Stargast Viktor Orbán wünscht sich Unterstützung im konservativen Kampf

Patriotische Konferenz in Rom: Das Gegenstück zu Davos

Patriotische "National Conservatism"-Konferenz in Rom: Das Gegenstück zu Davos
Fotos: Viktor Orbán und Marion Maréchal Le Pen bei der National Conservatism. Komposition: Info-DIREKT

Am 4. Februar 2020 trafen sich bekannte patriotische Politiker auf der Konferenz „National Conservatism“ in Rom, darunter der ungarische Premier Viktor Orbán, Marion Maréchal Le Pen aus Frankreich und Giorgia Meloni aus Italien.

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Um eine Brücke zwischen USA und Italien zu schlagen, stand die Konferenz unter dem Motto „Gott, Ehre, Vaterland: Ronald Reagan, Johannes Paul II. und die Freiheit der Nationen“.

Gegenstück zur Globalisten-Konferenz in Davos

Die Moderatoren Christopher de Muth, ehemaliger Berater von Ronald Reagan, und John O’Sullivan, ehemaliger Vertrauter von Margaret Thatcher, brachten zusammen über ein Jahrhundert in der konservativen Politik auf die Bühne. „Wir hätten diese Konferenz auch Adios Davos nennen können“, so de Muth. Das Gegenstück zur Globalisten-Konferenz in Davos sei „weniger intolerant und weniger imperialistisch“.

„Nicht spalten lassen“

Veranstaltet wurde die Konferenz von Yoram Hazony vom „Herzl Institut Jerusalem“, Autor des epochalen Werkes „The Virtue of Nationalism“, in dem er die Nationalstaatlichkeit gegen den Globalismus und EU-Imperialismus verteidigt und eine Lanze für den in Verruf geratenen Begriff des „Nationalismus“ bricht (erscheint auf Deutsch im Herbst im „Ares Verlag“). Hazony scherzte in seiner Rede darüber, wie sehr die Erfahrungen von Konservativen in ganz Europa sich ähnelten:

Wir Nationalkonservative dürfen die Lügen nicht glauben, die man über uns erzählt. Wir dürfen uns nicht spalten lassen. Wenn ich hier durch den Raum gehe, sagen mir die Leute: ,Ich habe gerade diesen und jenen getroffen, ich war ganz erstaunt, wie nett der war.‘ Wenn ich frage warum, heißt es, naja, in den Medien wird er immer ganz schrecklich dargestellt. Und wenn ich dann frage: ‚Tja, wie werden Sie denn in den Medien dargestellt?‘ Dann heißt es: ‚Ja, aber das ist ja alles gelogen.‘“

Kritik an Merkel-Politik

Viele der Redner, ob aus Polen, Italien, Frankreich oder England, befassten sich mit Deutschland und der katastrophalen Merkel-Politik der offenen Grenzen, während kein Deutscher oder Österreicher auf der Bühne saß. Der französische Politologe Édouard Husson kritisierte vehement die Merkel-Entscheidung vom September 2015, die Grenzen entgegen dem Rat ihres eigenen Grenzschutzes nicht zu schließen, und sah darin einen Hauptgrund für den Brexit: „Angela Merkel hat ihre Partei nach links gerückt, kritisierte Papst Benedikt XVI., und übernahm die Politik der Grünen in Bezug auf den Atomausstieg oder die offenen Grenzen. Husson setzte große Hoffnungen in die AfD, eine neue konservative Politik in Deutschland zu etablieren, und appellierte an die anwesenden AfD-Vertreter, sich klar vom Nationalsozialismus zu distanzieren: „Bitte, Freunde, wir brauchen euch!“

Auch dabei: Jean-Marie Le Pens Enkelin

Marion Maréchal, die Nichte der Rassemblement-National-Chefin Marine Le Pen, nannte die neuen Konservativen „die wahren Humanisten des 21. Jahrhunderts“, denn nur die Konservativen verteidigten „die Seele, die Ehre, die Familie und die Sicherheit“, die die Progressiven abschaffen wollten. Im revolutionären Frankreich gebe es keine durchgehende Tradition des Konservativismus wie in Großbritannien seit Edmund Burke, so Maréchal, lediglich einzelne Figuren wie Chateaubriand und Balzac.

Der konservative Widerstand in Frankreich äußere sich daher in revolutionären Formen wie den Gelbwesten, die auch eine Umwelt- und Bauernbewegung seien. Umweltschutz sei eigentlich ein konservatives Kernthema, so Maréchal, und die Bauern seien die besten Umweltschützer, werden aber von Globalisten und Eliten so sehr gegängelt, dass in Frankreich mittlerweile alle zwei Tage ein Landwirt Selbstmord begehe. Genauso regelmäßig würden in Frankreich Kirchen geschändet, und die Medien schwiegen, während die Universitäten sich wie bei Houllebecq in Lehrstühle für Islamwissenschaften umfunktionierten. Von der EU seien keine Lösungen zu erwarten, nur von souveränen Nationalstaaten. Deshalb brauche es eine Koalition von Konservativen in Europa, um den Machtkampf mit der EU aufzunehmen.

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Der Brexit

Murray feierte den Brexit vom 31. Jänner, von dem man „in der deutschen oder amerikanischen Presse eine völlig falsche Darstellung“ bekomme. „Wenn man die deutschen Zeitungen oder die ‚New York Times‘ liest, wird Boris Johnson mit Donald Trump verglichen, und das war’s dann schon.“ Wenn man diese Presse lese, könnte man denken, die Briten seien mit der EU völlig glücklich gewesen „bis ein paar russische Bots das Twitter-Konto unserer Mütter gehackt haben, und schwupps hatten wir den Brexit“.

Am Wochenende zuvor habe EU-Ratspräsident Donald Tusk in Bezug auf Schottland „die Aufspaltung meines Landes gefordert“, so Murray, eine beinahe kriegerische Handlung. „Es ist nicht die Aufgabe von Brüssel, uns vorzuschreiben, wer Brite ist und wer nicht. Wenn wir uns in Zukunft verstehen wollen, müssen solche Dinge ein Ende haben.“ In Großbritannien habe es „keine Gelbwesten, keine Unruhen, keine brennenden Autos auf den Straßen“ gebraucht, so Murray. „Wir wurden in einer Abstimmung um unsere Meinung gefragt. Und zum ersten Mal in der Geschichte der EU hatte diese Abstimmung ein Gewicht.“

Orbán wünscht sich Unterstützung

Stargast war der ungarische Premierminister Viktor Orbán, der gerade im Clinch mit der EVP-Fraktion in Brüssel lag und sich anschließend mit Lega-Chef Matteo Salvini traf, der seine Teilnahme kurzfristig absagen musste. Orbán sah sich als Vorreiter der konservativen Bewegung in ganz Europa: „Wir sind nur ein kleines Land, wir haben uns diese Rolle nicht ausgesucht. Wir mussten sie übernehmen, aber würden uns freuen, wenn andere, größere Länder den konservativen Kampf übernehmen würden.” Der Unterschied zwischen der Fidesz in Ungarn und anderen konservativen Parteien in Europa sei, dass er nicht auf einen Koalitionspartner angewiesen sei, so Orbán:

„Ich muss keine Kompromisse eingehen, wenn ich etwas sage. Ich schätze mich sehr glücklich, denn ich bin der einzige Staatschef in Europa, der seine Meinung sagen kann.

 

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Abowerbung, Ausgabe 32