Gegenteil: Ich habe das Gefühl, dass der überwiegende Teil des Lehrkörpers fremden Kulturen und somit auch Kindern aus fremden Ländern grundsätzlich sehr wohlwollend gegenübersteht und den Kindern helfen will. Das Problem ist eher, dass man dabei zu viel Rücksicht nimmt und eher weniger verlangt, um die Kinder irgendwie durch das Schuljahr zu bringen. Ich beobachtete dabei schon vor vielen Jahren, dass dadurch das Niveau stark gesunken ist. Deshalb werden nun wesentlich weniger fachliche Lehrziele erreicht. Ich finde das schade, weil dadurch viel verloren geht. Die Schule würde die Möglichkeit bieten, in kurzer Zeit so viel Basiswissen für das Leben sowie Grundlagen für das Berufsleben mitzunehmen.

Info-DIREKT: Die EU unterstellt Lehrern im Afrika-Entschließungsantrag indirekt, dass Lehrer rassistisch sind. Was sagen Sie dazu?

[lacht] Lehrpersonal rassistisch? [Wieder ernst] Der ganz große Teil ist – wenn schon nicht wie gefordert ganz neutral –  politisch eher links eingestellt. Die Lehrerschaft hat schon sehr früh begonnen, sich politisch korrekt zu verhalten, um ja niemanden zu diskriminieren. Damit hat die Lehrerschaft auch zur Heranbildung einer sehr offenen Gesellschaft beigetragen.

Leistungen schlechter wegen Sprachbarriere

Info-DIREKT: Woran liegt es dann, dass Kinder mit Migrationshintergrund schlechter beurteilt werden?

Wenn Kinder mit Migrationshintergrund schlechter beurteilt werden, kann es nur an ihren Leistungen liegen. Diese Leistungen müssen in unserem Schulsystem in deutscher Sprache erbracht werden und dabei gibt es die größten Schwierigkeiten, sowohl in Wort als auch in Schrift. Wie soll sich jemand Wissen aneignen, wenn er Texte nicht sinnerfassend lesen kann? Würde bei jedem fachlichen Test auch die Rechtschreibung mitbeurteilt werden, würden die Leistungen noch viel schlechter ausfallen.

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