Ferdinand Wegscheider: Hungerstreik für die Meinungsfreiheit

Ferdinand Wegscheider: Hungerstreik für Meinungsfreiheit
Hintergrund: Pixabay, Bild „Der Wegscheider“: ServusTV; Bild Hungerstreik: SalzburgTV

Ferdinand Wegscheider ist vielen Info-DIREKT-Lesern durch seine wöchentlichen Kommentare als „Der Wegscheider“ auf „Servus TV“ bekannt. Was viele jedoch nicht wissen, ist, dass Wegscheider seit 25 Jahren für Presse- und Meinungsfreiheit kämpft.

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Begonnen hat Wegscheiders Ringen gegen den medialen Einheitsbrei vor über 25 Jahren. Damals kündigte der Jurist seinen Redakteursposten beim ORF, um gemeinsam mit zwei Weggefährten einen eigenen, kleinen Regionalfernsehsender hochzuziehen.


Per Gesetz war es damals jedoch nur dem ORF erlaubt, bewegte Bilder im Fernsehen zu zeigen, in Kabelnetzen durfte es lediglich Standbilder, Infotexte und Grafiken geben. Musikuntermalungen und Moderationen waren ebenso verboten – somit konnte es außer den ORF-Programmen auch keine anderen Radiosender geben.

Mit Aktivismus gegen das staatliche Monopol

Zu diesem Zeitpunkt war Österreich das einzige Land in Europa, in dem nur staatliches Fernsehen und Radio erlaubt waren – und das obwohl der „Europäische Gerichthof für Menschenrechte“ die Alpenrepublik sogar schon dazu verurteilt hatte, Privatfernsehen und –radio zuzulassen. Es passierte jedoch solange nichts, bis Ferdinand Wegscheider mit einigen Mitstreitern aktiv damit begann das ORF-Monopol anzugreifen.

Um sich trotz der einseitigen Medienlandschaft Gehör zu verschaffen, organisierte Wegscheider Demonstrationen, stieg dem ORF aufs Dach und sammelte tausende Unterschriften. Trotz zahlreicher Beteuerungen verschiedener Politiker, sich um das Problem zu kümmern, blieb das Monopol bestehen. Mit allen möglichen Tricks versuchten die damaligen ORF-Verantwortlichen das Aufkommen von Konkurrenzsendern zu verhindern.

Hungerstreik

Als Ferdinand Wegscheider dann erstmals eine Fernsehsendung über Antenne ausstrahlte, wurde ihm die Sendeanlage von den Behörden kurzerhand plombiert. Worauf der zweifache Vater Wegscheider öffentlichkeitswirksam in einen 14-tägigen Hungerstreik trat.

Wie es die Rundfunk-Piraten rund um Ferdinand Wegscheider allen Widerständen zum Trotz schließlich schafften, dass im August 2001 das Privatfernsehgesetz in Kraft trat, war Ende September in der zweiteiligen Reportage „Piraten und Pioniere“ auf „ServusTV“ zu sehen.

Mediale Vielfalt weiter unter Druck

In der Programmbeschreibung fasst der Privatsender, der sich im Eigentum der „Red Bull Media House GmbH“ befindet, den Inhalt der Reportage so zusammen:

„25 Jahre Privatfernsehen in Österreich sind Zeitgeschichte mit relevantem und aktuellem Bezug. Doch nach wie vor muss die mediale Vielfalt gerade in Krisenzeiten gegen staatliche Monopole und ihre Folgewirkungen bestehen. Medienexperten und Zeitzeugen lassen den gesellschaftspolitischen Krimi rund um den Kampf für die Medienvielfalt in den 1990er-Jahren wieder aufleben.“ 

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