Moishe Friedman über sein Buch „Der Rabbi, der Mossad und der Mord an Jörg Haider“

„Natürlich wollte man die Regierung sprengen lassen“

„Natürlich wollte man die Regierung sprengen lassen“
Bilder: Moishe A. Friedman / "Der Rabbi, der Mossad und der Mord an Jörg Haider" (Eigenverlag)

In der Lobby eines Wiener Innenstadt-Hotels sprach Michael Scharfmüller mit Moishe Friedman über einige Hintergründe von Jörg Haiders Tod. Zudem erzählte Friedman, wer aus seiner Sicht hinter dem Ibiza-Video steckt und welche Absichten die Auftraggeber damit verfolgt haben.

Dieses Interview ist im Printmagazin Nr. 30 „Vorsicht Mogelpackung! „Die Grundrechte von Menschen afrikanischer Herkunft in Europa““ erschienen, das Sie jetzt kostenlos zu jedem Abo erhalten.

Info-DIREKT: Herr Friedman, in Ihrem Buch „Der Rabbi, der Mossad und der Mord an Jörg Haider“ widmen Sie ein Kapitel dem Ibiza-Skandal rund um HC Strache. Sie schreiben, dass die Auftraggeber kein finanzielles Interesse gehabt hätten. Welche Motivation steckt sonst aus ihrer Sicht dahinter?

Moishe Friedman: Mit wirtschaftlichem Interesse hat die Erstellung des Ibiza-Videos nichts zu tun – das wurde vom Auftraggeber nur vorgetäuscht.  Wie Sie wissen, wurde das Video der „Süddeutschen Zeitung“ um viel Geld zum Kauf angeboten.  Über Nacht hat es die Zeitung dann doch gratis, also geschenkt bekommen, das hat nichts mit einem wirtschaftlichen Interesse zu tun.

Der Mossad als Auftraggeber

Info-DIREKT: Wer ist aus Ihrer Sicht der Auftraggeber des Ibiza-Videos?

Friedman: Der Auftraggeber, der Ersteller, der Betreiber des Videos ist der israelische Geheimdienst Mossad.  Ich kenne auch den Namen des Auftraggebers, den nenne ich im Buch.

Info-DIREKT: Warum sollte der Mossad Interesse daran haben, dass über Strache so ein Video auftaucht?

Friedman: Die Leute, die das Strache-Video in Auftrag gegeben haben, sind die gleichen Leute, die den Mord an Jörg Haider begangen haben. Das ist eine lange Geschichte, die schon viele Jahre zurückgeht. Ich glaube, es wäre wichtig, dass Sie mein Buch lesen. Es ist ein dünnes Buch, lesen Sie die „facts and figures“, dann sehen Sie, dass das Strache-Video eine Fortsetzung von vielen Aktivitäten ist.

„Die Regierung sprengen lassen“

Info-DIREKT: Welches Interesse sollte der Mossad daran haben Strache zu schaden?

Friedman: Natürlich wollte man die Regierung sprengen lassen. Ein Element war auch, dass man Herbert Kickl als freiheitlichen Innenminister nicht haben wollte.

Nationales Sicherheitsinteresse

Info-DIREKT: Wenn der Mossad so mächtig ist, dass er Haider umbringen konnte, warum hindert er Sie dann nicht daran das in Ihrem Buch aufzudecken?

Friedman: Die Vorbereitung meines Buches habe ich aus gutem Grund geheim gehalten. Was ich mache, ist sehr gefährlich. Ich mache es auch mit bestem Wissen und Gewissen und zum Schutz der österreichischen Bevölkerung. Ich habe Österreich vieles zu verdanken. Es ist auch im nationalen Sicherheitsinteresse und im Interesse Europas und der Menschheit. Diese Leute kennen keine Grenzen. Wenn sie niemand stoppt, dann weiß man gar nicht, was noch zu erwarten ist. Deshalb mache ich das.

Ich mache es aber auch, wie man im Englischen sagt, in „practical terms“. Ich werde zudem bei der Staatsanwaltschaft die entsprechenden Anträge stellen, sowohl beim Mord an Haider, der Gott sei Dank nicht verjährt ist, als auch bei HC Strache.

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„Antisemitismus-Keule“

Info-DIREKT: Wer Israel oder Menschen wie George Soros wegen ihrer Taten kritisiert, wird oft als antisemitisch gebrandmarkt. Was verstehen Sie unter Antisemitismus?

Friedman: Ich glaube, der Antisemitismus-Vorwurf wird als Keule verwendet, die eine sehr gefährliche Waffe ist. Damit wird Angst verbreitet. Leute haben zurecht große Angst vor dieser Antisemitismus-Keule, sie ist ein Element, das hier in Österreich eine große Rolle spielt. Diese Keule gehört weg. Man muss immer bei der Sache bleiben.

Verschwörungstheorie?

Info-DIREKT: Wie entgegnen Sie dem Vorwurf, dass Ihr Buch eine Verschwörungstheorie sei?

Friedman: Ich befürchte nicht, dass mein Buch in diesen Verdacht kommt. Ich gebe nämlich nur die Fakten wieder, die ich aus erster Hand kenne. Das hat nichts mit Theorie und schon gar nichts mit Verschwörungstheorie zu tun.

Info-DIREKT: Woher kennen Sie diese Fakten?

Friedman: Ich schreibe darüber im Buch. Ich war mit Jörg Haider und Peter Sichrovsky [Anm. d. Red.: Sichrovsky war u.a. von 2000 bis 2002 Generalsekretär der FPÖ] während der Sanktionen der EU gegen Österreich bei vielen Besprechungen dabei. Da haben sich damals sehr wilde Geschichten entwickelt, auch was den Austausch von Gefangenen im Nahen Osten betraf. Das hat viel mit den Motiven zu tun, weshalb der Mossad bereits vor Jahren beschlossen hatte, dass Haider weggehöre. Haider hatte aus diesem Bereich nämlich sehr heikle Informationen. Internationale Geheimdienste haben ihn als instabilen Faktor gesehen. Es ist verständlich, dass ein Geheimdienst sagt, wir wollen nicht, dass Haider Zugang zu bestimmten Informationen hat, die auch für die israelische Innenpolitik und für Sharon persönlich gefährlich sein können. Ich bringe das auch im Buch.

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Über Moishe Arye Friedman

Friedman ist 1972 in Brooklyn (USA) geboren und mit jiddischer Muttersprache aufgewachsen. Friedman bezeichnet sich selbst als Oberrabbiner, ist verheiratet und Vater von acht Kindern. Einem breiteren Publikum wurde er bekannt, als er mit der „Israelitischen Kultusgemeinde (IKG)“ in Streit geriet, weil er eine eigene orthodoxe jüdische Gemeinde in Wien gründen wollte. Derzeit lebt Friedman in Antwerpen (Belgien).

Buchbesprechungen zu Friedmans „Der Rabbi, der Mossad und der Mord an Jörg Haider finden Sie auf www.zurzeit.at und auf www.fass-ohne-boden.at. Dort ist zu lesen, dass das Buch „einen Mehrwert“ darstelle und „besonders gut polarisieren“ könne, wenngleich es trotz zahlreicher Dokumente wesentliche Belege für die aufgestellten Behauptungen vermissen lasse. Das 130 Seiten umfassende Buch ist im Eigenverlag erschienen und kann zum Preis von 20,- Euro direkt beim Autor bestellt werden. Zudem ist es um 10,- Euro als „Kindle-Book“ auf „Amazon“ erhältlich.

 

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Abowerbung, Ausgabe 32