Wo blieben die Demonstrationen?

Chicago: Schwarze Polizistin schießt unbewaffnetem Weißen in den Rücken

Die Polizistin feuerte aus kurzer Distanz auf den Unbewaffneten.
Bild: YouTube, Chicago Sun-Times

Der 33-jährige Ariel Roman beging am 28. Februar die Ordnungswidrigkeit, „unerlaubt den Wagen einer U-Bahn zu wechseln“. In Folge der Amtshandlung schoss eine schwarze Polizistin dem Unbewaffneten in den Bauch und in den Rücken. Zuvor waren zwei Beamte mit massiver Gewalt gegen den Mann vorgegangen und hatten Pfefferspray eingesetzt. Der Mann überlebte und will die Polizei wegen exzessiver Gewaltanwendung klagen. Rassenunruhen und Demonstrationen blieben wohl aus, weil der Mann die falsche Hautfarbe hatte. (Video am Ende des Beitrags)

Ein Kommentar von Michael Mayrhofer

Sichtlich ohne angemessenen Grund feuerte die schwarze Polizistin Melvina Bogard auf den schwankenden Mann, der keinerlei Anstalten zur Gewaltanwendung machte. Er hatte zuvor versucht, sich die vom Pfefferspray tränenden Augen zu wischen. Es gibt nach Sichtung aller vorliegenden Videos auch keinerlei Anhaltspunkt, wie man seine Bewegung anders hätte interpretieren können. Der Getroffene versuchte verzweifelt von der Gewalt der völlig enthemmten Polizistin zu flüchten, doch sie schießt ihm ein zweites Mal, wieder völlig grundlos, in den Rücken. Während der Amtshandlung ist auf den Videos klar zu hören wie der Mann sagte „I didnt do nothing to you guys“ – „Ich habe ihnen doch überhaupt nichts getan“.

Tatsächlich dürfte Roman nicht kooperiert haben, als die beiden Beamten ihm Handschellen anlegen wollten. Dabei hat er aber zu keinem Zeitpunkt körperliche Gewalt gegen die Polizisten angewendet oder sie beschimpft. In den USA kann es leicht zu einem Todesurteil führen, wenn man die Anweisungen der Polizei nicht umgehend auf den Punkt genau befolgt, egal wie ungerecht sie einem erscheinen mögen.

Der Fall im Februar führte zu keinen Rassenunruhen

Exzessive Polizeigewalt gegen einen Weißen – noch dazu wegen einer völligen Lappalie, scheint die Öffentlichkeit nicht sonderlich zu beeindrucken. Der Fall ereignete sich nur zwei Monate vor dem tagischen Tod des Drogenkriminellen George Floyd bei dessen Verhaftung. Laut Auskunft der Polizei wurde Ariel Ramon zunächst auch ein Drogenvergehen vorgeworfen. Inzwischen wurden von der Staatsanwaltschaft alle Anklagepunkte gegen Ariel Ramon fallengelassen. Die schwarze Polizistin soll bereits zuvor durch ein Gewaltdelikt aufgefallen sein. So bedrohte sie einen Mitarbeiter in einem McDrive.

Die Behörden untersuchen nun intern, wie der Fall nach allen vorliegenden Bildern und Aussagen aus einer simplen Ordnungswidrigkeit so sehr eskalieren konnte. Ariel Ramon erholt sich inzwischen im Krankenhaus von seinen schweren Verletzungen. Die Kugeln hatten ihn in den Bauch und ins Hinterteil getroffen. Er soll in einem stabilen Zustand sein. Eine Klage gegen die Stadt wurde inzwischen eingereicht.

Konnte wohl nicht gegen Trump instrumentalisiert werden

Dass der Fall des Ariel Ramon es nicht prominent in die Weltpresse schaffte, könnte zum einen an seiner Hautfarbe liegen, zum anderen an der Tatsache, dass man den Fall nicht gegen den bei Globalisten unbeliebten Präsidenten Trump einsetzen konnte.

Abowerbung, Ausgabe 32