Islam-Landkarte als Ideengeber für identitäre Aktivisten

Islam-Landkarte als Ideengeber für identitäre Aktivisten
Bild ÖVP-Ministerin Susanne Raab: Von <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.flickr.com/people/159530260@N03">Bundesministerium für Finanzen</a> - <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.flickr.com/photos/159530260@N03/49351571192/">Ministerrat am 8.1.2020</a>, CC BY 2.0, Link; Bild Aktivisten: "Widerstand in Bewegung"; Bildkomposition: Info-DIREKT

Seit einer „Freilich“-Studie ist es kein Geheimnis mehr, dass es inhaltliche Schnittmengen zwischen ÖVP und der „Identitären Bewegung“ gibt. Dass den Identitären vermutlich nahestehende Aktivisten jetzt die Ideen der Volkspartei aufgreifen und bewerben, ist jedoch neu.

Susanne Raab, ÖVP-Integrationsministerin, präsentierte Ende Mai eine „Islam-Landkarte“. Darauf sind zahlreiche islamische Einrichtungen angeführt und bewertet. Auf Facebook schreibt die Ministerin dazu:

„Die Dokumentationsstelle Politischer Islam bringt mit dieser Landkarte Transparenz. Sie ist eine wissenschaftliche Grundlage, auf der wir als Politik aufbauen können. Es geht nicht um einen Kampf gegen Muslime in Österreich, sondern um den Kampf gegen die Ideologie des politischen Islam, die unser Wertefundament unterwandern will.“

Warnhinweise vor Moscheen

Diese virtuelle Karte haben gestern Nachmittag patriotische Aktivisten auf Wiens Straßen sichtbar gemacht. Sie brachten vor einigen Moscheen Warnschilder an. Darauf stand:


„Achtung! Politischer Islam in deiner Nähe.“

Aber nicht nur das. Auf den Schildern wird sogar explizit auf die von ÖVP-Ministerin Raab präsentierte Karte hingewiesen:

 „Mehr Infos auf: islam-landkarte.at

Perfektes Zusammenspiel zwischen Identitären und ÖVP-Ministerin

Info-DIREKT macht zwar immer darauf aufmerksam, dass es ein Zusammenspiel zwischen beherzten Politikern, patriotischer Zivilgesellschaft und unabhängigen Medien braucht. Dass dieses Zusammenspiel jedoch auch zwischen mutmaßlich Identitären Aktivisten und der ÖVP klappt, hätte jedoch niemand für möglich gehalten. Aus rechtlichen Gründen sei hier betont, dass dieses Zusammenspiel aus Sicht der ÖVP vermutlich sehr unerfreulich ist.

Stellungnahme der Aktivisten

Am Blog „Widerstand in Bewegung“ schreiben die Aktivisten über die Beweggründe zu dieser Aktion:

Die Islamlandkarte zeigte uns das Ausmaß der Islamisierung in Österreich. Wir klären nun auch die Menschen vor Ort über politischen Islam in ihrer Nachbarschaft auf. Vor 5 der radikalsten Moscheen in Wien wurden Warnschilder mit dem Hinweis: ‚Achtung! Politischer Islam in deiner Nähe‘ angebracht.

Zudem verbanden sie die Beschilderung mit folgenden Forderungen:

„Schließung der islamischen Gefährdertreffs in ganz Österreich und eine Abschiebung der Islamisten. (…) Gegen die Islamisierung hilft nur De-Islamisierung. Gegen den Asylwahn hilft nur Remigration.“

Abschließend rufen die Aktivisten dazu auf sich ein Beispiel an ihrer Aktion zu nehmen:

„Jeden Patrioten in Österreich rufen wir dazu auf, es uns gleich zu tun und gewaltfrei die Gefahr öffentlich und die Islamlandkarte sichtbar zu machen.“

Wehleidige Reaktionen

Wenig überraschend sind die Reaktionen aus dem nicht patriotischen Lager auf diese Aktion besonders hysterisch. So bezeichnet eine Migrantenpartei mit dem Namen „Soziales Österreich der Zukunft“ das Anbringen der Schilder als „Übergriff“ und „antimuslimischen Vorfall“. Und auch die Lifestyle-Linken auf Twitter zeigen sich über die harmlosen Schilder und den direkten Verweis auf die „Islam-Landkarte“ entsetzt. Freilich haben die selben Personen meist kein Problem damit, wenn patriotische Einrichtungen von Antifa-Aktivisten tatsächlich angegriffen und beschädigt werden.

Weitere Artikel …