Fitnesscenter-Betreiber: 15 Monate in der Ungewissheit

Bildcollage: Info-DIREKT; Hintergrund: freepik @dit26978

Bereits Im Frühjahr des letzten Jahres machte der Amstettner Unternehmer Christoph Haider auf sich aufmerksam, als er in einem Video dem Bundeskanzler mitteilte, dass er sein von der Regierung geschlossenes Fitnessstudio trotz verordneter Schließung aufmachen würde. Seit über einem Jahr lebt der bald 5- fache Familienvater in großer Ungewissheit. Er kann nur hoffen, dass die möglichen kommenden Öffnungsschritte die nötige Planbarkeit, die sein Unternehmen braucht, wieder zulassen. Nach seinen Auftritten bei oe24 und Servus TV in den letzten beiden Monaten, stand er in der vergangenen Woche auch dem Magazin Info-DIREKT zu einem Interview zur Verfügung.

Das Gespräch mit Fitnessstudio-Betreiber Christoph Haider führte Armin Fellner

Info-DIREKT: „Herr Haider, wie erleben Sie das mittlerweile 15. Monat der Pandemie?“


Christoph Haider: „Zu Beginn der Pandemie habe ich die Maßnahmen zu einem guten Teil verstanden und mitmachen können. Mittlerweile sind aber die Maßnahmen zu einem planlosen Aktionismus geworden. Der Regierung und ihren Experten ist es in 15 Monaten nicht gelungen, einen Schaden zu verhindern. Außerdem haben es die Verantwortlichen auch nicht geschafft, einen konstruktiven Umgang mit der Bevölkerung zu führen.“

Info-DIREKT: „Was hat Sie zu Ihrem mittlerweile berühmten Video bewegt und bereuen Sie es im Nachhinein?“

Haider: „In einer Situation die vollkommen plan- bzw. aussichtslos war, war es mein Ziel, handlungsfähig zu werden. Es ist das Firmenmotto von FITFAM: „Komm in deine Kraft“. Die Philosophie, Menschen zu einem gesunden und vitalen Leben zu bewegen, um mit ihnen einen konstruktiven Weg vorwärts zu gehen. Ich habe es in keiner Sekunde bereut, getreu unserem Wertemodell und als logische Konsequenz, dementsprechend zu handeln und aktiv zu werden.“

Info-DIREKT: „Wie bewerten Sie die Funktion der Politik und Medien im Verlauf der Pandemie?“

Haider: „Die Funktion der Politik wäre es, alle in der Bevölkerung individuell abzuholen und Schutzbedürftige zu schützen. Die Gruppe, die kaum bis gar nicht gefährdet ist, sollte mit gesundheitsfördernden Maßnahmen proaktiv unterstützt werden. Es sollen Ratschläge für gesunde Ernährung und Sport forciert werden, mit so wenig Einschränkungen wie möglich. Um damit die Gesundheit in der Bevölkerung aufrechtzuerhalten, dazu gehört es auch dazu, die Branchen in diesem Bereich wirtschaftlich zu stärken. Gleichzeitig sollte man aber die Ressourcen zur Verfügung stellen, um die vulnerablen Gruppen zu schützen. Die Medien haben die Aufgabe, eine differenzierte Betrachtung zu ermöglichen, um damit die konstruktive Kommunikation und Entwicklung zu fördern. Es würde die Menschen in ihrer Selbstverantwortung schützen und stärken.“

Info-DIREKT: „Welche Forderung haben Sie an die Politik für die kommenden möglichen Öffnungsschritte?“

Haider: „Die Fitnessstudios und die gesamte Wirtschaft mit sofortiger Wirkung zu öffnen. Ich will mit diesem Schritt sogar ein Stück weitergehen, denn es muss in Kombination mit einer betrieblichen Gesundheitsförderung möglich sein, die Motivation der Bevölkerung gesundheitlich zu steigern. Damit meine ich zum Beispiel volle steuerliche Absetzbarkeit von Fitness und Gesundheitsleistungen und gestaffelte Krankenversicherungsbeiträge für Menschen, die ihre Gesundheit aktiv fördern.“

Info-DIREKT: „Würden diese Forderungen die gesundheitspolitischen Probleme in Zukunft lösen?“

Haider: „Bei einer KFZ-Versicherung ist zum Beispiel eine risikoabhängige Beitragshöhe gelebte Praxis. Ein ähnliches Vorgehen bei Kranken und Gesundheitskasse würde zwar nicht alles lösen, es würde aber Menschen in ihrer Eigenverantwortung und ihrem produktivem Handeln fördern. Es wäre aus meiner Sicht der nötige erste Schritt von Krankheitsbewusstsein hin zu aktivem Gesundheitsbewusstsein. Es wäre der nötige erste Schritt, den dieses Land bzw. die Bevölkerung dringend braucht.“

Weitere Infos unter:
www.fitfam.life

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