Ghana lädt unzufriedene, unterdrückte Schwarze zur Rückkehr ein

Ghana ruft Menschen mit ghanesischen Wurzeln dazu auf, in die Heimat zurückzukehren.
Symbolbild: Freepik; Komposition: Info-DIREKT

Menschen in westlichen Ländern stellen vielleicht die Frage, weshalb so viele Einwanderer in ihre Länder drängen, wo sie doch so rassistisch wären. Die Debatte über „strukturellen Rassismus“, also die systematische Diskriminierung und Unterdrückung Schwarzer, wird nun durch eine Idee aus Ghana bereichert. Außenminister Oteng Gyasi lädt alle Schwarzen ein, sich in Ghana anzusiedeln, wenn sie sich in den USA oder anderen Ländern nicht willkommen fühlen. Man kann dies auch als willkommenen Beitrag zur Remigration betrachten, denn viele Auswanderer leiden unter ihrer Entwurzelung.

Ein Kommentar von Michael Mayrhofer

Was zunächst wie ein Scherz anmuten will, dürfte durchaus ernst gemeint sein. „We continue to open our arms and invite all our brothers and sisters home. Ghana is your home. Africa is your home. We have our arms wide open ready to welcome you home.“, so Gyasi. Zu Deutsch: „Wir haben unsere Arme weiterhin ausgebreitet und laden all unsere Brüder und Schwestern dazu ein, nach hause zu kommen. Ghana ist eure Heimat. Afrika ist eure Heimat. Wir haben die Arme weit ausgebreitet und sind darauf vorbereitet, euch zu Hause willkommen zu heißen.


In Ghana ein erfüllteres Leben als in den USA

Auch der Leiter der Tourismusbehörde Ghanas, Akwasi Agyeman, stößt in dasselbe Horn. Man sollte die Diskussion anregen, dass Auswanderer mit ghanesischen Wurzeln dorthin zurückkehren, woher sie stammen.  Fas Land, das zwischen Togo und der Elfenbeinküste in Westafrika liegt, hat rund 30 Millionen Einwohner. Die deutsche Tagesschau scheint etwas widerwillig zu berichten, dass Rückkehrer in Ghana ein erfüllteres Leben zu erwarten haben als in den USA, wo sie machtlos wären.

Der kriminelle Afroamerikaner George Floyd, dessen Tod bei einem brutalen Polizeieinsatz blutige Rassenunruhen auslöste, wurde auch in Ghana besonders geehrt. Während der prunkvollen Beerdigung des Intensivtäters soll es deshalb auch Applaus für den Präsidenten Ghanas, Akufo-Addo gegeben haben. Die Regierung Ghanas ließ im Vorfeld ein Video aufzeichnen, in dem die Menschen des Landes ihr Mitgefühl für den Tod des „Bruders“ ausdrücken. 

Schon 2019 das Jahr der Rückkehr

Die Regierung in Ghana hat bereits 2019 das „Jahr der Rückkehr“ ausgerufen. Touristisch war dies ein erster Erfolg, denn die Reisenden aus den USA haben sich seitdem verdreifacht. Einige hundert Besucher blieben dann tatsächlich auch als Einwanderer, viele von ihnen erhielten in einem Schnellverfahren die Staatsbürgerschaft. Als Touristen sind ausdrücklich auch Weiße erwünscht, speziell „wenn sie sich der Sache der Schwarzen angeschlossen haben“, äußerte die Tourismusministerin Barbara Oteng-Gyasi.

In Ghana selbst dürfte es hinsichtlich Polizeigewalt auch nicht ganz rosig aussehen. Immer wieder kommen Journalisten und Angehörige der Armenschicht bei Polizeieinsätzen ums Leben. 

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